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[[1860]] erwarb [[Georg Weickl]] das Gut aus einer Konkursmasse. Seine Witwe Elisabeth Weickl, geborene Fürnkranz, verkaufte es am [[4. September]] [[1875]] um 150.000 [[Gulden|fl]] an Sigmund Hatschek. Dieser übergab es [[1915]] seinem Sohn [[Richard Hatschek|Richard]].  Nach dem Tod von [[Maria Hatschek]], der Witwe von Richard Hatschek, erbte ihr Neffe Peter Strache [[1991]] das Gut Guggenthal, der es einige Jahre später an Investoren verkaufte.
 
[[1860]] erwarb [[Georg Weickl]] das Gut aus einer Konkursmasse. Seine Witwe Elisabeth Weickl, geborene Fürnkranz, verkaufte es am [[4. September]] [[1875]] um 150.000 [[Gulden|fl]] an Sigmund Hatschek. Dieser übergab es [[1915]] seinem Sohn [[Richard Hatschek|Richard]].  Nach dem Tod von [[Maria Hatschek]], der Witwe von Richard Hatschek, erbte ihr Neffe Peter Strache [[1991]] das Gut Guggenthal, der es einige Jahre später an Investoren verkaufte.
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=== Im 21. Jahrhundert ===
 
[[2002]] kaufte die [[Österreichisches Verkehrsbüro Aktiengesellschaft|Verkehrsbüro Group]] die schon bereits stark sanierungsbedürftigen Gebäude und wollte ein Fünfsterne-Hotel mit 186 Zimmer um kolportierte 40 Mio Euro errichten. Jedoch scheiterten alle Verhandlungen mit Finanziers und Hotelbetreiberfirmen. Im Oktober [[2008]] verkaufte sie das Areal wieder an eine Investorengruppe.  
 
[[2002]] kaufte die [[Österreichisches Verkehrsbüro Aktiengesellschaft|Verkehrsbüro Group]] die schon bereits stark sanierungsbedürftigen Gebäude und wollte ein Fünfsterne-Hotel mit 186 Zimmer um kolportierte 40 Mio Euro errichten. Jedoch scheiterten alle Verhandlungen mit Finanziers und Hotelbetreiberfirmen. Im Oktober [[2008]] verkaufte sie das Areal wieder an eine Investorengruppe.  
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Die [[Radstadt|Radstädter]] Baufirma Steiner &amp; Wanner und Ex-[[Alpine Holding GmbH|Alpine]]-Chef [[Dietmar Aluta-Oltyan]] errichteten auf dem als Zweitwohngebiet gewidmeten "Professorfeld" die dicht verbaute Siedlung [[The View2]] im gehobenen Preissegment. Der Rest des 90 Hektar großen Areals steht seither noch zum Verkauf.<ref>Salzburger Nachrichten, 24. Jänner 2013</ref>  Vorgesehen gewesen wäre bei der Raumordnungswidmung ursprünglich gewesen, die Einnahmen aus der Bebauung des Professorfeldes für die Sanierung des Industrieensembles zu verwenden. Das war aber nirgendwo festgeschrieben. Diese Raumordnungslücke nutzten die Ex-Besitzer: Jetzt stehen auf dem Professorfeld Luxus-Wohnungen wie eine Trabantensiedlung, das historische Ensemble mit Braugasthof und Ceconi-Villa sowie einigen Nebenbauten verfielen weiter.<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/gut-guggenthal-heikle-ermittlungsarbeiten-nach-der-brandursache-29631859 www.sn.at], abgefragt am 25. Juni 2018</ref>   
 
Die [[Radstadt|Radstädter]] Baufirma Steiner &amp; Wanner und Ex-[[Alpine Holding GmbH|Alpine]]-Chef [[Dietmar Aluta-Oltyan]] errichteten auf dem als Zweitwohngebiet gewidmeten "Professorfeld" die dicht verbaute Siedlung [[The View2]] im gehobenen Preissegment. Der Rest des 90 Hektar großen Areals steht seither noch zum Verkauf.<ref>Salzburger Nachrichten, 24. Jänner 2013</ref>  Vorgesehen gewesen wäre bei der Raumordnungswidmung ursprünglich gewesen, die Einnahmen aus der Bebauung des Professorfeldes für die Sanierung des Industrieensembles zu verwenden. Das war aber nirgendwo festgeschrieben. Diese Raumordnungslücke nutzten die Ex-Besitzer: Jetzt stehen auf dem Professorfeld Luxus-Wohnungen wie eine Trabantensiedlung, das historische Ensemble mit Braugasthof und Ceconi-Villa sowie einigen Nebenbauten verfielen weiter.<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/gut-guggenthal-heikle-ermittlungsarbeiten-nach-der-brandursache-29631859 www.sn.at], abgefragt am 25. Juni 2018</ref>   
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=== 2018: Großbrand ===
 
