Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
14 Bytes entfernt ,  10:11, 25. Feb. 2023
K
Textersetzung - „„“ durch „"“
Zeile 12: Zeile 12:     
===Werwölfe===
 
===Werwölfe===
Ein Mensch in Wolfsgestalt, Werwolf genannt, ursprünglich einer, der für einen bestimmten Zeitraum in die Wildnis ging und dort außerhalb menschlicher Konventionen stand, ''wandelte sich vom Magier zum Teufelsbündner, der die „Herde“ der Christengemeinde dämonisch bedrohte.''“ Hexen und Werwölfe wurden in einen Topf geworfen und im [[1489]] verfassten „Hexenhammer“ finden sich Anleitungen, wie diese zu erkennen sind. [[Heinrich Kramer|Heinrich Institoris]], Lehrer, Theologe und Domprediger in der [[Stadt Salzburg]], meinte zum Werwolfglauben:
+
Ein Mensch in Wolfsgestalt, Werwolf genannt, ursprünglich einer, der für einen bestimmten Zeitraum in die Wildnis ging und dort außerhalb menschlicher Konventionen stand, "''wandelte sich vom Magier zum Teufelsbündner, der die "Herde“ der Christengemeinde dämonisch bedrohte.''“ Hexen und Werwölfe wurden in einen Topf geworfen und im [[1489]] verfassten "Hexenhammer“ finden sich Anleitungen, wie diese zu erkennen sind. [[Heinrich Kramer|Heinrich Institoris]], Lehrer, Theologe und Domprediger in der [[Stadt Salzburg]], meinte zum Werwolfglauben:
   −
:''Die Frage, ob es wirkliche Wölfe sind oder Teufel in Wolfsgestalt, ist nur so zu beantworten, dass es sich um wirkliche Wölfe handelt, die jedoch vom Teufel besessen sind.''“ (Anmerkung: Allein innerhalb von zwei Jahren verurteilte ein einziger Richter im französischen Jura 600 angeblich zu Werwölfen verwandelte Menschen zum (reinigenden) Feuertod.)  
+
:"''Die Frage, ob es wirkliche Wölfe sind oder Teufel in Wolfsgestalt, ist nur so zu beantworten, dass es sich um wirkliche Wölfe handelt, die jedoch vom Teufel besessen sind.''“ (Anmerkung: Allein innerhalb von zwei Jahren verurteilte ein einziger Richter im französischen Jura 600 angeblich zu Werwölfen verwandelte Menschen zum (reinigenden) Feuertod.)  
    
=== Wolfshatz===
 
=== Wolfshatz===
Über Jahrhunderte wurden ganze Dorfgemeinschaften zur Wolfshatz eingesetzt. Im [[Oberpinzgau]] (damals: [[Pfleggerichte|Gericht]] [[Pfleggericht Mittersill|Mittersill]]) wurden in den Jahren [[1627]] bis [[1645]] 40 Wölfe und 27 [[Luchs]]e erlegt oder ''zu Geräusch gebracht''“. Diese Treibjagden auf Wölfe dienten nicht nur der Verfolgung und Tötung der Raubtiere, sondern auch der Unterscheidung zwischen Gut und Böse, Zivilisation und Wildnis, Christentum und Zauberei. Die [[Lungau]]er [[Sagen und Legenden|Sage]] von den vier Wölfen erinnert noch an diese Zeit.  
+
Über Jahrhunderte wurden ganze Dorfgemeinschaften zur Wolfshatz eingesetzt. Im [[Oberpinzgau]] (damals: [[Pfleggerichte|Gericht]] [[Pfleggericht Mittersill|Mittersill]]) wurden in den Jahren [[1627]] bis [[1645]] 40 Wölfe und 27 [[Luchs]]e erlegt oder "''zu Geräusch gebracht''“. Diese Treibjagden auf Wölfe dienten nicht nur der Verfolgung und Tötung der Raubtiere, sondern auch der Unterscheidung zwischen Gut und Böse, Zivilisation und Wildnis, Christentum und Zauberei. Die [[Lungau]]er [[Sagen und Legenden|Sage]] von den vier Wölfen erinnert noch an diese Zeit.  
    
Im 17. Jahrhundert war noch ein Schussgeld von einem [[Gulden]] und 30 [[Kreuzer]]n für jeden erlegten Wolf ausgesetzt.
 
Im 17. Jahrhundert war noch ein Schussgeld von einem [[Gulden]] und 30 [[Kreuzer]]n für jeden erlegten Wolf ausgesetzt.
Zeile 35: Zeile 35:  
Debatteninhalt war vor allem die Frage, wie mit den heimlichen Einwanderern umzugehen ist. Erwartungsgemäß waren die Vertreter der [[Landwirtschaft]] und der [[Salzburger Bauern]] skeptisch bis ablehnend und wollen jedenfalls nicht die Anzahl von etwa 400 Wolfspaaren zulassen, die vom WWF als Potential für Österreich gesehen wird, sondern maximal ein Zehntel davon.  
 
