| − | Aus den Unterlagen über einen [[Hexenprozesse|Hexenprozess]] aus dem Jahr [[1575]] geht folgende Geschichte hervor: Ein Hirte bezeugte darin, dass er am [[Schmiedingerkees]]<ref>Gletscher nördlich unterhalb des [[Kitzsteinhorn]]es im [[Pinzgau]] in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]]</ref> ''Wettermacherinnen'' beobachtet hätte. Diese seien auf Besenstiele über die Berggrate geflogen und hätten dabei riesige Eisblöcke aus dem [[Gletscher]] gehackt, zerkleinert und mit dem Granulat (Hagel) die Felder und Wiesen verwüstet. Es gab ja keine naturwissenschaftliche Erklärung für [[Hagel]]. So ersetzte man fehlendes Wissen mit Fantasie und Aberglaube. Die Chronik von [[Bramberg am Wildkogel]] berichtet, dass [[1575]] der [[Pfarrer von Bramberg am Wildkogel|Bramberger Pfarrer]] [[Rupert Ramsauer]] und seiner Köchin [[Eva Neidegger]] wegen Wetterzauber hingerichtet wurden. | + | Aus den Unterlagen über einen [[Hexenprozesse|Hexenprozess]] aus dem Jahr [[1575]] geht folgende Geschichte hervor: Ein Hirte bezeugte darin, dass er am [[Schmiedingerkees]]<ref>Gletscher nördlich unterhalb des [[Kitzsteinhorn]]es im [[Pinzgau]] in den [[Hohen Tauern]]</ref> ''Wettermacherinnen'' beobachtet hätte. Diese seien auf Besenstiele über die Berggrate geflogen und hätten dabei riesige Eisblöcke aus dem [[Gletscher]] gehackt, zerkleinert und mit dem Granulat (Hagel) die Felder und Wiesen verwüstet. Es gab ja keine naturwissenschaftliche Erklärung für [[Hagel]]. So ersetzte man fehlendes Wissen mit Fantasie und Aberglaube. Die Chronik von [[Bramberg am Wildkogel]] berichtet, dass [[1575]] der [[Pfarrer von Bramberg am Wildkogel|Bramberger Pfarrer]] [[Rupert Ramsauer]] und seiner Köchin [[Eva Neidegger]] wegen Wetterzauber hingerichtet wurden. |
| | Wenn auch der Vorgang des Wettermachens durch Zauberei nur der Einbildungskraft des Volkes entsprang, so lebt der Glaube an das Wettermachen doch fort. Wie weit dies in früherer Zeiten zurückreicht, zeigt ein Zeugnis des Erzbischofs Argobard von Lyon, ein Zeitgenosse [[Karl der Große|Karls des Großen]]. Er schreibt in einem Bericht:<blockquote>„In diesen Gegenden glauben fast alle Leute, daß Hagel und Donnerwetter durch den Willen von Menschen hervorgerufen werden könnten. Sobald sie den Blitz sehen und den Donner hören, sagen sie: Das ist Aura levatitia. Wenn man sie aber fragt, was Aura levatitia ist, so versichern sie, die einen scheu, da sie doch ihr Gewissen ein wenig beißt, die andern zuversichtlich, wie es unwissende Leute zu tun pflegen, die Gewitterluft sei durch Beschwörungen von Leuten, die man Wettermacher (''tempestarii'') nennt, heraufgeholt worden“.</blockquote> Vor dem Ruf, ein Wettermacher zu sein, schützte auch das geistliche Gewand nicht. Der [[Pfarrer von St. Margarethen im Lungau|Pfarrer]] [[Michael Mättensperger]] von [[St. Margarethen im Lungau]] wurde [[1671]] wegen Versäumung der Wetterandachten verklagt, auch dass er Zauberei treibe „''in 3, 4 Hüttlein seiner Ötz von Gestalt eines Raumb- oder Reiserhaufens''“. Der Visitator untersuchte die Sache sehr ernstlich, verhörte viele Gemeindemitglieder und den Pfarrer, der die Zauberei in Abrede stellte. Ein Urteil aber liegt nicht vor. | | Wenn auch der Vorgang des Wettermachens durch Zauberei nur der Einbildungskraft des Volkes entsprang, so lebt der Glaube an das Wettermachen doch fort. Wie weit dies in früherer Zeiten zurückreicht, zeigt ein Zeugnis des Erzbischofs Argobard von Lyon, ein Zeitgenosse [[Karl der Große|Karls des Großen]]. Er schreibt in einem Bericht:<blockquote>„In diesen Gegenden glauben fast alle Leute, daß Hagel und Donnerwetter durch den Willen von Menschen hervorgerufen werden könnten. Sobald sie den Blitz sehen und den Donner hören, sagen sie: Das ist Aura levatitia. Wenn man sie aber fragt, was Aura levatitia ist, so versichern sie, die einen scheu, da sie doch ihr Gewissen ein wenig beißt, die andern zuversichtlich, wie es unwissende Leute zu tun pflegen, die Gewitterluft sei durch Beschwörungen von Leuten, die man Wettermacher (''tempestarii'') nennt, heraufgeholt worden“.</blockquote> Vor dem Ruf, ein Wettermacher zu sein, schützte auch das geistliche Gewand nicht. Der [[Pfarrer von St. Margarethen im Lungau|Pfarrer]] [[Michael Mättensperger]] von [[St. Margarethen im Lungau]] wurde [[1671]] wegen Versäumung der Wetterandachten verklagt, auch dass er Zauberei treibe „''in 3, 4 Hüttlein seiner Ötz von Gestalt eines Raumb- oder Reiserhaufens''“. Der Visitator untersuchte die Sache sehr ernstlich, verhörte viele Gemeindemitglieder und den Pfarrer, der die Zauberei in Abrede stellte. Ein Urteil aber liegt nicht vor. |