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Textersetzung - „Luxemburg“ durch „Luxemburg
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== Schweiz und Tirol ==
 
== Schweiz und Tirol ==
Von welchem Hagenau sich der Name der namensgleichen adeligen schweizer Geschlechter Hagenauer (auch von Hagenau, Hag(e)nower bzw. Hagnauer) ableitet ist nicht bekannt. Möglicher Weise kamen sie von dem Ort Hagenau (bei Ganterschwil) in der Schweiz, aus dem Ort Hagenau (Hagnau) am Bodensee in Baden-Württemberg (ursprünglich Herzogtum Schwaben), oder auch aus der Stadt Hagenau im Elsass (die später noch gesondert behandelt wird). Somit besteht keinerlei Kenntnis darüber, ob die in Regesten des 13. bis 16. Jahrhunderts genannten schweizer Geschlechter untereinander oder (eher unwahrscheinlich) gar mit dem bayrisch-österreichischen Adelsgeschlecht der Herren von Hagenau verwandt waren. Auf jeden Fall führten diese im Kanton Aargau (und den benachbarten Kantonen Zürich und Basel) ansässigen schweizer Hagenauer, die als Ritter, Vögte, Kirchherren oder Äbte genannt wurden, unterschiedliche Wappen. Sie wurden in einigen Urkunden im Zusammenhang mit dem ebenfalls im Kanton Aargau auftretenden schweizer Geschlecht Habsburg genannt, deren Mitglieder der Dynastie erstmals 1273 und fast ununterbrochen ab 1438 die deutschen Könige und  [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen]] Kaiser stellten. Der frühest urkundlich erwähnte Hagenauer, der zu einem der schweizer Geschlechter zu zählen ist, war der 1276 genannte Richard von Hagenau. Er hatte sich dem Bündnis von König Rudolf I. (ab 1273 der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger) im Kampf gegen den böhmischen König Ottokar angeschlossen. Der 1333 in der Schweiz genannte Herr Philipp Hagenauer, war Kirchherr zu Wichtrach (Kanton Bern). 1354 übereignete die neue Bruderschaft der Domkapläne in der Stadt Konstanz am Bodensee (die 1312 in dem Vier-Städte-Bund mit Zürich, Schaffhausen und St. Gallen war) einem Ulrich Hagenau, Leutpriest von St. Johann, ein Haus. In einer Urkunde aus dem Jahr 1360 nimmt Kaiser Karl IV. (aus dem Geschlecht der Luxemburger) einen "Konrad von Hagenau, canonicus der kirchen Haselach und Surburg Strassburger diöces, zu seinem caplan, hofgesinde, haus- und tischgenossen". Aus dem selben schweizer Geschlecht stammte Ritter Hans Hagenauer (auch Johannes von Hagenau), der aus Baden in Aargau (dem Stammgebiet der Habsburger) stammte. Er wird in der Liste der gefallenen Adeligen auf Habsburger Seite, in der für die Ritter so verheerenden Schlacht bei Sempach 1386, angeführt. Das Wappen dieses Hagenauer-Geschlechts ist sechsfach von Silber und Schwarz geständert (Wappenbuch der Stadt Baden). Bei der Darstellung unter den Wappentafeln in der Schlachtkapelle von Sempach ist das Wappen jedoch achtfach von Gold und Blau geständert. Die in der mehrfach restaurierten und umgebauten Schlachtkapelle abgebildeten Wappen waren allerdings erst 1886 im Zuge eines erneuten Umbaus der Kirche gemalt worden, wodurch es wahrscheinlich zu dieser Abweichungen gegenüber dem Hagenauer-Wappen im Wappenbuch der Stadt Baden gekommen war.  
