| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| | [[Bild:Privgym_1.jpg|thumb|Das Missionshaus der [[Herz-Jesu-Missionare]] im Schloss Schönleiten]] | | [[Bild:Privgym_1.jpg|thumb|Das Missionshaus der [[Herz-Jesu-Missionare]] im Schloss Schönleiten]] |
| − | '''Schloss Schönleiten''' ist ein ehemaliges Schloss in Salzburger-[[Liefering]], das heute den Kern des Missionshauses der [[Herz-Jesu-Missionare]] bildet. | + | '''Schloss Schönleiten''' ist ein ehemaliges Schloss in Salzburg-[[Liefering]], das heute den Kern des Missionshauses der [[Herz-Jesu-Missionare]] bildet. |
| | | | |
| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Ursprünglich bestand das Anwesen aus drei Bauerngütern: dem Surheimergut, dem Esterergut und dem Sintlergütl. | + | Ursprünglich bestand das Gut aus drei Bauerngütern: dem Surheimergut, dem Esterergut und dem Sintlergütl. |
| | | | |
| − | [[1654]] errichteten darauf die Brüder Carl Ferdinand und Johann Dietrich [[Muggenthal|Grafen von Muggenthal]], zwei Salzburger [[Domherr]]en, das Schloss Schönleiten. | + | [[1654]] kauften die Brüder Johann Dietrich und Carl Ferdinand [[Muggenthal|Grafen von Muggenthal]], zwei Salzburger [[Domherr]]en, von Johann Andrä Weickh, JUDr., und seiner Frau Maria Wiserin das „Surhamerhaus“ und zehn andere Urbarstücke um 4600 [[Gulden|fl.]]. |
| | | | |
| − | Nach ihrem Tod wechselten die Besitzer mehrmals, später gehörte das Schloss dem [[Salzburger Domkapitel]]. Zuletzt war es als landwirtschaftliches Gut in den Händen der Salzburger Bäckerfamilie Heilmayr. Die Herz-Jesu-Patres Peter Barral (Franzose) und Johannes Ilge (Rheinländer) konnten [[1889]] erst nach erheblichen Schwierigkeiten das Gut um 35 000 [[Gulden]] erwerben. So hießen die Patres dann bei den Lieferingern noch lange "die Heilmayr-Herren". Sie bauten das Schloss zu einem Kloster um. | + | Auf dem erworbenen Grund ließen sie das Schloss Schönleiten errichten. |
| | + | |
| | + | Nach Johann Dietrichs Tode (1677) war Karl Ferdinand der alleinige Besitzer, der es aber nicht behielt. 1678 ging es im Wege eines Dreiecksgeschäfts zum Preis von 6000 fl. auf das [[Domkapitel]] über, welches im Gegenzug dem Erzbischof [[Maximilian Gandolph Graf von Kuenburg|Max Gandolf Grafen von Kuenburg]] das [[Johannes Schlößl|Johannesschlösschen]] abtrat. Infolgedessen war die Nutznießung des Schlößchens Schönleiten – der Name findet sich bereits in den Tauschakten – dem jeweiligen [[Domdechant]] eingeräumt. |
| | + | |
| | + | 1752 wurde das Schlößchen, das damals vier Ecktürme hatte, als baufällig bezeichnet. In der Folge wurde die Veräußerung angestrebt. 1768 wurde es an den Hofbibliothekar, Geheimen Rat und Hofrat-Prodirektor [[Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn|Franz Thaddäus von Kleimayrn]] verkauft. 1805 verkauften dessen Erben den Hof an die Salzburger Mühlenbesitzers- und Bäckersfamilie Heilmayr, die es als landwirtschaftliches Gut nutzten. |
| | + | |
| | + | Die Herz-Jesu-Patres Peter Barral (Franzose) und Johannes Ilge (Rheinländer) konnten (nach erheblichen Schwierigkeiten) [[1889]] das Gut um 35 000 [[Gulden]] erwerben. So hießen die Patres dann bei den Lieferingern noch lange "die Heilmayr-Herren". Sie bauten das Schloss zu einem Kloster um; neben dem alten Schlösschen wurden eine stattliche Kapelle ([[1895]]) und ein Instituts- und Klostergebäude errichtet. |
| | + | |
| | + | ==Beschreibung (1916)== |
| | + | |
| | + | : ''Zweistöckiges rechteckiges Gebäude mit einfach umrahmten Fenstern, Gurtgesimsen, hohem Blechmansardendach. Im Osten ist ein etwas höherer Turm vorgebaut, der unten von einem Gewölbe durchbrochen ist, an das sich vorne eine Aufgangstreppe aus Konglomerat anschließt. Am Turm oben Marmorwappen ([[Schrattenbach]]!) und oblonge, schön skulpierte Rollwerkkartusche mit zwei Cherubsköpfen und der Inschrift: Johann Dieterich Graf von Muggenthall, Herr zu Waal, des Hochlöbl. [[Erzstift Salzburg|Ertzstifft Saltzburg]] [[Domherr|Thumbherr]] und Scholasticus Ihr. Rom. Kayserl. May. Rath Anno 1655. |
| | | | |
| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * Salzburgwiki-Beitrag [[Liefering]] | | * Salzburgwiki-Beitrag [[Liefering]] |
| | * Homepage der Herz-Jesu-Missionare | | * Homepage der Herz-Jesu-Missionare |
| | + | * ''Österreichische Kunst-Topographie'', herausgegeben vom Kunsthistorischen Institute der k. k. Zentral-Kommission für Denkmalpflege, redigiert von Max Dvorak, Band XI (Salzburg-Land II. Band): ''Die Denkmale des politischen Bezirkes Salzburg.'' III. Teil: ''Gerichtsbezirk Salzburg''. Von Paul Buberl, archivalischer Teil von [[Franz Martin]]. Wien (Kunstverlag Anton Schroll & Co.) 1916. S. 343. |
| | | | |
| | [[Kategorie:Architektur|Schönleiten, Schloss]] | | [[Kategorie:Architektur|Schönleiten, Schloss]] |