In den frühen Morgenstunden am [[24. Juni]] [[2018]] kam es dann zu einem [[Großbrand ehemalige Brauerei Guggenthal|Großbrand in der ehemaligen Brauerei Guggenthal]], bei dem das Gebäude bis auf die Grundmauern niederbrannte und fast auf den Tag genau zwei Jahre später, am [[23. Juni]] [[2020]], wurde ein Feuer, wieder in den frühen Morgenstunden, in der [[Villa Weickl|Weickl-Villa]] entdeckt und konnte noch rechtzeitig gelöscht werden.
 
In den frühen Morgenstunden am [[24. Juni]] [[2018]] kam es dann zu einem [[Großbrand ehemalige Brauerei Guggenthal|Großbrand in der ehemaligen Brauerei Guggenthal]], bei dem das Gebäude bis auf die Grundmauern niederbrannte und fast auf den Tag genau zwei Jahre später, am [[23. Juni]] [[2020]], wurde ein Feuer, wieder in den frühen Morgenstunden, in der [[Villa Weickl|Weickl-Villa]] entdeckt und konnte noch rechtzeitig gelöscht werden.
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Ende August [[2020]] wurde bekannt, dass die Eigentümer des Ensembles um die abgebrannte Brauerei wieder mit dem ehemaligen Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan verhandelten. Noch am [[23. Dezember]] wurde der Verkauf an Aluta-Oltyan und seinen Partnern bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um den denkmalgeschützten [[Braugasthof Guggenthal|Braugasthof]], in dem ''ein gutbürgerliches Gasthaus für die Einheimischen'' mit Gastgarten, ''Veranda, Speisesaal und Stüberl sowie Veranstaltungs- bzw. Seminarräume''n eingerichtet werden sollen, die [[Villa Weickl|Ceconi-Villa]], in der ein ''Hotel der gehobenen Kategorie'' mit ''rund 30 Zimmern, Salons und Tagungsmöglichkeiten'' untergebracht werden soll, sowie das Moarhäusl, in dem unter anderem eine ''Greißlerei mit regionalen Produkten und Lebensmitteln'' Platz finden soll. Zur Sanierung der Gebäude sei eine Investition von rund zehn Millionen Euro geplant.
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=== 2020: Neue Eigentümer ===
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Ende August [[2020]] wurde bekannt, dass die Eigentümer des Ensembles um die abgebrannte Brauerei wieder mit dem ehemaligen Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan verhandelten. Noch am [[23. Dezember]] wurde der Verkauf an Aluta-Oltyan und seinen Partnern bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um den denkmalgeschützten [[Braugasthof Guggenthal|Braugasthof]], in dem ''ein gutbürgerliches Gasthaus für die Einheimischen'' mit Gastgarten, ''Veranda, Speisesaal und Stüberl sowie Veranstaltungs- bzw. Seminarräumen'' eingerichtet werden sollen, die [[Villa Weickl|Ceconi-Villa]], in der ein ''Hotel der gehobenen Kategorie'' mit ''rund 30 Zimmern, Salons und Tagungsmöglichkeiten'' untergebracht werden soll, sowie das Moarhäusl, in dem unter anderem eine ''Greißlerei mit regionalen Produkten und Lebensmitteln'' Platz finden soll. Zur Sanierung der Gebäude sei eine Investition von rund zehn Millionen Euro geplant.
    