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Von welchem Hagenau sich der Name der namensgleichen adeligen schweizer Geschlechter Hagenauer (auch von Hagenau, Hag(e)nower bzw. Hagnauer) ableitet ist nicht bekannt. Möglicher Weise kamen sie von dem Ort Hagenau (bei Ganterschwil) in der Schweiz, aus dem Ort Hagenau (Hagnau) am Bodensee in Baden-Württemberg (ursprünglich Herzogtum Schwaben), oder auch aus der Stadt Hagenau im Elsass (die später noch gesondert behandelt wird). Somit besteht keinerlei Kenntnis darüber, ob die in Regesten des 13. bis 16. Jahrhunderts genannten schweizer Geschlechter untereinander oder (eher unwahrscheinlich) gar mit dem bayrisch-österreichischen Adelsgeschlecht der Herren von Hagenau verwandt waren. Auf jeden Fall führten diese im Kanton Aargau (und den benachbarten Kantonen Zürich und Basel) ansässigen schweizer Hagenauer, die als Ritter, Vögte, Kirchherren oder Äbte genannt wurden, unterschiedliche Wappen. Sie wurden in einigen Urkunden im Zusammenhang mit dem ebenfalls im Kanton Aargau auftretenden schweizer Geschlecht Habsburg genannt, deren Mitglieder der Dynastie erstmals 1273 und fast ununterbrochen ab 1438 die deutschen Könige und  [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen]] Kaiser stellten. Der frühest urkundlich erwähnte Hagenauer, der zu einem der schweizer Geschlechter zu zählen ist, war der 1276 genannte Richard von Hagenau. Er hatte sich dem Bündnis von König Rudolf I. (ab 1273 der erste römisch-deutsche König aus dem Geschlecht der Habsburger) im Kampf gegen den böhmischen König Ottokar angeschlossen. Der 1333 in der Schweiz genannte Herr Philipp Hagenauer, war Kirchherr zu Wichtrach (Kanton Bern). 1354 übereignete die neue Bruderschaft der Domkapläne in der Stadt Konstanz am Bodensee (die 1312 in dem Vier-Städte-Bund mit Zürich, Schaffhausen und St. Gallen war) einem Ulrich Hagenau, Leutpriest von St. Johann, ein Haus. In einer Urkunde aus dem Jahr 1360 nimmt Kaiser Karl IV. (aus dem Geschlecht der [[Luxemburg]]er) einen "Konrad von Hagenau, canonicus der kirchen Haselach und Surburg Strassburger diöces, zu seinem caplan, hofgesinde, haus- und tischgenossen". Aus dem selben schweizer Geschlecht stammte Ritter Hans Hagenauer (auch Johannes von Hagenau), der aus Baden in Aargau (dem Stammgebiet der Habsburger) stammte. Er wird in der Liste der gefallenen Adeligen auf Habsburger Seite, in der für die Ritter so verheerenden Schlacht bei Sempach 1386, angeführt. Das Wappen dieses Hagenauer-Geschlechts ist sechsfach von Silber und Schwarz geständert (Wappenbuch der Stadt Baden). Bei der Darstellung unter den Wappentafeln in der Schlachtkapelle von Sempach ist das Wappen jedoch achtfach von Gold und Blau geständert. Die in der mehrfach restaurierten und umgebauten Schlachtkapelle abgebildeten Wappen waren allerdings erst 1886 im Zuge eines erneuten Umbaus der Kirche gemalt worden, wodurch es wahrscheinlich zu dieser Abweichungen gegenüber dem Hagenauer-Wappen im Wappenbuch der Stadt Baden gekommen war.  
    
Im benachbarten Kanton Zürich (westlich von Aargau) wurde 1370 ein Hans Hagenauer in Wulfligen erwähnt, der den Zunamen "Kränzlin" erhielt. Sein Wappen war ein rotes Schild mit einem grünen, von sechs goldenen Blüten verzierten, Kranz. Er war der Ahnherr des sich später Kränzlin nennenden Geschlechts. Aus einem weiteren schweizer Geschlecht aus dem Kanton Zürich stammte der im Jahr 1387 erwähnte Herr Heinrich der Hagenauer, der 1416 als erster zürcherische Vogt über Grüningen genannt wurde. Ebenso erwähnenswert sind die zürcherischen Vögte über Greifensee, 1420 Herr Hans Hagenauer und 1436 Herr Johannes Hagenauer (der Jüngere), der Herr über Schloss Grüningen war. Aus jenem Geschlecht stammte auch der von 1480 bis 1500 als Abt von Muri eingesetzte Herr Johannes Hagenauer (Hagnauer), "aus einem vornehmen Zürcher Geschlecht". Abt Johannes Hagenauer von Muri wurde am 22. Juli 1492 von Kaiser Maximilian I. ein Wappen (in Schwarz od. Blau über sechsstrahligem goldenen Stern zwei silberne Jakobsmuscheln) verliehen. Dieses Wappen wurde am 16. Oktober 1494 auf das Geschlecht der Hagenauer zu Zürich ausgeweitet (Geschlechterbuch Zürich), Abt Johannes Hagenauer hatte selbst vier Kinder. Die Blasonierung dieses Geschlechter-Wappens war: in Gold über sechsstrahligem silbernen Stern zwei silberne Jakobsmuscheln. Im Jahr 1595 wird in Hohenrain noch ein Kaspar Hagenauer zu Wangen in seinem Gültbrief auf dem "3 Königs Gütli" genannt.  
