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| − | [[Datei:Frauenhäuser Neuvergabe 2021.jpg|thumb|2021: Vergabeverfahren Schutzunterkünfte für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder im [[Bundesland Salzburg]] im Bild: GF Uwe Höfferer (Jugend am Werk), [[Landesrätin]] [[Andrea Klambauer]] ([[NEOS]]) und GF Gabriele Rechberger (Viele). ]] | + | [[Datei:Frauenhäuser Neuvergabe 2021.jpg|thumb|2021: Vergabeverfahren Schutzunterkünfte für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder im [[Bundesland Salzburg]] im Bild: GF Uwe Höfferer (Jugend am Werk), [[Landesrätin]] [[Andrea Klambauer]] ([[NEOS]]) und GF Gabriele Rechberger (Viele).]] |
| − | '''Frauenhäuser''' haben die Funktion, Frauen, die unter Gewalt ihres Lebenspartners leiden oder denen körperliche oder psychische Gewalt (bis hin zu Morddrohungen) von diesen angedroht wird, aufzunehmen und ihnen und ihren Kindern Unterstützung und Hilfe zu gewähren. Im Bundesland Salzburg gibt es seit 2021 nur mehr ein [[Frauenhaus Pinzgau|Frauenhaus im Pinzgau]] sowie [[Schutzunterkünfte Salzburg|"Schutzunterkünfte"]] in der [[Stadt Salzburg]], sowie im [[Tennengau]], [[Pongau]] und [[Lungau]]. Das ehemalige [[Frauenhaus Hallein]] wurde ersatzlos 2021 geschlossen. | + | '''Frauenhäuser''' haben die Funktion, Frauen, die unter Gewalt ihres Lebenspartners leiden oder denen körperliche oder psychische Gewalt (bis hin zu Morddrohungen) von diesen angedroht wird, aufzunehmen und ihnen und ihren Kindern Unterstützung und Hilfe zu gewähren. Im Bundesland Salzburg gibt es seit 2021 nur mehr ein [[Frauenhaus Pinzgau|Frauenhaus im Pinzgau]] sowie [[Schutzunterkünfte Salzburg|"Schutzunterkünfte"]] in der [[Stadt Salzburg]] im [[Tennengau]], im [[Pongau]] und im [[Lungau]]. Das [[Frauenhaus Hallein]] wurde ersatzlos 2021 geschlossen. |
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| | ==Kontakte 2021 == | | ==Kontakte 2021 == |
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| | ==Aufgaben== | | ==Aufgaben== |
| − | Nicht jede Frau verfügt über ein eigenes oder genügendes Einkommen, um finanziell für sich und meist auch ein oder mehrere Kinder sorgen zu können. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt es daher vor, dass diese Frauen entweder sich nicht aus der Abhängigkeit des Partners wagen oder vor dem Nichts stehen würden. Kommt dann körperliche oder psychische Bedrohung dazu, sehen sich manche in ausweglosen Situationen. Bis zur Klärung solcher Situationen (Scheidung, Trennung, Anmietung einer eigenen Wohnung, Sorgerechtsklärung) bieten Frauenhäuser ihre Hilfe und Schutz an. | + | Nicht jede Frau verfügt über ein eigenes oder genügendes Einkommen, um finanziell für sich und meist auch ein oder mehrere Kinder sorgen zu können. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt es daher vor, dass diese Frauen entweder sich nicht aus der Abhängigkeit des Partners wagen oder vor dem Nichts stünden. Kommt dann körperliche oder psychische Bedrohung dazu, sehen sich manche in ausweglosen Situationen. Bis zur Klärung solcher Situationen (Scheidung, Trennung, Anmietung einer eigenen Wohnung, Sorgerechtsklärung) bieten Frauenhäuser ihre Hilfe und Schutz an. |
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| − | Betroffen sind nicht nur Ehen oder Partnerschaften ausländischer Staatsbürger, sondern auch Mischehen oder nur österreichische Staatsangehörigen. | + | Betroffen sind nicht nur Ehen oder Partnerschaften ausländischer Staatsbürger, sondern auch Mischehen oder Ehen zwischen österreichischen Staatsangehörigen. |
