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====Erster Versuch 1799====
 
====Erster Versuch 1799====
Von Salm veranlasste im Frühjahr [[1799]] den [[Pfleger]] im [[Mölltal]], einen begehbaren Weg vom Mölltal aus auf den Sattel unterhalb des Glockners zu finden und auf halbem Weg eine Hütte zu errichten, die spätere ''Salmhütte''.  Der schon vor 20 Jahren von Hacquet entdeckte Weg von [[Heiligenblut]] über das Leitertal wurde dann vorgeschlagen. Auf 2.700 [[m ü. A.]] errichtete man im Verlauf des Frühjahrs dann die ''Salmhütte''. Von dort wollte man dann über die ''Hohenwart-Scharte'' zur [[Adlersruhe]] aufsteigen, von wo aus man den Gipfel angehen wollte.
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Von Salm veranlasste im Frühjahr [[1799]] den [[Pfleger]] im [[Mölltal]], einen begehbaren Weg vom Mölltal aus auf den Sattel unterhalb des Glockners zu finden und auf halbem Weg eine Hütte zu errichten, die spätere ''Salmhütte''.  Der schon vor 20 Jahren von Hacquet entdeckte Weg von [[Heiligenblut]] über das Leitertal wurde dann vorgeschlagen. Auf 2 700 [[m ü. A.]] errichtete man im Verlauf des Frühjahrs dann die ''Salmhütte''. Von dort wollte man dann über die ''Hohenwart-Scharte'' zur [[Adlersruhe]] aufsteigen, von wo aus man den Gipfel angehen wollte.
    
Im Juni 1799 wäre es fast den beiden Brüdern Klotz bei ihrem ersten Erkundungsgang gelungen, den Gipfel zu erklimmen. Aber ein Schneesturm hinderte sie daran und auch ein zweiter Versuch im Juli gelang nicht: das 144 m lange Seil reichte nicht, es fehlte eine 12 bis 15 m lange Leiter.  
 
Im Juni 1799 wäre es fast den beiden Brüdern Klotz bei ihrem ersten Erkundungsgang gelungen, den Gipfel zu erklimmen. Aber ein Schneesturm hinderte sie daran und auch ein zweiter Versuch im Juli gelang nicht: das 144 m lange Seil reichte nicht, es fehlte eine 12 bis 15 m lange Leiter.  
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Die ''Salmhütte'' stand dann Ende Juli und Anfang August begann man mit dem Transport der nötigen mathematischen Instrumente, die man für die Vermessung brauchte, auf die Salmhütte.  Am [[16. August]] reiste der Fürstbistof mit den Herren Sigmund von Hohenwart und seinem Lehrer Franz Freiherr von Wulfen, einem Theologen und Botaniker<ref>bekannt geworden mit der ''Wulfenia''</ref> und weiteren fünf Herren, die weiter unten erläutert werden, sowie großem Gefolge an. Drei Tage brauchte man für die 175 km von Klagenfurt nach Heiligenblut in der Kutsche. Am [[19. August]] stieg die "Großexpedition" trotz schlechtem Wetters zur Salmhütte auf. Personal: 30 Personen und 13 Pferde. In der Salmhütte kochte Salms Koch ein hervorragendes Abendessen, das u. a. mit einem Fässchen Wein und Ananas verfeinert wurde - in 2.800 m ü. A.! Aber das schlechte Wetter blieb und nach vier Tagen stieg man wieder nach Heiligenblut ab.
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Die ''Salmhütte'' stand dann Ende Juli und Anfang August begann man mit dem Transport der nötigen mathematischen Instrumente, die man für die Vermessung brauchte, auf die Salmhütte.  Am [[16. August]] reiste der Fürstbistof mit den Herren Sigmund von Hohenwart und seinem Lehrer Franz Freiherr von Wulfen, einem Theologen und Botaniker<ref>bekannt geworden mit der ''Wulfenia''</ref> und weiteren fünf Herren, die weiter unten erläutert werden, sowie großem Gefolge an. Drei Tage brauchte man für die 175 km von Klagenfurt nach Heiligenblut in der Kutsche. Am [[19. August]] stieg die "Großexpedition" trotz schlechtem Wetters zur Salmhütte auf. Personal: 30 Personen und dreizehn Pferde. In der Salmhütte kochte Salms Koch ein hervorragendes Abendessen, das u. a. mit einem Fässchen Wein und Ananas verfeinert wurde - in 2&nbsp;800 m ü. A.! Aber das schlechte Wetter blieb und nach vier Tagen stieg man wieder nach Heiligenblut ab.
    
==Der Kleinglockner ist nicht der Großglockner==
 
==Der Kleinglockner ist nicht der Großglockner==
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Am [[28. Juli]] begann die Karawane ihren neuerlichen aufstieg gegen den Glocknergipfel und erreichte die Salmhütte. Am nächsten Tag, dem [[29. Juli]] stieg man zur Adlersruhe auf. Und als erste Menschen am Gipfel des Großglockners waren an diesem Tag vier Zimmerleute, unter ihnen die Brüder Klotz, die das 3,8 m hohe Gipfelkreuz errichteten, sowie Pfarrer Horasch. Stanig stellte am Gipfel des Großglockners einen Kasten mit einem Barometer auf, der bis 1852 dort stehen sollte.  Währenddessen erklommen Vierthaler, Hoppe und Hohenwart den Kleinglockner.
 
Am [[28. Juli]] begann die Karawane ihren neuerlichen aufstieg gegen den Glocknergipfel und erreichte die Salmhütte. Am nächsten Tag, dem [[29. Juli]] stieg man zur Adlersruhe auf. Und als erste Menschen am Gipfel des Großglockners waren an diesem Tag vier Zimmerleute, unter ihnen die Brüder Klotz, die das 3,8 m hohe Gipfelkreuz errichteten, sowie Pfarrer Horasch. Stanig stellte am Gipfel des Großglockners einen Kasten mit einem Barometer auf, der bis 1852 dort stehen sollte.  Währenddessen erklommen Vierthaler, Hoppe und Hohenwart den Kleinglockner.
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Die Hauptarbeiten an diesen Tagen lagen jedoch bei Schiegg, der vor allem die Vermessung des Großglockners erledigte: er berechnete die genaue geografische Länge und Breite, ermittelte den Siedepunkt des Wasser auf der Hohenwart-Scharte (3.182 m ü A.), der bei 92° C lag<ref>ein halber Liter Wasser, befeuert von einem Weingeistfeuer, brauchte 10 Minuten)</ref>, er verglich seinen Ruhepuls (93) mit jenem im Tal (72). Er klärte die genaue Höhe vom [[Wiesbachhorn]] - 134 m niedriger als der Großglockner und anderes mehr.
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Die Hauptarbeiten an diesen Tagen lagen jedoch bei Schiegg, der vor allem die Vermessung des Großglockners erledigte: er berechnete die genaue geografische Länge und Breite, ermittelte den Siedepunkt des Wasser auf der Hohenwart-Scharte (3&nbsp;182 m ü A.), der bei 92° C lag<ref>ein halber Liter Wasser, befeuert von einem Weingeistfeuer, brauchte 10 Minuten)</ref>, er verglich seinen Ruhepuls (93) mit jenem im Tal (72). Er klärte die genaue Höhe vom [[Wiesbachhorn]] - 134 m niedriger als der Großglockner und anderes mehr.
    
Am [[30. Juli]] stieg dann die gesamte Expedition wieder nach Heiligenblut ab.
 
Am [[30. Juli]] stieg dann die gesamte Expedition wieder nach Heiligenblut ab.

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