Der Sprecher des Konsortiums, der Salzburger Anwalt Christoph Bamberger, legte die Konstellation hinter der Eigentümergesellschaft, der ''GUG eins gmbh'' in [[Radstadt]], offen: "Ein Drittel gehört Johann Kainz, der auch ein Miteigentümer der [[Panzerhalle]] ist." Ein weiteres Drittel des 1,4-Hektar-Areals gehört Ex-Alpine-Eigentümer Dietmar Aluta-Oltyan und dem Radstädter Baumeister Günter Wanner (Fa. Steiner &amp; Wanner). Das dritte Drittel gehört über eine Beteiligungsgesellschaft dem Holzindustriellen Franz Stallinger aus [[Frankenmarkt]] und Bamberger.<ref name="SNApril2021">{{Quelle SN|27. April 2021}}</ref>
 
Der Sprecher des Konsortiums, der Salzburger Anwalt Christoph Bamberger, legte die Konstellation hinter der Eigentümergesellschaft, der ''GUG eins gmbh'' in [[Radstadt]], offen: "Ein Drittel gehört Johann Kainz, der auch ein Miteigentümer der [[Panzerhalle]] ist." Ein weiteres Drittel des 1,4-Hektar-Areals gehört Ex-Alpine-Eigentümer Dietmar Aluta-Oltyan und dem Radstädter Baumeister Günter Wanner (Fa. Steiner &amp; Wanner). Das dritte Drittel gehört über eine Beteiligungsgesellschaft dem Holzindustriellen Franz Stallinger aus [[Frankenmarkt]] und Bamberger.<ref name="SNApril2021">{{Quelle SN|27. April 2021}}</ref>
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Was aus der ehemaligen [[Brauerei Guggenthal|Brauerei]] werden soll, die bereits nach dem Brand [[2019]] vom [[Bundesdenkmalamt]] zum Abriss freigegeben wurde, ist nicht geklärt.  
 
Was aus der ehemaligen [[Brauerei Guggenthal|Brauerei]] werden soll, die bereits nach dem Brand [[2019]] vom [[Bundesdenkmalamt]] zum Abriss freigegeben wurde, ist nicht geklärt.  
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=== 2021: Abriss und Sanierung ===
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{{#ev:youtube|XPbWqv6Q6j0|280|right|Die SN geben Einblick in das Gut Guggenthal, 02:14 min. Video}}
 
Am [[28. April]] [[2021]] verhandelte die [[Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung]] über die Pläne zur Revitalisierung. Die neuen Eigentümer wollen ab Herbst 2021 umbauen. Laut den Unterlagen zur Verhandlung wollen die Eigentümer Ausnahmen von den bautechnischen Anforderungen - wie eine Unterschreitung von einigen Mindestraumhöhen bzw. Treppenbreiten. Das sei dem [[Denkmalschutz]] geschuldet, sagt Bamberger. "Denn wir dürfen ja keine Zwischendecken abbrechen." Dasr evitalisierte Ensemble könnte im Frühjahr [[2023]] eröffnet werden. Investieren will das Konsortium zehn Millionen Euro. Der Plan der vorherigen Eigentümer, statt der abgebrannten Brauerei bis zu 100 Wohnungen zu bauen, steht für das neue Konsortium nicht im Vordergrund.<ref name="SNApril2021"></ref>  
 
Am [[28. April]] [[2021]] verhandelte die [[Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung]] über die Pläne zur Revitalisierung. Die neuen Eigentümer wollen ab Herbst 2021 umbauen. Laut den Unterlagen zur Verhandlung wollen die Eigentümer Ausnahmen von den bautechnischen Anforderungen - wie eine Unterschreitung von einigen Mindestraumhöhen bzw. Treppenbreiten. Das sei dem [[Denkmalschutz]] geschuldet, sagt Bamberger. "Denn wir dürfen ja keine Zwischendecken abbrechen." Dasr evitalisierte Ensemble könnte im Frühjahr [[2023]] eröffnet werden. Investieren will das Konsortium zehn Millionen Euro. Der Plan der vorherigen Eigentümer, statt der abgebrannten Brauerei bis zu 100 Wohnungen zu bauen, steht für das neue Konsortium nicht im Vordergrund.<ref name="SNApril2021"></ref>  
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Am [[16. August]] wurde dann mit dem Abriss der Brandruine der Brauerei begonnen. Bereits vor einiger Zeit wurde mit den Sanierungsarbeiten der anderen Bauten angefangen.
 
   
 
   
 
== Bilder ==
 
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