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Todesumstände
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Kommerzialrätin '''Fanny Heilmayr ''' (* [[8. April]] [[1880]] in der [[Stadt Salzburg]]; † 8. April [[1938]]) war eine moderne Frau und ihrer Zeit um Jahre voraus. Die [[Mitglieder des Salzburger Gemeinderates|Salzburger Gemeinderätin]] hatte nicht nur beruflich das Steuer fest in der Hand. Ein tragischer Unfall beendete ihr rasantes Leben.
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Kommerzialrätin '''Franziska „Fanny“ Heilmayr ''' (* [[8. April]] [[1880]] in der [[Stadt Salzburg]]; † 8. April [[1938]]) war eine moderne Frau und ihrer Zeit um Jahre voraus. Die [[Mitglieder des Salzburger Gemeinderates|Salzburger Gemeinderätin]] hatte nicht nur beruflich das Steuer fest in der Hand. Ein tragischer Unfall beendete ihr rasantes Leben.
    
== Leben ==
 
== Leben ==
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[[1923]] wurde die 43-jährige Unternehmerin für die [[GDVP|Großdeutsche Volkspartei]] in den Salzburger Gemeinderat gewählt.
 
[[1923]] wurde die 43-jährige Unternehmerin für die [[GDVP|Großdeutsche Volkspartei]] in den Salzburger Gemeinderat gewählt.
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Ihr Engagement war vielfältig und breit gefächert. Heilmayr unterstützte die Errichtung eines Säuglingsheimes und sprach sich gegen eine Sammeltätigkeit für „Negerkinder“ aus, solange es genügend einheimische arme Kinder gebe. Sie schlug vor, dass die Stadtgemeinde stärker im [[Kuratorium der Salzburger Festspiele]] vertreten sein solle und dass der Strompreiszuschlag eingestellt und seitens des [[Städtische Elektrizitätswerke Salzburg|Elektrizitätswerkes]] rückerstattet wird. Sie nahm damit zu einem völlig „unweiblichen“ Thema Stellung, besaß aber aufgrund ihrer Unternehmertätigkeit die notwendige Fachkenntnis darüber. Im männlich dominierten Stadtratskollegium war sie deswegen nicht unumstritten. Der [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] sprach ihr damals seine Missbilligung aus. Heilmayr war aber auch selbstbewusst genug, um unentschuldigt Gemeinderatssitzungen fernzubleiben. Aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Parteiführung kehrte sie [[1930]] der Politik den Rücken.
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Ihr Engagement war vielfältig und breit gefächert. Heilmayr unterstützte die Errichtung eines Säuglingsheimes und sprach sich gegen eine Sammeltätigkeit für „Negerkinder“ aus, solange es genügend einheimische arme Kinder gebe. Sie schlug vor, dass die Stadtgemeinde stärker im [[Kuratorium der Salzburger Festspiele]] vertreten sein solle und dass der Strompreiszuschlag eingestellt und seitens des [[Städtische Elektrizitätswerke Salzburg|Elektrizitätswerkes]] rückerstattet werde. Sie nahm damit zu einem völlig „unweiblichen“ Thema Stellung, besaß aber aufgrund ihrer Unternehmertätigkeit die notwendige Fachkenntnis darüber. Im männlich dominierten [[Salzburger Stadtrat|Stadtratskollegium]] war sie deswegen nicht unumstritten. Der [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] sprach ihr damals seine Missbilligung aus. Heilmayr war aber auch selbstbewusst genug, um unentschuldigt Gemeinderatssitzungen fernzubleiben. Aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Parteiführung kehrte sie [[1930]] der Politik den Rücken.
    
[[1932]] wurde ihr als erste Frau in Salzburg der Berufstitel "Kommerzialrat" verliehen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19510313&query=%22Fanny+Heilmayr%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 13. März 1951, Seite 3 sowie [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19320220&query=%22Fanny+Heilmayr%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 20. Februar 1932, Seite 8</ref>
 
[[1932]] wurde ihr als erste Frau in Salzburg der Berufstitel "Kommerzialrat" verliehen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19510313&query=%22Fanny+Heilmayr%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 13. März 1951, Seite 3 sowie [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19320220&query=%22Fanny+Heilmayr%22&ref=anno-search&seite=8 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 20. Februar 1932, Seite 8</ref>
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„Sie war im Vergleich zu den anderen Frauen in der Salzburger Politik sicher unangepasst“, so Veits-Falk. Selbstbewusst überschritt die unkonventionelle Gemeinderätin beruflich und privat vorherrschende Rollenzuschreibungen. „Dachte aber nicht viel darüber nach, sondern machte es einfach.“ So war Heilmayr eine leidenschaftliche Autofahrerin und vom technischen Fortschritt begeistert. Diese Begeisterung wurde ihr schließlich zum Verhängnis. An ihrem 58. Geburtstag, am 8. April 1938, starb sie an den Folgen eines Autounfalls. Die genauen Ursachen sind ungeklärt. Ironischerweise steht ihr Tod in Zusammenhang mit dem groß inszenierten Spatenstich für die [[Reichsautobahn]] auf dem [[Walserberg]] durch [[Adolf Hitler]] am [[7. April]] 1938. Heilmayr dürfte bei den Feierlichkeiten am Konvoi teilgenommen haben und verunglückt sein.
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„Sie war im Vergleich zu den anderen Frauen in der Salzburger Politik sicher unangepasst“, so Veits-Falk. Selbstbewusst überschritt die unkonventionelle Gemeinderätin beruflich und privat vorherrschende Rollenzuschreibungen. „Dachte aber nicht viel darüber nach, sondern machte es einfach.“ So war Heilmayr eine leidenschaftliche Autofahrerin und vom technischen Fortschritt begeistert. Diese Begeisterung wurde ihr schließlich zum Verhängnis:
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An ihrem 58. Geburtstag, am 8. April 1938, war sie mit dem Auto beruflich auf dem Weg nach [[Bad Reichenhall]] und musste vor dem Zollschranken anhalten. Als sie, am Schlagbaum lehnend, auf den Abschluss der Prüfung ihrer Papiere durch die Zollbeamten wartete, nahte von der bayrischen Seite ein Wagen, dessen Lenker die geschlossenen Zollschranken übersah und der in voller Fahrt dagegenkrachte. Dadurch wurde der Eisenbügel, in dem das eine Ende des Schlagbaums ruhte, mit solcher Gewalt emporgeschleudert, dass Fanny Heilmayr heftig am Kopf getroffen wurde, einen Schädelbruch erlitt und bald darauf verschied.<ref>{{Salzburger Zeitung]] vom 9. April 1938, S. 11: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19380409&query=%22stau+Zauug%22+%22fjeilmauet+Opfer+eines+tragischen%22+%22siutouusalles%22+%221938%22&ref=anno-search&seite=15 Kunstmühlenbesitzerin Frau Franziska Heilmayer Opfer eines tragischen Autounfalles]</ref>
    
== Quellen ==
 
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* [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf Fanny Heilmayr, [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19380006&zoom=2&seite=00000204 78, 1938, 204]
 
* [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf Fanny Heilmayr, [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19380006&zoom=2&seite=00000204 78, 1938, 204]
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{{SORTIERUNG:Heilmayr, Fanny}}
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{{SORTIERUNG:Heilmayr, Franziska}}
 
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[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]

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