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Das '''Gollhoferhaus''' ist ein prominentes Gebäude an der Ecke [[Getreidegasse]] und [[Hagenauerplatz]] in der [[Salzburger Altstadt]].

== Geschichte ==
Das Haus Getreidegasse 10, heut­zutage landläufig als das Gollhofer­haus bezeichnet, kann auf eine lan­ge, bewegte Geschichte zurückblicken. Das eindrucksvolle Eckhaus hat seine heuti­ge Größe erst im Laufe der Jahrhun­derte erhalten: In der Erweiterung der Bürgerstadt von den ursprüngli­chen Zentren [[Waagplatz]] und [[Alter Markt]] flußabwärts, sind jene heute berühmten Getreidegassenhäuser entstanden, deren Rückfronten die Stadt gegen den Fluß abschlossen. Vor der Stadt waren hier hochwasserge­fährdete Gärten und Stadeln. Mit der Erweiterung der Stadt gegen die [[Salzach]] wurden aus diesen Stadeln gemauerte Bauten, die mit dem Haupthaus unter Bildung eines Ho­fes verbunden wurden.

Es sind, so berichtet die Haus­chronik, zahlreiche prominente Personen, die hier im 15. und 16. Jahrhundert wohnten:
* 1424 der Fernhändler [[Chunrat Taufkind]], dessen Vorfahre [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürger­meister]] und Stadtrichter in Salzburg war.
* Im [[16. Jahrhundert]] Mitglieder der Familie [[Fröschlmoser]], wie etwa [[Vir­gil Fröschlmoser|Vir­gil]], dem große Grubenanteile im [[Gasteinertal|Ga­steiner]] und [[Rauris]]er Gebiet gehörten und der mehrmals Bürgermeister der Stadt war. Virgil Fröschlmoser war nicht nur Besitzer des Hauses, son­dern er wohnte auch hier.
* Nach Christoph und Sebastian Fröschlmoser kam das Haus an die Familie [[Althamer]], deren Mitglieder ebenfalls in der Stadtverwaltung tä­tig waren. Danach wurde das Haus durch [[Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] "eingezogen" - was wohl nur heißen kann, daß die Altha­mers den lutherischen Glauben angenommen hatten und deshalb aus­wandern mussten.

Anschließend war das Haus über 250 Jahre eine Gaststätte, die anfangs nach dem Familiennamen "Sailerwirt" genannt wurde. Johanna Sailer hatte [[1625]] das Haus von Therese Egger erworben und daraufhin ihren Gatten, den Gastgeb Hans Haratinger, auf die Hälfte gesetzt. Im Dreißigjährigen Krieg [[1634]] erhielt dieser einen Wappenbrief von einem kaiserlichen Pfalzgrafen zu Würz­burg, der während der Schwedenzeit 20 Monate im Exil im Gasthaus zu­ gebracht hatte.

Von den Kindern des Sohnes Ge­org Haratinger erbte das Getreide­gassenhaus die Tochter Clara, die zuerst mit Ludwig Hochpichler und dann mit Andrä Bayrhuber verheira­tet war. In diese Zeit kommt der Wirtshausname "Zum goldenen Ein­horn" auf. Im Jahre [[1778]] verkaufte Anton Öchsler das Wirtshaus an den Weinwirt im Milchgassl (heute [[Brodgasse|Brod­gasse]] 4), Josef Eschenbacher. Öchsler hatte dem "hochgelehrten hf. Konsistorialrat Johann Michael Bönike, als gündigst verordneter In­spektor der deutschen Schulen" diverse Schulzimmer im ersten Stock in Bestand gegeben, und der neue Besitzer Eschenbacher drängte auf baldige Räumung der Schulzimmer. Diese übersiedelten in das Haus über dem [[Ritzerbogen]] ([[Sigmund-Haffner-Gasse]] 10), das im Eigentum der hf. Waisenhaus-Stiftung und -druckerei stand. Wenige Jahre spä­ter wurde das Gebäude von den Öchslers zurückerworben.

Das Haus wurde vom späteren Besitzer des "[[Grand Hôtel de l'Europe|Hotel Europa]]", Alois Jung, im Jahr [[1858]] erworben. Dieser ließ [[1864]] die Gaststätte schließen.

Zu dieser Zeit kam es auch zur Ab­trennung des an die [[Griesgasse]] sto­ßenden Traktes. In die Räumlichkei­ten des Gasthofes zog der Schnitt­warenhändler Carl Schattenfroh ein, womit der dritte Teil der Hausge­schichte beginnt. Von den neuen Be­sitzern wurden Tuch, Schafwolle, Baumwoll- und Leinenwaren sowie zu­gehörige Artikel angeboten. Mit dem Kauf vom [[1. Juli]] [[1918]] durch [[Franz Gollhofer|Franz]], [[Viktor Gollhofer|Viktor]] und Johanna Gollhofer war man dann fast 80 Jahre gewohnt, vom Gollhoferhaus zu sprechen.

Auf der Seite des Hagenauerplat­zes war zur Zeit der Firma Schatten­froh ein Cafehaus eingezogen, das nach dem Österreichisch-ungarischen Feldmarschall "[[Café Hötzendorf – Café Stranzky|Cafe Hötzen­dorf]]", später nach dem neuen Besitzer "Cafe Stranzky" genannt wurde. Das Cafe wurde im Jahr [[1923]] wieder geschlossen, statt dessen beher­bergten die Räumlichkeiten das Bettfedern-Geschäft Gans.

Mit [[31. Jänner]] [[1996]] wurde das Gollhofer-Geschäft zugesperrt und an die Abtenauer Familie Zwilling verkauft. Die Sanierung durch das Architekturbüro Genböck legte Renaissance-Arkaden wieder frei und schuf den für diese Häuser typischen Innenhof, der in diesem Fall durch ein Glasdach überdacht wurde.

== Atuelle Nutzung ==
Heute sind in dem Gebäude unter anderem die Zürcher Kantonalbank Österreich AG, das Kosmetikhaus Kiehl's und ein Starbucks untergebracht.

{{Haltestelle|Zentrum-Ferdinand-Hanusch-Platz}}

== Quelle ==
* [[Salzburger Nachrichten]], 25. Juli 1997

[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
[[Kategorie:Gebäude Stadt Salzburg]]

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