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Überarbeiteter Artikel über urkundliche Erwähnungen der Ortschaft Unken samt Quellenverweise
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Um 800 n. Chr. steht in den [[Salzburger Güterverzeichnis]] des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]], dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Die Verbindung Sudhäuser in Reichenhall und Holzschläge im Saalachtal besteht schon im [[7. Jahrhundert]] <ref>siehe auch [[Salinenkonvention]]</ref>. Damals riefen die Agilolfinger, als Fürsten der [[Bajuwaren]], Bischof [[Rupert von Worms]] ins Land. In von ihm gegründeten Kloster St. Peter waren mit den eingewanderten [[Bajuwaren]] auch Romanen, Konventsbrüder.
 
Um 800 n. Chr. steht in den [[Salzburger Güterverzeichnis]] des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]], dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Die Verbindung Sudhäuser in Reichenhall und Holzschläge im Saalachtal besteht schon im [[7. Jahrhundert]] <ref>siehe auch [[Salinenkonvention]]</ref>. Damals riefen die Agilolfinger, als Fürsten der [[Bajuwaren]], Bischof [[Rupert von Worms]] ins Land. In von ihm gegründeten Kloster St. Peter waren mit den eingewanderten [[Bajuwaren]] auch Romanen, Konventsbrüder.
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=== Erste urkundliche Erwähnung Unkens ===
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=== Erste urkundliche Erwähnungen Unkens ===
[[979]] sind zwei Höfe "''in ruite''" (in [[Reit (Unken)|Reit]]) genannt. [[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einem Sudhaus in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Waldhöfen in ''Unchen'' (Unken). Erste urkundliche Nennung Unkens! [[1156]] das Gut Pfannstatt, wo eine Salzquelle, genannt. [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ein Lehen des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]]. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Mehrere Sudhäuser sind noch im Salzburgischen Besitz.
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[[976]] übergibt Erzbischof [[Friedrich I.]] tauschweise dem Erzpriester Perhtold und dem edlen Kleriker Rihheri neben Liegenschaften in Abtsdorf ("''Himminga''"), Saaldorf ("''Cheminata''") und Trostberg ("''Engertsham''") noch zwei Höfe in "''Ruite''" (heute Reit in [[Unken]]) bei "''Pisonzia''" (auch "Bisonzia", mittelalterl. Bezeichnung für [[Pinzgau]]) samt allen dazugehörigen Zinsbauern, sowie dreißig namentlich angeführten Sklaven und Sklavinnen ("''mancipia''") auf beider vorgenannter Lebenszeit.<ref>Willibald Hauthaler, Salzburger Urkundenbuch. I. Band: Traditionscodices, Salzburg 1910, 177-178.</ref>
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[[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einer Salzpfanne in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Hofstätten in den Wäldern von ''Vnchen'' (Unken).<ref>Reichersberg, Stiftsarchiv Urkunden (1137-1857) 1137, in: monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAR/ReichersbergCanReg/1137/charter>, zuletzt abgerufen: am 12.02.2022 (deutsch)</ref> Hierbei handelt es sich um die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Unken.
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[[1186]] beschenkt Erzbischof [[Adalbert III.|Adalbert III]] das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] mit einem Gut zu Unken samt zugehöriger Familie, sowie einer Salzquelle in [[Reichenhall]].<ref>St. Peter, Archiv der Erzabtei St. Peter, Archiv der Erzabtei (1005-1981) Urk. Nr. 27 - 1186, in: monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-StiASP/Urkunden/Urk_Nr_27-1186/charter>, zuletzt abgerufen: am 12.02.2022 </ref>
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[[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ein Lehen des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]].  
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[[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Mehrere Sudhäuser sind noch im Salzburgischen Besitz.
    
[[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]]und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des [[13. Jahrhundert]]s sind die Bayernherzöge alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall. 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt.  
 
[[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]]und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des [[13. Jahrhundert]]s sind die Bayernherzöge alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall. 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt.  
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[[1350]] "''chniepoz''" ([[Kniepass]]) genannt.  
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[[1350]] wird die Talsperre "''chniepoz''" ([[Kniepass]]) in den Erzbischöflichen Steuerbüchern<ref>Herbert Klein, Die bäuerlichen Eigenleute des Fürsterzbistums Salzburg im späteren Mittelalter, in: MGSLK 73, 1933, 109ff</ref> (Urbare) erstmalig genannt.<ref>Friederike Zaisberger, Der Kniepass, in: Knieppass-Schriften 1, 1974, 1</ref>
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[[1353]] wird die Kirche der Kreuztracht (des Seelsorgesprengels) Unken dem Kollegialstift der [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|Augustiner Chorherrn St. Zeno]] inkorporiert.
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[[1380 ]]  wird das Sodergut am Unkenberg<ref>Friederike Zaisberger, Geschichte Salzburg, Wien 1998, 144.</ref>, bei dem es sich um einen der ältesten [[Erbhof|Erbhöfe]] im Land Salzburg handelt<ref>N.N., die ersten hundert Erbhöfe im Lande Salzburg, in: Salzburger Chronik für Stadt und Land 109, 11.05.1935, 5.</ref>erwähnt
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[[1353]] wird die Kirche der Kreuztracht (des Seelsorgesprengls) Unken dem Kollegialstift der [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno|Augustiner Chorherrn St. Zeno]] inkorporiert. [[1380 ]]das Sodergut am Unkenberg und [[1400]] das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erwähnt.
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[[1400]] das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll werden erstmalig erwähnt.
    
Nach der Quellenlage und der Lage der Gehöfte und der Flur schließt A. Klaar, dass im [[9. Jahrhundert]] im mittleren Saalachtal die große Rodungstätigkeit, ohne Eigenmächtigkeit der Siedler, einsetzt und im [[10. Jahrhundert|10.]] und [[11. Jahrhundert]], im Hochmittelalter, die Rodungen der Wälder und die Besiedlung der Talschaften ihren Höhepunkt erreicht. Im Raum Unken entwickelt sich nach A. Klaar eine planmäßige Siedlungslandschaft, ein geordnetes Siedlungssystem mit Weilern, Rotten und Einzelhöfen bzw. Einödhöfen, gleicher Hof- und Flurgrößen einer grundherrschaftlicher Kolonisation.
 
Nach der Quellenlage und der Lage der Gehöfte und der Flur schließt A. Klaar, dass im [[9. Jahrhundert]] im mittleren Saalachtal die große Rodungstätigkeit, ohne Eigenmächtigkeit der Siedler, einsetzt und im [[10. Jahrhundert|10.]] und [[11. Jahrhundert]], im Hochmittelalter, die Rodungen der Wälder und die Besiedlung der Talschaften ihren Höhepunkt erreicht. Im Raum Unken entwickelt sich nach A. Klaar eine planmäßige Siedlungslandschaft, ein geordnetes Siedlungssystem mit Weilern, Rotten und Einzelhöfen bzw. Einödhöfen, gleicher Hof- und Flurgrößen einer grundherrschaftlicher Kolonisation.
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