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| − | Das betreuende Team unterstützt die Frauen psychologisch, sowie bei der Suche nach Arbeit, Wohnung und Kindergartenplätzen, begleitet sie zu Gerichtsterminen, bei Arztbesuchen und betreut ihre Kleinkinder und Babys. Die Frauen werden von einem Team betreut, das aus Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und Lebensberaterinnen besteht. Für gerichtliche Auseinandersetzungen steht ihnen ein Rechtshilfebeistand zur Verfügung. Diese Betreuung muss auch aus Sicherheitsaspekten rund um die Uhr erfolgen. | + | Das betreuende Team unterstützt die Frauen psychologisch sowie bei der Suche nach Arbeit, Wohnung und Kindergartenplätzen, begleitet sie zu Gerichtsterminen und bei Arztbesuchen und betreut ihre Kleinkinder und Babys. Die Frauen werden von einem Team betreut, das aus Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und Lebensberaterinnen besteht. Für gerichtliche Auseinandersetzungen steht ihnen ein Rechtshilfebeistand zur Verfügung. Diese Betreuung muss auch aus Sicherheitsaspekten rund um die Uhr erfolgen. |
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| | Zum Schutz der Frauen werden keine Adressen der Frauenhäuser bekannt gegeben. Männer haben grundsätzlich keinen Zutritt zu Frauenhäusern. | | Zum Schutz der Frauen werden keine Adressen der Frauenhäuser bekannt gegeben. Männer haben grundsätzlich keinen Zutritt zu Frauenhäusern. |
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| | Erhöhen will die Landesrätin die Anzahl der Übergangswohnungen, die weniger betreuungsintensiv sind und den Übergang in ein selbstständiges Leben ermöglichen. Dies soll nun nach den Bedürfnissen der Frauen geschaffen und das Angebot für Gewaltopfer in Salzburg künftig an deutlich mehr Standorten als bisher im ganzen Bundesland angeboten werden. Ebenso soll die Sicherheit durch das neue Konzept deutlich erhöht werden. „''Durch die Übergangswohnungen der [[Caritas]] und durch die mobile Betreuung der Bestbieter werden wir den Frauen künftig helfen, wieder ins eigene Leben hineinzufinden. Für schwer traumatisierte Frauen wird weiterhin eine 24-stündige Hochrisikobetreuung zur Verfügung stehen''“, betont Klambauer. Und auch für Frauen mit nicht-deutscher Muttersprache gibt es ein Angebot. „''Fast 90 Prozent der Gewaltopfer im Frauenhaus haben Migrationshintergrund, viele Frauen sprechen nicht fließend Deutsch. Für sie schaffen wir eine niederschwellige Möglichkeit, sehr hohe Sicherheitsstandards sowie eine fachkundige mobile und stationäre Betreuung in 26 Sprachen''“, so Landesrätin Andrea Klambauer.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=64626 19. Februar 2021 ]</ref> | | Erhöhen will die Landesrätin die Anzahl der Übergangswohnungen, die weniger betreuungsintensiv sind und den Übergang in ein selbstständiges Leben ermöglichen. Dies soll nun nach den Bedürfnissen der Frauen geschaffen und das Angebot für Gewaltopfer in Salzburg künftig an deutlich mehr Standorten als bisher im ganzen Bundesland angeboten werden. Ebenso soll die Sicherheit durch das neue Konzept deutlich erhöht werden. „''Durch die Übergangswohnungen der [[Caritas]] und durch die mobile Betreuung der Bestbieter werden wir den Frauen künftig helfen, wieder ins eigene Leben hineinzufinden. Für schwer traumatisierte Frauen wird weiterhin eine 24-stündige Hochrisikobetreuung zur Verfügung stehen''“, betont Klambauer. Und auch für Frauen mit nicht-deutscher Muttersprache gibt es ein Angebot. „''Fast 90 Prozent der Gewaltopfer im Frauenhaus haben Migrationshintergrund, viele Frauen sprechen nicht fließend Deutsch. Für sie schaffen wir eine niederschwellige Möglichkeit, sehr hohe Sicherheitsstandards sowie eine fachkundige mobile und stationäre Betreuung in 26 Sprachen''“, so Landesrätin Andrea Klambauer.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=64626 19. Februar 2021 ]</ref> |
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| − | ==== Die neuen Bereiber „Viele“ und „Jugend am Werk“ ==== | + | ==== Die neuen Betreiber „Viele“ und „Jugend am Werk“ ==== |
| | Die Bietergemeinschaft „Viele gGmbH“ und „Jugend am Werk“ wird ab [[1. Juli]] 2021 das Gewaltschutzkonzept für Salzburgs Frauenhäuser übernehmen und maßgeblich weiterentwickeln. | | Die Bietergemeinschaft „Viele gGmbH“ und „Jugend am Werk“ wird ab [[1. Juli]] 2021 das Gewaltschutzkonzept für Salzburgs Frauenhäuser übernehmen und maßgeblich weiterentwickeln. |
