| − | Berichte über Vorkommen und wirtschaftliche Nutzung des Edelkrebses in Salzburg reichen bis in das [[15. Jahrhundert]] zurück. Bei den [[Salzburger Erzbischöfe]]n waren die Krebse als Speise hoch geschätzt. Sie bezogen die Tiere hauptsächlich aus dem [[Zeller See]], dessen Krebsreichtum im [[16. Jahrhundert]] außerordentlich war. So betrug um 1560 der „Krebsendienst“, die dem [[Salzburger Fürstenhof|erzbischöflichen Hof]] zu dienende Abgabe, 13 900 Stück (Mindestmaß "ohne Scheren, Kopf und Zagl" neun Zentimeter) pro Jahr. Die Krebse wurden vom St.-Ulrichs-Tag (4. Juli) bis zu [[Rupert von Worms|Ruperti]] (24. September) gefangen und geliefert. Zuerst musste der [[Pfleger]] oder Seeinspektor, wie bei allen Fischlieferungen, die dem Hof zu liefernden Krebse besichtigen und ausmustern. Von dem Krebsfangergebnis wurden nur zwei Drittel an den Hof geliefert, ein Drittel erhielt gegen Fanggeld der Pfleger von [[Kaprun]]. Dann wurden die ausgewählten Tiere zu 500 bis 700 Stück in Säcke gefüllt, die zugesiegelt wurden. Sie wurden vom Jahr 1665 an von eigenen Hofkrebsträgerinnen nach [[Salzburg]] getragen. Man kann sich vorstellen, in welchem Zustand die Krebse in Salzburg ankamen. In der Regel waren in [[Zell am See|Zell]] drei Krebsenträgerinnen, die wöchentlich die Krebse nach Salzburg trugen; sie erhielten jährlich je zwei Metzen Roggen und Korn sowie für jeden Gang und für 200 Krebse 1 [[Gulden]] 30 Kreuzer. Für jede Krebsenlieferung stellte der Pfleger (wie für jede Fischlieferung) einen Schein aus, der an den Pässen und bei Revisionen vorzuzeigen, bei der Ablieferung zu bestätigen und bei der Heimkunft wieder abzuliefern war. Begehrt waren die Krebse auch im Ausland und nicht zuletzt bei Dieben, die sich durch schwere Strafen nicht abhalten ließen. Der Krebsbestand des Zeller Sees ging im Laufe der Jahrhunderte insbesondere durch Einleitung von Bergbauabwässern stark zurück. | + | Berichte über Vorkommen und wirtschaftliche Nutzung des Edelkrebses in Salzburg reichen bis in das [[15. Jahrhundert]] zurück. Bei den [[Salzburger Erzbischöfe]]n waren die Krebse als Speise hoch geschätzt. Sie bezogen die Tiere hauptsächlich aus dem [[Zeller See]], dessen Krebsreichtum im [[16. Jahrhundert]] außerordentlich war. So betrug um 1560 der „Krebsendienst“, die dem [[Salzburger Fürstenhof|erzbischöflichen Hof]] zu dienende Abgabe, 13 900 Stück (Mindestmaß "ohne Scheren, Kopf und Zagl" neun Zentimeter) pro Jahr. Die Krebse wurden vom St.-Ulrichs-Tag (4. Juli) bis zu [[Rupert von Worms|Ruperti]] (24. September) gefangen und geliefert. Zuerst musste der [[Pfleger]] oder Seeinspektor, wie bei allen Fischlieferungen, die dem Hof zu liefernden Krebse besichtigen und ausmustern. Von dem Krebsfangergebnis wurden nur zwei Drittel an den Hof geliefert, ein Drittel erhielt gegen Fanggeld der Pfleger von [[Kaprun]]. Dann wurden die ausgewählten Tiere zu 500 bis 700 Stück in Säcke gefüllt, die zugesiegelt wurden. Sie wurden vom Jahr 1665 an von eigenen Hofkrebsträgerinnen nach Salzburg getragen. Man kann sich vorstellen, in welchem Zustand die Krebse in Salzburg ankamen. In der Regel waren in [[Zell am See|Zell]] drei Krebsenträgerinnen, die wöchentlich die Krebse nach Salzburg trugen; sie erhielten jährlich je zwei Metzen Roggen und Korn sowie für jeden Gang und für 200 Krebse 1 [[Gulden]] 30 Kreuzer. Für jede Krebsenlieferung stellte der Pfleger (wie für jede Fischlieferung) einen Schein aus, der an den Pässen und bei Revisionen vorzuzeigen, bei der Ablieferung zu bestätigen und bei der Heimkunft wieder abzuliefern war. Begehrt waren die Krebse auch im Ausland und nicht zuletzt bei Dieben, die sich durch schwere Strafen nicht abhalten ließen. Der Krebsbestand des Zeller Sees ging im Laufe der Jahrhunderte insbesondere durch Einleitung von Bergbauabwässern stark zurück. |
| | Um die Wende zum [[20. Jahrhundert]] wurde in Mitteleuropa mit nordamerikanischen Krebsen die Krebspest eingeschleppt. Dieser Krankheit fiel bis in die [[1950er]]-Jahre der Großteil der Krebsbestände Österreichs und Deutschlands zum Opfer, insbesondere auch jener des Zeller Sees. | | Um die Wende zum [[20. Jahrhundert]] wurde in Mitteleuropa mit nordamerikanischen Krebsen die Krebspest eingeschleppt. Dieser Krankheit fiel bis in die [[1950er]]-Jahre der Großteil der Krebsbestände Österreichs und Deutschlands zum Opfer, insbesondere auch jener des Zeller Sees. |