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| | Auf der Inschlagalpe südwestlich des Bergbaurevieres Nöckelberg, bzw. unmittelbar nördlich des Bergbaurevieres Vogelhalte in 1150 bis 1400 m ü. A. entdeckte man Rohmagnesiterz, das man im 20. Jahrhundert abgebaut hat. | | Auf der Inschlagalpe südwestlich des Bergbaurevieres Nöckelberg, bzw. unmittelbar nördlich des Bergbaurevieres Vogelhalte in 1150 bis 1400 m ü. A. entdeckte man Rohmagnesiterz, das man im 20. Jahrhundert abgebaut hat. |
| | ==Abbauperioden und Gewerken== | | ==Abbauperioden und Gewerken== |
| − | Laut Lahnsteiner gab es der Überlieferung nach schon um 1200 kleine Abbaue in Permooseck und Gunzenreit im Gemeindegebiet von Leogang. Die Abbaugebiete im Schwarzleotal werden urkundlich zum ersten Mal im Jahr [[1425]] erwähnt. [[1434]] wird den [[Friesach]]er Bürgern Niclas Stockarawer und Hans Schmelzer erlaubt, in der Lewgane und in [[ThumersbachTumerspach]] „alte, verlegene Paue abgabenfrei auf sechs Jahre zu bearbeiten.“ (Lahnsteiner) | + | Laut Lahnsteiner gab es der Überlieferung nach schon um 1200 kleine Abbaue in Permooseck und Gunzenreit im Gemeindegebiet von Leogang. Die Abbaugebiete im Schwarzleotal werden urkundlich zum ersten Mal im Jahr [[1425]] erwähnt. [[1434]] wird den [[Friesach]]er Bürgern Niclas Stockarawer und Hans Schmelzer erlaubt, in der Lewgane und in [[Thumersbach|Tumerspach]] „alte, verlegene Paue abgabenfrei auf sechs Jahre zu bearbeiten.“ (Lahnsteiner) |
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| | [[1585]] sind die bayrischen Gewerken Alexander Schöttl und Matthias Röchseisen „in der Schwarzleo“ bergmännisch tätig. Sie kauften in Hütten eine Hufschmiede und planten, dort eine Schmelzhütte zu errichten. Beim Erzbischof beantragten sie die Nutzungsrechte des Waldes im Winkl am Winklberg und den Schattseitwald zu [[Grießen]] unter dem Horn. Erstere wurden bewilligt und dazu noch „andere 600 Stamm zum Pucher, Schmelzhütte und Kohlbarm“. (Lahnsteiner) | | [[1585]] sind die bayrischen Gewerken Alexander Schöttl und Matthias Röchseisen „in der Schwarzleo“ bergmännisch tätig. Sie kauften in Hütten eine Hufschmiede und planten, dort eine Schmelzhütte zu errichten. Beim Erzbischof beantragten sie die Nutzungsrechte des Waldes im Winkl am Winklberg und den Schattseitwald zu [[Grießen]] unter dem Horn. Erstere wurden bewilligt und dazu noch „andere 600 Stamm zum Pucher, Schmelzhütte und Kohlbarm“. (Lahnsteiner) |
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| | Ab [[1591]] treten die [[Rosenberger]] als Gewerken auf den Plan. Carl Rosenberger und Hans Marquart jammern über den schlechten Ertrag, treiben aber [[1593]] dennoch „den Herrenstollen 320 Klafter tief ins Gebirge hinein. Sie haben elf Lehenschaften (Erzörter) in Betrieb, 60 Knappen im Berg, 7125 Pfund Blei, 2400 Pfund Kupfer und einiges Silber gewonnen und 1593 einen Reingewinn von 1317 Gulden erzielt.“ (Lahnsteiner) | | Ab [[1591]] treten die [[Rosenberger]] als Gewerken auf den Plan. Carl Rosenberger und Hans Marquart jammern über den schlechten Ertrag, treiben aber [[1593]] dennoch „den Herrenstollen 320 Klafter tief ins Gebirge hinein. Sie haben elf Lehenschaften (Erzörter) in Betrieb, 60 Knappen im Berg, 7125 Pfund Blei, 2400 Pfund Kupfer und einiges Silber gewonnen und 1593 einen Reingewinn von 1317 Gulden erzielt.“ (Lahnsteiner) |
