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==== Brief vom 15. April 1876 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ====
 
==== Brief vom 15. April 1876 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ====
Fanny Kobler an Fanni Spängler: 15. April 1876, Brief ohne Umschlag:<br />''Nach langen 3 Wochen sind meine Augen wieder so daß es mir möglich ist ein paar Zeilen an dich zu schreiben, wie vieles hätte ich dich zu fragen, leider kann ich das nicht. Den lieben Gott tausent Dank das er dir deine Gesundheit wieder geschänkt hat, deine Kräfte werden wieder kommen wenn das Wetter es erlaubt die frische Luft wieder zu grüßen Noch mal tausent Dank der guten umsichtigen Mutter'' [Spängler] ''und und deinen lieben Mann, über allen die dich in den bangen Stunden umgeben haben – Ich kann leider deine lieben Briefe nicht beantworten ich kann das von mir geschriebene nicht mehr lesen, wie schwer mir das ist kannst du dir gar nicht denken so mußt du mit meinem Geschreibsel schon zufrieden sein, und dir alles selbst zu samen denken. Wie leid es mir ist das ich weder Kistel noch Bücher deinem Mann aufbewahren kann ist selbstverständlich. Ich bekome in die zwey Zimmer neben mir, bis 1 May einem Herrn Oberkriegscomisär von Graz, Herrn Qualler, welche jetzt in Salzburg leben wollen. Sie werden mehrere Möbel selbst mitbringen daher ich von meinen Möbeln mehreres raus nehmen muß, da kan im Kammerl nichts untergebracht werden, unser beschra[ä]nkter Durchboden ist dir bekant. Frau v: Bauernfeid'' [Paurnfeind] ''liegt 4 Monate schon an ihren Fußleiden Dr: Günther vertröst[et] sie immer mit dem besseren Wetter sie ist oft recht verzagt hat viele Schmerzen, grüßt auch alle vie[l]mals. Oma Gattermayer geht es immer gleich, die linke Seite ist beynahe unbeweglich, so sind meine Freundinnen zusammengeschmolzen, die Rosi ist trauXXX Mein Befinden ist wied[er] ziemlich gut ich bin sehr hoch in die 70'' [sie ist 79] ''was kann man da soch [?] ansprächen. Der alten Laschenzky [?] geht es gut bis auf ihren gewöhnlichen Zustand. Bitte alle Bekannten grüßen mich herzlich. Die SchXXberger ist oft unwohl. Ich wünsche recht gute Feyertage Grüß herzliche Grüße an die gute Mutter, an deinen Mann und vielen Dank für seine Nachrichten während deinen Wochenbett Lebe wohl liebe Fanni es umarmt euch Euere Großmutter Fanni''
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[[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] an Fanni Spängler: 15. April 1876, Brief ohne Umschlag:<br />''Nach langen 3 Wochen sind meine Augen wieder so daß es mir möglich ist ein paar Zeilen an dich zu schreiben, wie vieles hätte ich dich zu fragen, leider kann ich das nicht. Den lieben Gott tausent Dank das er dir deine Gesundheit wieder geschänkt hat, deine Kräfte werden wieder kommen wenn das Wetter es erlaubt die frische Luft wieder zu grüßen Noch mal tausent Dank der guten umsichtigen Mutter'' [Spängler] ''und und deinen lieben Mann, über allen die dich in den bangen Stunden umgeben haben – Ich kann leider deine lieben Briefe nicht beantworten ich kann das von mir geschriebene nicht mehr lesen, wie schwer mir das ist kannst du dir gar nicht denken so mußt du mit meinem Geschreibsel schon zufrieden sein, und dir alles selbst zu samen denken. Wie leid es mir ist das ich weder Kistel noch Bücher deinem Mann aufbewahren kann ist selbstverständlich. Ich bekome in die zwey Zimmer neben mir, bis 1 May einem Herrn Oberkriegscomisär von Graz, Herrn Qualler, welche jetzt in Salzburg leben wollen. Sie werden mehrere Möbel selbst mitbringen daher ich von meinen Möbeln mehreres raus nehmen muß, da kan im Kammerl nichts untergebracht werden, unser beschra[ä]nkter Durchboden ist dir bekant. Frau v: Bauernfeid'' [Paurnfeind] ''liegt 4 Monate schon an ihren Fußleiden Dr: Günther vertröst[et] sie immer mit dem besseren Wetter sie ist oft recht verzagt hat viele Schmerzen, grüßt auch alle vie[l]mals. Oma Gattermayer geht es immer gleich, die linke Seite ist beynahe unbeweglich, so sind meine Freundinnen zusammengeschmolzen, die Rosi ist trauXXX Mein Befinden ist wied[er] ziemlich gut ich bin sehr hoch in die 70'' [sie ist 79] ''was kann man da soch [?] ansprächen. Der alten Laschenzky [?] geht es gut bis auf ihren gewöhnlichen Zustand. Bitte alle Bekannten grüßen mich herzlich. Die SchXXberger ist oft unwohl. Ich wünsche recht gute Feyertage Grüß herzliche Grüße an die gute Mutter, an deinen Mann und vielen Dank für seine Nachrichten während deinen Wochenbett Lebe wohl liebe Fanni es umarmt euch Euere Großmutter Fanni''
    
"Wochenbett“: sie heiraten 1872, Fanny Kobler ist 1796 geboren, Franzi Spängler wird 1877 in Wien geboren. Hier muss es ein (totes) Kind geben, von dem ich nichts Näheres weiß (siehe auch Brief vom Febr. und folgende Briefe!).
 
"Wochenbett“: sie heiraten 1872, Fanny Kobler ist 1796 geboren, Franzi Spängler wird 1877 in Wien geboren. Hier muss es ein (totes) Kind geben, von dem ich nichts Näheres weiß (siehe auch Brief vom Febr. und folgende Briefe!).