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Als Ferdinands ältester Bruder [[Kaiser Franz II./I.|Franz]] von Kaiser Joseph II. nach Wien beordert wurde, um zum künftigen Kaiser erzogen zu werden, Ferdinand hingegen in der Toskana verblieb, rückte Manfredini zu seinem ''Ajo'' (Hofmeister und Erzieher) auf. Als Erzieher erwarb sich Manfredini Erzherzog Ferdinands Vertrauen im vollsten Maße.  
 
Als Ferdinands ältester Bruder [[Kaiser Franz II./I.|Franz]] von Kaiser Joseph II. nach Wien beordert wurde, um zum künftigen Kaiser erzogen zu werden, Ferdinand hingegen in der Toskana verblieb, rückte Manfredini zu seinem ''Ajo'' (Hofmeister und Erzieher) auf. Als Erzieher erwarb sich Manfredini Erzherzog Ferdinands Vertrauen im vollsten Maße.  
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[[1789]] bis [[1792]] weilte Manfredini meist fern von Florenz, wohnte z. B. 1789 im Türkenkrieg der Belagerung von Belgrad bei, diente im Übrigen am Kaiserhof in Wien.  
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[[1789]] bis [[1792]] weilte Manfredini meist fern von Florenz, wohnte z. B. 1789 im Türkenkrieg der Belagerung von Belgrad bei, diente im Übrigen am Kaiserhof in Wien.
    
===In Salzburg===
 
===In Salzburg===
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Als dirigierender Staatsminister hatte Manfredini den ersten Platz in der Regierung und nahm auch auf die inneren Geschäfte entscheidenden Einfluss.<ref>So berichtet Staatsratssekretär [[Josef Felner]] in seiner Denkschrift (Bd.&nbsp;I S.&nbsp;125 und 125’), hier zitiert nach Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S.&nbsp;114.</ref>
 
Als dirigierender Staatsminister hatte Manfredini den ersten Platz in der Regierung und nahm auch auf die inneren Geschäfte entscheidenden Einfluss.<ref>So berichtet Staatsratssekretär [[Josef Felner]] in seiner Denkschrift (Bd.&nbsp;I S.&nbsp;125 und 125’), hier zitiert nach Hintner, ''Josef Felner'' (1997) S.&nbsp;114.</ref>
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Er war Humanist, liebte das Schöne und Gute, vor allem aber die Kunst, war leutselig, beredsam, Anhänger der Ansichten der Josephinischen Zeit; allerdings war seine Natur zu schwärmerisch und er ließ sich von den Ideen seiner Zeit allzusehr beherrschen.<ref>Reumont, ''Manfredini und Carletti'' S. 100.</ref>  
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Er war Humanist, liebte das Schöne und Gute, vor allem aber die Kunst, war leutselig, beredsam, Anhänger der Ansichten der Josephinischen Zeit; allerdings war seine Natur zu schwärmerisch und er ließ sich von den Ideen seiner Zeit allzusehr beherrschen.<ref>Reumont, ''Manfredini und Carletti'' S. 100.</ref>
    
In Salzburg fand er eine sehr geteilte Aufnahme. Während die einen seine hohe Bildung, sein offenes Wesen und seine Freigebigkeit lobten, tadelten die anderen sein selbstherrliches, überstürztes und zum Teil unüberlegtes Handeln.<ref>Laut Felner, hier zitiert nach Hintner aaO S.&nbsp;115.</ref>
 
In Salzburg fand er eine sehr geteilte Aufnahme. Während die einen seine hohe Bildung, sein offenes Wesen und seine Freigebigkeit lobten, tadelten die anderen sein selbstherrliches, überstürztes und zum Teil unüberlegtes Handeln.<ref>Laut Felner, hier zitiert nach Hintner aaO S.&nbsp;115.</ref>
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Als er die Staatsgeschäfte in Salzburg übernahm, hatte er nicht die geringste Ahnung von Land, Leuten, Verfassung, Sitten, Gebräuchen, usw. Sein Verhältnis zu den salzburgischen Beamten war nicht gut. Einerseits bemächtigten sich Intriganten und Heuchler seines Zutrauens, andererseits entfernten sich Staatsmänner, die sich von ihm zurückgesetzt wähnten, ''„indem er sie langweilige Schulfüchse, Actendrescher, Schlendrianisten, etc. nannte, welche auch das geringste Geschäft nicht abzuthun vermöchten, ohne vorerst Folianten geschrieben zu haben.“'' Er wollte jedoch, wie sein Fürst, das Beste für das Land. Wenn er auch manchmal eine Sache überstürzte, so tat er doch auch in Salzburg viel Gutes, denn er setzte sich für die Verbesserung der Lage der Bevölkerung ebenso ein, wie er später die Lasten des Krieges mit Erfolg zu vermindern verstand. An Fehltritten waren oft seine Ratgeber schuld.<ref>Felner und Emmer, zitiert nach Hintner aaO S.&nbsp;115 bzw. 116.</ref>
 
