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| | Nichts entgeht der Salzburgerin, obwohl ihr Augenlicht und das Hörvermögen nicht mehr die besten sind. Günther Macherhammer kümmert sich liebevoll um seine Mutter, „weil sie mir auch so viel gegeben hat". Tägliche Besuche, und zwanzig Mal am Tag telefonieren sie miteinander. „Sie will immer wissen, was los ist", sagt er. Und ein Mal in der Woche ist der gemeinsame Ausflug zum [[Fisch Krieg]], ins "Café am Rainberg" und danach in seine Wohnung nach [[Maxglan]] zum gemeinsamen Kartenspiel ein lieb gewordenes Ritual, welches "ihr Kraft für die ganze Woche gibt". | | Nichts entgeht der Salzburgerin, obwohl ihr Augenlicht und das Hörvermögen nicht mehr die besten sind. Günther Macherhammer kümmert sich liebevoll um seine Mutter, „weil sie mir auch so viel gegeben hat". Tägliche Besuche, und zwanzig Mal am Tag telefonieren sie miteinander. „Sie will immer wissen, was los ist", sagt er. Und ein Mal in der Woche ist der gemeinsame Ausflug zum [[Fisch Krieg]], ins "Café am Rainberg" und danach in seine Wohnung nach [[Maxglan]] zum gemeinsamen Kartenspiel ein lieb gewordenes Ritual, welches "ihr Kraft für die ganze Woche gibt". |
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| − | Lisl wurde am 28. Juli 1911 im schwäbischen Ohmenheim, einem Dorf hundert Kilometer von Stuttgart entfernt, geboren. Mit drei Schwestern und einem Bruder lebte sie auf dem elterlichen Bauernhof. Lisl machte eine Einschulung zur Bürokraft und „sie schreibt heute noch Steno". In den [[1930er]]-Jahren lernte sie ihren späteren Mann Franz Macherhamrner aus [[Anthering]] kennen und lieben. Er war bei der Polizei tätig und wurde nach Stuttgart versetzt. Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] geriet er in tschechoslowakische Gefangenschaft. Seine Frau ist kurzerhand nach Wien gefahren, zum höchsten Beamten, hat um Besuch im Lager angesucht und konnte es durchsetzen, ihren Geliebten zu sehen. Zu dieser Zeit war sie mit Sohn Günther schwanger, der im November 1944 auf die Welt kam. | + | Lisl wurde am 28. Juli 1911 im schwäbischen Ohmenheim, einem Dorf hundert Kilometer von Stuttgart entfernt, geboren. Mit drei Schwestern und einem Bruder lebte sie auf dem elterlichen Bauernhof. Lisl machte eine Einschulung zur Bürokraft und „sie schreibt heute noch Steno". In den [[1930er]]-Jahren lernte sie ihren späteren Mann Franz Macherhamrner aus [[Anthering]] kennen und lieben. Er war bei der Polizei tätig und wurde nach Stuttgart versetzt. Im [[Zweiten Weltkrieg]] geriet er in tschechoslowakische Gefangenschaft. Seine Frau ist kurzerhand nach Wien gefahren, zum höchsten Beamten, hat um Besuch im Lager angesucht und konnte es durchsetzen, ihren Geliebten zu sehen. Zu dieser Zeit war sie mit Sohn Günther schwanger, der im November 1944 auf die Welt kam. |
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| | Ein Treffen nach langen Jahren hat nach dem Krieg im [[Purtschellerhaus]] im [[Göllstock]] stattgefunden. Das Besondere an dieser Hütte auf 1 692 Metern ist, dass durch sie die Staatsgrenze zwischen dem Salzburger Land und [[Bayern]] verläuft. Vor allem zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatte dies eine große Bedeutung, da die Alliierten keinen Grenzverkehr zwischen Österreich und Deutschland gestatteten. Getrennte, wie Lisl und Franz, konnten sich hier legal treffen. Lisl nahm den Zug von Stuttgart nach [[Berchtesgaden]], Franz startete von [[Kuchl]] aus zur Hütte. ,“Wie sie in Sandalen die Bergtour schaffte, ist mir schleierhaft“ sagt Günther. | | Ein Treffen nach langen Jahren hat nach dem Krieg im [[Purtschellerhaus]] im [[Göllstock]] stattgefunden. Das Besondere an dieser Hütte auf 1 692 Metern ist, dass durch sie die Staatsgrenze zwischen dem Salzburger Land und [[Bayern]] verläuft. Vor allem zum Ende des Zweiten Weltkrieges hatte dies eine große Bedeutung, da die Alliierten keinen Grenzverkehr zwischen Österreich und Deutschland gestatteten. Getrennte, wie Lisl und Franz, konnten sich hier legal treffen. Lisl nahm den Zug von Stuttgart nach [[Berchtesgaden]], Franz startete von [[Kuchl]] aus zur Hütte. ,“Wie sie in Sandalen die Bergtour schaffte, ist mir schleierhaft“ sagt Günther. |