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| | Dabei geht es um den Antrag auf Kündigung von drei Mitarbeiterinnen, wobei die zentrale Frage lautet: Handelt es sich um einen Betriebsübergang? | | Dabei geht es um den Antrag auf Kündigung von drei Mitarbeiterinnen, wobei die zentrale Frage lautet: Handelt es sich um einen Betriebsübergang? |
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| − | Im Fall von drei Mitarbeiterinnen mit besonderem Kündigungsschutz hat die ''Salzburger Frauenhaus GmbH'', die mit Ende Juni ihre Tätigkeit einstellt und sich auflöst, beim Arbeitsgericht einen Antrag auf Kündigung gestellt. Das will [[Arbeiterkammer]]-Präsident [[Peter Eder (Bürmoos)|Peter Eder]] nicht kampflos hinnehmen, da es sich aus seiner Sicht um einen Betriebsübergang handelt und die Mitarbeiterinnen vom neuen Betreiber übernommen werden müssen. Er wirft Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) vor, das nicht als Vorgabe in die Ausschreibung gehabt zu haben. | + | Im Fall von drei Mitarbeiterinnen mit besonderem Kündigungsschutz hat die ''Salzburger Frauenhaus GmbH'', die mit Ende Juni ihre Tätigkeit einstellt und sich auflöst, beim Arbeitsgericht einen Antrag auf Kündigung gestellt. Das will [[Arbeiterkammer]]-Präsident [[Peter Eder (Bürmoos)|Peter Eder]] nicht kampflos hinnehmen, da es sich aus seiner Sicht um einen Betriebsübergang handelt und die Mitarbeiterinnen vom neuen Betreiber übernommen werden müssen. Er wirft Landesrätin Andrea Klambauer vor, das nicht als Vorgabe in die Ausschreibung gehabt zu haben. |
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| | Andrea Klambauer betont, dass eine Übertragung von Aufgaben oder auch die Übernahme eines gemieteten Hauses noch keinen Betriebsübergang ausmachen. Das wäre erst der Fall, wenn der neue Betreiber wesentliche Teile des Personals, die Arbeitsorganisation oder die Betriebsmethoden übernähme. Tatsächlich handle es sich aber um ein völlig neues Konzept. Daher sei es Sache der Träger, sich unter Berücksichtigung der erforderlichen Qualifikationen ihre eigenen Teams zusammenzustellen. | | Andrea Klambauer betont, dass eine Übertragung von Aufgaben oder auch die Übernahme eines gemieteten Hauses noch keinen Betriebsübergang ausmachen. Das wäre erst der Fall, wenn der neue Betreiber wesentliche Teile des Personals, die Arbeitsorganisation oder die Betriebsmethoden übernähme. Tatsächlich handle es sich aber um ein völlig neues Konzept. Daher sei es Sache der Träger, sich unter Berücksichtigung der erforderlichen Qualifikationen ihre eigenen Teams zusammenzustellen. |
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| − | Zusammen mit der Gewerkschaft will Eder Kontakt zu Jugend-am-Werk-Geschäftsführer Uwe Höfferer und Gabriele Rechberger (Viele gGmbH) aufnehmen, um zu erwirken, dass die drei Frauen freiwillig übernommen werden. Sollte das Arbeitsgericht den Betreiberwechsel als Betriebsübergang einstufen und dem Antrag auf Kündigung nicht zustimmen, wären auch sämtliche Kündigungen anderer Mitarbeiterinnen aufgehoben. Sie müssten dann weiterbeschäftigt werden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/wechsel-bei-salzburger-frauenhaus-kuendigung-ist-fall-fuer-arbeitsgericht-100985026 www.sn.at], 12. März 2021</ref> | + | Zusammen mit der Gewerkschaft will Eder Kontakt zu Jugend-am-Werk-Geschäftsführer [[Uwe Höfferer]] und [[Gabriele Rechberger]] (Viele gGmbH) aufnehmen, um zu erwirken, dass die drei Frauen freiwillig übernommen werden. Sollte das Arbeitsgericht den Betreiberwechsel als Betriebsübergang einstufen und dem Antrag auf Kündigung nicht zustimmen, wären auch sämtliche Kündigungen anderer Mitarbeiterinnen aufgehoben. Sie müssten dann weiterbeschäftigt werden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/wechsel-bei-salzburger-frauenhaus-kuendigung-ist-fall-fuer-arbeitsgericht-100985026 www.sn.at], 12. März 2021</ref> |
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| | == 2021: Das neue Salzburger Gewaltschutzkonzept im Überblick == | | == 2021: Das neue Salzburger Gewaltschutzkonzept im Überblick == |