Als er die Staatsgeschäfte in Salzburg übernahm, hatte er nicht die geringste Ahnung von Land, Leuten, Verfassung, Sitten, Gebräuchen, usw. Sein Verhältnis zu den salzburgischen Beamten war nicht gut. Einerseits bemächtigten sich Intriganten und Heuchler seines Zutrauens, andererseits entfernten sich Staatsmänner, die sich von ihm zurückgesetzt wähnten, ''„indem er sie langweilige Schulfüchse, Actendrescher, Schlendrianisten, etc. nannte, welche auch das geringste Geschäft nicht abzuthun vermöchten, ohne vorerst Folianten geschrieben zu haben.“'' Er wollte jedoch, wie sein Fürst, das Beste für das Land. Wenn er auch manchmal eine Sache überstürzte, so tat er doch auch in Salzburg viel Gutes, denn er setzte sich für die Verbesserung der Lage der Bevölkerung ebenso ein, wie er später die Lasten des Krieges mit Erfolg zu vermindern verstand. An Fehltritten waren oft seine Ratgeber schuld.<ref>Felner und Emmer, zitiert nach Hintner aaO S.&nbsp;115 bzw. 116.</ref>
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Nachdem Kurfürst Ferdinand im Oktober [[1805]] geflohen war und die Franzosen Salzburg besetzt hatten, blieb Manfredini an der Spitze der Regierung, bis der österreichische Besitzergreifungs- und Hofkommissär [[Christian Graf Aicholt|Graf Aicholt]] im März 1806 – Salzburg war, als bescheidener Ausgleich für die mit der österreichischen Niederlage verbundenen Gebietsverluste, dem Kaistertum Österreich zugesprochen worden – die Regierungsgeschäfte übernahm.
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Nachdem Kurfürst Ferdinand im Oktober [[1805]] geflohen war und die Franzosen Salzburg besetzt hatten, blieb Manfredini an der Spitze der Regierung, bis der österreichische Besitzergreifungs- und Hofkommissär [[Christian Graf von Aicholt|Graf Aicholt]] im März 1806 – Salzburg war, als bescheidener Ausgleich für die mit der österreichischen Niederlage verbundenen Gebietsverluste, dem Kaistertum Österreich zugesprochen worden – die Regierungsgeschäfte übernahm.
    
Felner charakterisierte ihn als einen ''„aufgeklärten, hellsehenden, schnell faßenden, stets auf das Interesse sowohl seines Herrn, als des Ah. Kaiserhauses emsig bedachten, alle Schmeicheley, wie jeden überflüßigen Wortkram tödtlich haßenden Staatsmann. … Es wäre ein wahrer Verlust für die Geschichte, wenn seine, im klaßischen Französisch geschriebenen Memoiren der Welt vorenthalten würden.“''<ref>Felner, zitiert nach Hintner aaO S.&nbsp;116.</ref>
 
Felner charakterisierte ihn als einen ''„aufgeklärten, hellsehenden, schnell faßenden, stets auf das Interesse sowohl seines Herrn, als des Ah. Kaiserhauses emsig bedachten, alle Schmeicheley, wie jeden überflüßigen Wortkram tödtlich haßenden Staatsmann. … Es wäre ein wahrer Verlust für die Geschichte, wenn seine, im klaßischen Französisch geschriebenen Memoiren der Welt vorenthalten würden.“''<ref>Felner, zitiert nach Hintner aaO S.&nbsp;116.</ref>
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Auch einige unter ungeklärten Umständen erworbene Salzburger Kunstwerke begleiteten ihn.
 
Auch einige unter ungeklärten Umständen erworbene Salzburger Kunstwerke begleiteten ihn.
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Seine Gemäldesammlung vermachte Manfredini dem Priesterseminar Venedigs (Seminario Patriarcale di Venezia); die nach ihm benannte ''Pinacoteca Manfrediniana'' in Venedig präsentiert diesen Bestand.  
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Seine Gemäldesammlung vermachte Manfredini dem Priesterseminar Venedigs (Seminario Patriarcale di Venezia); die nach ihm benannte ''Pinacoteca Manfrediniana'' in Venedig präsentiert diesen Bestand.
    
Was mit seinen Memoiren geschah, wissen wir nicht.
 
Was mit seinen Memoiren geschah, wissen wir nicht.

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