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| | Martin Walchhofer ist seit 1976 Pistenretter bei den Flachauer Bergbahnen. "Wir sind mit Ackjas und Notfallrucksäcken bei den Bergstationen stationiert", erzählt Walchhofer. "Wenn ein Funkspruch kommt, dass etwas passiert ist, teile ich ein, wer hinfährt." Meist komme die Information von den Skilehrern, die überall unterwegs seien. | | Martin Walchhofer ist seit 1976 Pistenretter bei den Flachauer Bergbahnen. "Wir sind mit Ackjas und Notfallrucksäcken bei den Bergstationen stationiert", erzählt Walchhofer. "Wenn ein Funkspruch kommt, dass etwas passiert ist, teile ich ein, wer hinfährt." Meist komme die Information von den Skilehrern, die überall unterwegs seien. |
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| − | Bei lebensbedrohlichen Verletzungen fordern die Retter den Hubschrauber an. "Ist der Patient in der Lage dazu, muss er selbst entscheiden, ob er den Hubschrauber will oder ob der Ackja reicht", sagt Walchhofer. "Vor allem ältere Leute lehnen den Hubschrauber ab. Ein 70-Jähriger hat mir einmal gesagt: 'Wetten, dass mir nichts fehlt.' Dann war es ein Beckenbruch." Geht es mit dem Ackja ins Tal, werden Brüche von den Pistenrettern vorher geschient. Die neuen Einmannackjas können in die Sesselbahnen und Gondeln verladen werden. Die Flachauer Bergbahnen haben jetzt auch eine eigens für den Patiententransport umgebaute Pistenraupe angeschafft. | + | Bei lebensbedrohlichen Verletzungen fordert das Team der [[Pistenrettung]] den Hubschrauber an. "Ist der Patient in der Lage dazu, muss er selbst entscheiden, ob er den Hubschrauber will oder ob der Ackja reicht", sagt Walchhofer. "Vor allem ältere Leute lehnen den Hubschrauber ab. Ein 70-Jähriger hat mir einmal gesagt: 'Wetten, dass mir nichts fehlt.' Dann war es ein Beckenbruch." Geht es mit dem Ackja ins Tal, werden Brüche von den Pistenrettern vorher geschient. Die neuen Einmannackjas können in die Sesselbahnen und Gondeln verladen werden. Die Flachauer Bergbahnen haben jetzt auch eine eigens für den Patiententransport umgebaute Pistenraupe angeschafft. |
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| | "Im Schnitt haben wir zwei bis drei Unfälle am Tag. In der Hauptsaison sind es acht bis zehn. Am meisten passiert in den Mittagsstunden und bei harten Pisten." Zwei tödliche Unfälle hat Walchhofer in all den Jahren miterlebt. "Das kann man zuerst nicht glauben", sagt er. Tödliche Herzattacken seien öfter vorgekommen. "Aber das kann man noch leichter akzeptieren." | | "Im Schnitt haben wir zwei bis drei Unfälle am Tag. In der Hauptsaison sind es acht bis zehn. Am meisten passiert in den Mittagsstunden und bei harten Pisten." Zwei tödliche Unfälle hat Walchhofer in all den Jahren miterlebt. "Das kann man zuerst nicht glauben", sagt er. Tödliche Herzattacken seien öfter vorgekommen. "Aber das kann man noch leichter akzeptieren." |
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| | Trotz der Belastung ist Walchhofer auch in der Freizeit Retter. Er ist seit [[1979]] Ortsstellenleiter bei der Bergrettung. "Aber nächstes Jahr werde ich an einen Jüngeren übergeben." | | Trotz der Belastung ist Walchhofer auch in der Freizeit Retter. Er ist seit [[1979]] Ortsstellenleiter bei der Bergrettung. "Aber nächstes Jahr werde ich an einen Jüngeren übergeben." |
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| − | Der Pistenretter stammt aus einer [[Pongau]]er Skifahrerdynastie. Die Mutter von [[Hermann Maier]] ist seine Cousine. Sein Vater und der Großvater von [[Michael Walchhofer]] waren Cousins. Auch mit [[Hannes Reichelt]] und [[Andrea Fischbacher]] ist er weitschichtig verwandt. In seiner Jugend war der Rennsport aber noch kein Thema. "Damals war es nicht leicht, überhaupt Ski zu bekommen. Und wir erhielten nur ab und zu einen Schilling für den ersten Lift. Meistens mussten wir uns die Piste selbst treten." | + | Der Pistenretter stammt aus einer [[Pongau]]er Skifahrerdynastie. Die Mutter von [[Hermann Maier]] ist seine Cousine. Sein Vater und der Großvater von [[Michael Walchhofer]] waren Cousins. Auch mit [[Hannes Reichelt]] und [[Andrea Fischbacher]] ist er weitschichtig verwandt. In seiner Jugend war der Rennsport aber noch kein Thema. "Damals war es nicht leicht, überhaupt Ski zu bekommen. Und wir erhielten nur ab und zu einen Schilling für den ersten Lift. Meistens mussten wir uns die Piste selbst treten." |
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