 
Im benachbarten Kanton Zürich (westlich von Aargau) wurde 1370 ein Hans Hagenauer in Wulfligen erwähnt, der den Zunamen "Kränzlin" erhielt. Sein Wappen war ein rotes Schild mit einem grünen, von sechs goldenen Blüten verzierten, Kranz. Er war der Ahnherr des sich später Kränzlin nennenden Geschlechts. Aus einem weiteren schweizer Geschlecht aus dem Kanton Zürich stammte der im Jahr 1387 erwähnte Herr Heinrich der Hagenauer, der 1416 als erster zürcherische Vogt über Grüningen genannt wurde. Ebenso erwähnenswert sind die zürcherischen Vögte über Greifensee, 1420 Herr Hans Hagenauer und 1436 Herr Johannes Hagenauer (der Jüngere), der Herr über Schloss Grüningen war. Aus jenem Geschlecht stammte auch der von 1480 bis 1500 als Abt von Muri eingesetzte Herr Johannes Hagenauer (Hagnauer), "aus einem vornehmen Zürcher Geschlecht". Abt Johannes Hagenauer von Muri wurde am 22. Juli 1492 von Kaiser Maximilian I. ein Wappen (in Schwarz od. Blau über sechsstrahligem goldenen Stern zwei silberne Jakobsmuscheln) verliehen. Dieses Wappen wurde am 16. Oktober 1494 auf das Geschlecht der Hagenauer zu Zürich ausgeweitet (Geschlechterbuch Zürich), Abt Johannes Hagenauer hatte selbst vier Kinder. Die Blasonierung dieses Geschlechter-Wappens war: in Gold über sechsstrahligem silbernen Stern zwei silberne Jakobsmuscheln. Im Jahr 1595 wird in Hohenrain noch ein Kaspar Hagenauer zu Wangen in seinem Gültbrief auf dem "3 Königs Gütli" genannt.  
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In einer von Kaiser Sigmund III. (von Luxemburg) am 31. Oktober 1433 in Basel unterzeichneten Urkunde wird Hans Hagenauer (Johann Hagnower) ein Wappen verliehen. Die Blasionierung dieses Wappens ist unbekannt, da die Original-Urkunde verloren ging und nur mehr in Regesten eine Abschrift ohne Wappenabbildung vorhanden ist. Um 1484/85 wird ebenfalls in Basel Herr Wolfgang Hagenauer (Wolfgang von Hagenau) genannt, der eine Bestellung mehrerer Bücher bei dem Basler Drucker Johann von Besicken in Auftrag gegeben hatte. In Urkunden fand man bisher keinen Hinweis über eine  verwandtschaftliche Beziehung der schweizer Geschlechter zueinander oder  zu den Herren von Hagenau (aus Bayern).  
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In einer von Kaiser Sigmund III. (von [[Luxemburg]]) am 31. Oktober 1433 in Basel unterzeichneten Urkunde wird Hans Hagenauer (Johann Hagnower) ein Wappen verliehen. Die Blasionierung dieses Wappens ist unbekannt, da die Original-Urkunde verloren ging und nur mehr in Regesten eine Abschrift ohne Wappenabbildung vorhanden ist. Um 1484/85 wird ebenfalls in Basel Herr Wolfgang Hagenauer (Wolfgang von Hagenau) genannt, der eine Bestellung mehrerer Bücher bei dem Basler Drucker Johann von Besicken in Auftrag gegeben hatte. In Urkunden fand man bisher keinen Hinweis über eine  verwandtschaftliche Beziehung der schweizer Geschlechter zueinander oder  zu den Herren von Hagenau (aus Bayern).  