| − | Der Sage nach haben die Leoganger Knappen ihre Stollen damals so weit Richtung [[Glemmtal]] getrieben, dass sie die Kirchenglocken der [[Saalbach]]er Kirche läuten gehört haben sollen. | + | Der Sage nach haben die Leoganger Knappen ihre Stollen damals so weit Richtung [[Glemmtal]] getrieben, dass sie die Kirchenglocken der [[Saalbach]]er Kirche läuten gehört haben sollen. |
| − | Das in Leogang gewonnene Silber war in der Qualität erstklassig und wurden daraus vom Pfennigmeister Hans Empacher die berühmten [[Salzburger Silbertaler]] geprägt. | + | |
| | + | Das in Leogang gewonnene Silber war in der Qualität erstklassig und wurden daraus vom Pfennigmeister Hans Empacher die berühmten [[Salzburger Silbertaler]] geprägt. |
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| | ==Wirtschaftlicher Aufschwung== | | ==Wirtschaftlicher Aufschwung== |
| | Ab [[1680]] nahm der Bergbau in Leogang einen kräftigen Aufschwung, der Ertrag steigerte sich um das fünf- bis siebenfache. [[1681]] tritt als Gewerke der Gastwirt Hans Pirmbacher auf und beginnt auf der Kieprandtalm mit dem Abbau von Eisenerz. [[1691]] suchen Wilhelm Kobalt, Virgil Hölzl von [[Salzburg]], die Burger Hans Lechner, Benedikt Rieder, Christian Schläffer und Hans Stöckl, alle aus [[Saalfelden]], beim Erzbischof um die Genehmigung für die Fortsetzung der bereits bestehenden Bergwerke und um die Berechtigung zu Neuschürfen an. Unter der Bedingung, dass sie katholisch bleiben, wird ihnen das gestattet und auch das nötige Holz für den Bergbau und für die Schmelzöfen zugewiesen. Für Neuaufschläge bekommen sie für drei Jahre Abgabenfreiheit und errichten in der Folge ein „Verweshaus“ (Verwalterhaus), heute Forsthaus, in Hütten. Dort stehen im Jahr [[1702]] dieses Verweshaus, eine neue Schmelzhütte und ein Röstofen. Da dieser zu nahe bei den anderen Gebäuden steht und die erzeugte Hitze deren Dächer mehrfach zum Brennen brachte, wurde ein neuer Röstofen auf dem Grieß, jenseits des Baches erbaut. Bereits damals kommt es zu Entschädigungsforderungen für Rauchschäden an den Feldfrüchten. [[1717]] scheint Silvester von Pruggheim als Gewerke auf. | | Ab [[1680]] nahm der Bergbau in Leogang einen kräftigen Aufschwung, der Ertrag steigerte sich um das fünf- bis siebenfache. [[1681]] tritt als Gewerke der Gastwirt Hans Pirmbacher auf und beginnt auf der Kieprandtalm mit dem Abbau von Eisenerz. [[1691]] suchen Wilhelm Kobalt, Virgil Hölzl von [[Salzburg]], die Burger Hans Lechner, Benedikt Rieder, Christian Schläffer und Hans Stöckl, alle aus [[Saalfelden]], beim Erzbischof um die Genehmigung für die Fortsetzung der bereits bestehenden Bergwerke und um die Berechtigung zu Neuschürfen an. Unter der Bedingung, dass sie katholisch bleiben, wird ihnen das gestattet und auch das nötige Holz für den Bergbau und für die Schmelzöfen zugewiesen. Für Neuaufschläge bekommen sie für drei Jahre Abgabenfreiheit und errichten in der Folge ein „Verweshaus“ (Verwalterhaus), heute Forsthaus, in Hütten. Dort stehen im Jahr [[1702]] dieses Verweshaus, eine neue Schmelzhütte und ein Röstofen. Da dieser zu nahe bei den anderen Gebäuden steht und die erzeugte Hitze deren Dächer mehrfach zum Brennen brachte, wurde ein neuer Röstofen auf dem Grieß, jenseits des Baches erbaut. Bereits damals kommt es zu Entschädigungsforderungen für Rauchschäden an den Feldfrüchten. [[1717]] scheint Silvester von Pruggheim als Gewerke auf. |