Debatteninhalt war vor allem die Frage, wie mit den heimlichen Einwanderern umzugehen ist. Erwartungsgemäß waren die Vertreter der [[Landwirtschaft]] und der [[Salzburger Bauern]] skeptisch bis ablehnend und wollen jedenfalls nicht die Anzahl von etwa 400 Wolfspaaren zulassen, die vom WWF als Potential für Österreich gesehen wird, sondern maximal ein Zehntel davon.  
   −
Der Wildökologe Friedrich Reimoser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien will aus den oben angeführten Gründen dem Wolf in Österreich ein Lebensrecht zugestehen und plädiert gleichzeitig für einen fairen Schadensausgleich, was ein entsprechendes „Wolfs-Management“, inklusive [[Herdenschutz]], voraussetzt.
+
Der Wildökologe Friedrich Reimoser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien will aus den oben angeführten Gründen dem Wolf in Österreich ein Lebensrecht zugestehen und plädiert gleichzeitig für einen fairen Schadensausgleich, was ein entsprechendes "Wolfs-Management“, inklusive [[Herdenschutz]], voraussetzt.
    
===Sichtungen und Nachweise===
 
===Sichtungen und Nachweise===
Zeile 49: Zeile 49:  
*Jänner 2016: Derselbe Wolf oder ein Verwandter des Tieres, das im August 2014 im Bereich der Illingerbergalm gesichtet wurde – das muss erst geklärt werden, ist Anfang Jänner 2016 im Bereich von [[Hintersee (Ort)|Hintersee]] aufgetaucht. Zuerst war es eine Hirschkuh, später noch [[Reh]]e, die der Wolf in den Wäldern um Hintersee gerissen hat. Auch hat ein Jäger, der die Spur des Wolfes entdeckt hat, dessen Kot aufgefunden und eingesandt. Es wurde bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt. Dieser soll aus einer Population aus Slowenien stammen.
 
*Jänner 2016: Derselbe Wolf oder ein Verwandter des Tieres, das im August 2014 im Bereich der Illingerbergalm gesichtet wurde – das muss erst geklärt werden, ist Anfang Jänner 2016 im Bereich von [[Hintersee (Ort)|Hintersee]] aufgetaucht. Zuerst war es eine Hirschkuh, später noch [[Reh]]e, die der Wolf in den Wäldern um Hintersee gerissen hat. Auch hat ein Jäger, der die Spur des Wolfes entdeckt hat, dessen Kot aufgefunden und eingesandt. Es wurde bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt. Dieser soll aus einer Population aus Slowenien stammen.
   −
*Juni 2016: Ein Wolf riss mehrere Jungtiere – Lämmer und Kitze – auf einer Alm im Fuscher Tal. Noch steht eine DNA-Bestätigung aus, dass es sich bei dem Raubtier, auf dessen Konto die Risse gehen, tatsächlich um einen Wolf handelt. Der Wolfsexperte Georg Rauer, der die Spuren untersucht, ist jedoch der Meinung, dass es sich bei dem Tier, auf dessen Konto die getöteten [[Hausschaf|Lämmer]] und [[Hausziege|Kitze]] gehen, um „etwas Großes, Hundeartiges“ handelt.
+
*Juni 2016: Ein Wolf riss mehrere Jungtiere – Lämmer und Kitze – auf einer Alm im Fuscher Tal. Noch steht eine DNA-Bestätigung aus, dass es sich bei dem Raubtier, auf dessen Konto die Risse gehen, tatsächlich um einen Wolf handelt. Der Wolfsexperte Georg Rauer, der die Spuren untersucht, ist jedoch der Meinung, dass es sich bei dem Tier, auf dessen Konto die getöteten [[Hausschaf|Lämmer]] und [[Hausziege|Kitze]] gehen, um "etwas Großes, Hundeartiges“ handelt.
    
*13. Juli 2016: Ein Jäger findet die Losung eines Säugetiers im [[Pinzgau|Pinzgauer]] [[Stubachtal]] und lässt deren DNA analysieren. Das Ergebnis ist eindeutig: es handelt sich um einen Wolf. Ein anderer Jäger hat ebenfalls im Stubachtal seiner Meinung nach einen Wolf gesichtet. Man schließt nicht aus, dass jener Wolf, der im Stubachtal seine Spuren hinterlassen hat, derselbe ist, der im Fuscher Tal Kitze und Lämmer gerissen hat. Ob ein und dasselbe Tier oder ein zweites – gesichert ist, dass beide Wölfe zur dinarischen Population, die in [[Kroatien]] und [[Slowenien]] heimisch ist, gehören.
 
*13. Juli 2016: Ein Jäger findet die Losung eines Säugetiers im [[Pinzgau|Pinzgauer]] [[Stubachtal]] und lässt deren DNA analysieren. Das Ergebnis ist eindeutig: es handelt sich um einen Wolf. Ein anderer Jäger hat ebenfalls im Stubachtal seiner Meinung nach einen Wolf gesichtet. Man schließt nicht aus, dass jener Wolf, der im Stubachtal seine Spuren hinterlassen hat, derselbe ist, der im Fuscher Tal Kitze und Lämmer gerissen hat. Ob ein und dasselbe Tier oder ein zweites – gesichert ist, dass beide Wölfe zur dinarischen Population, die in [[Kroatien]] und [[Slowenien]] heimisch ist, gehören.

Navigationsmenü