    
Aus welchem Geschlecht hingegen die im 15. und 16. Jahrhundert in Tirol genannten Hagenauer stammten, ist noch nicht erforscht. Wir finden den im Jahr 1473 in Innsbruck genannten Kaplan Andre Hagenauer, den um 1501 in Hall genannten Vogt Simon Hagenauer, sowie den um 1530 in Rodeneck und Innsbruck genannten Vogt und Richter Sigmund Hagenauer. In der von Erzherzog Sigismund (genannt der Münzreiche) ausgebauten Residenz in Innsbruck und der dort gestifteten Kapelle, wird 1473 ein Andre Hagenauer als erster Kaplan genannt. Simon Hagenauer (* ca. 1457) wurde als der Lieblingsfalkner Kaiser Maximilian I. erwähnt, den der jagdbegeisterte Kaiser als seinen besten Oberfalkner bezeichnet hatte. Von ihm wurde Simon 1510 als Vogt zur Verwaltung von dessen geliebten aber abgelegenen Anwesens Turnhout in Belgien geschickt, einer Burg mit großem Besitz und Jagdrevier. Dort lebte auch Simons urkundlich erwähnte Tochter Kathelijne van Hagenau(e)r (1501 als Katharina Hagenauer in Hall in  Tirol geboren), die 1516 Friedrich von Ghent (von Gent oder Dergent) heiratete und 1559 in Turnhout (Belgien) begraben wurde. Im Jahr 1501 wurde laut Eintragung in die Hofkammerbuchhaltung (Kaiser Maximilians) dem Falkner Sigmund Hagenauer (Hagenawer) mehrmals ein Sold ausbezahlt (Regesta Imperii). Möglicherweise handelt es sich um einen Übertragungsfehler in den Regesten und es hatte sich um den Falkner und späteren Vogt Simon Hagenauer gehandelt. Der 1529 und 1532 in Urkunden genannte Sigmund Hagenauer war Pfleger bzw. Richter in Rodeneck (Südtirol) und Innsbruck.
 
Aus welchem Geschlecht hingegen die im 15. und 16. Jahrhundert in Tirol genannten Hagenauer stammten, ist noch nicht erforscht. Wir finden den im Jahr 1473 in Innsbruck genannten Kaplan Andre Hagenauer, den um 1501 in Hall genannten Vogt Simon Hagenauer, sowie den um 1530 in Rodeneck und Innsbruck genannten Vogt und Richter Sigmund Hagenauer. In der von Erzherzog Sigismund (genannt der Münzreiche) ausgebauten Residenz in Innsbruck und der dort gestifteten Kapelle, wird 1473 ein Andre Hagenauer als erster Kaplan genannt. Simon Hagenauer (* ca. 1457) wurde als der Lieblingsfalkner Kaiser Maximilian I. erwähnt, den der jagdbegeisterte Kaiser als seinen besten Oberfalkner bezeichnet hatte. Von ihm wurde Simon 1510 als Vogt zur Verwaltung von dessen geliebten aber abgelegenen Anwesens Turnhout in Belgien geschickt, einer Burg mit großem Besitz und Jagdrevier. Dort lebte auch Simons urkundlich erwähnte Tochter Kathelijne van Hagenau(e)r (1501 als Katharina Hagenauer in Hall in  Tirol geboren), die 1516 Friedrich von Ghent (von Gent oder Dergent) heiratete und 1559 in Turnhout (Belgien) begraben wurde. Im Jahr 1501 wurde laut Eintragung in die Hofkammerbuchhaltung (Kaiser Maximilians) dem Falkner Sigmund Hagenauer (Hagenawer) mehrmals ein Sold ausbezahlt (Regesta Imperii). Möglicherweise handelt es sich um einen Übertragungsfehler in den Regesten und es hatte sich um den Falkner und späteren Vogt Simon Hagenauer gehandelt. Der 1529 und 1532 in Urkunden genannte Sigmund Hagenauer war Pfleger bzw. Richter in Rodeneck (Südtirol) und Innsbruck.

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