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| | [[Datei:Tauernschleuse_1961_02.jpg|thumb|Die Verladestelle der Tauernschleuse am Bahnhof Mallnitz, 1961.]] | | [[Datei:Tauernschleuse_1961_02.jpg|thumb|Die Verladestelle der Tauernschleuse am Bahnhof Mallnitz, 1961.]] |
| | + | [[Datei:Tauernschleuse_1961_03.jpg|thumb|Die Verladestelle der Tauernschleuse am Bahnhof Mallnitz, 1961.]] |
| | + | [[Datei:Tauernschleuse_1961_06.jpg|thumb|Die Verladestelle der Tauernschleuse am Bahnhof Mallnitz, 1961.]] |
| | [[File:Bahnhof Böckstein 01.JPG|thumb|Bahnhof Böckstein]] | | [[File:Bahnhof Böckstein 01.JPG|thumb|Bahnhof Böckstein]] |
| | [[File:Bahnhof-Böckstein-Tauernschleuse 3358.jpg|thumb|Eine entladene Garnitur in [[Böckstein]].]] | | [[File:Bahnhof-Böckstein-Tauernschleuse 3358.jpg|thumb|Eine entladene Garnitur in [[Böckstein]].]] |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Die Tauernschleuse ist seit [[1920]] in Betrieb und stellt heute eine Alternative zum [[Tauerntunnel (Tauernautobahn)|Tauerntunnel]] auf der [[Tauernautobahn]] (A 10) dar. Die Fahrzeit durch den 8&nsp;371 m langen Tauerntunnel mit der Autoschleuse beträgt etwa zwölf Minuten. Jährlich nutzen mehr als 400 000 Reisende und 180 000 Fahrzeuge die Schleuse. | + | Die Tauernschleuse ist seit [[1920]] in Betrieb und stellt heute eine Alternative zum [[Tauerntunnel (Tauernautobahn)|Tauerntunnel]] auf der [[Tauernautobahn]] (A 10) dar. Die Fahrzeit durch den 8 371 m langen Tauerntunnel mit der Autoschleuse beträgt etwa zwölf Minuten. Jährlich nutzen mehr als 400 000 Reisende und 180 000 Fahrzeuge die Schleuse. |
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| | + | Am Dienstag, den 5. Juli 1960, wurde der russischer Staatspräsident [[Nikita Chruschtschow]] in einem [[ÖBB]]-Sonderzug durch den Tunnel geschleust, der aus drei Wagen 1. Klasse und 14 Auto-Überstellwagen bestand. Um 17:55 Uhr setzte sich der Sonderzug in Bewegung und traf um 18:10 Uhr in [[Mallnitz]] in Kärnten ein. |
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| | Am [[2. August]] [[1964]] hatte die Schleuse mit 4 704 Pkw in Nord-Südrichtung die höchste Transportfrequenz. In Süd-Nordrichtung erreichte sie diese am [[21. August]] 1964 mit 3 432 Pkw. Damals konnten 90 Pkw pro Zug in zehn Minuten geschleust werden. | | Am [[2. August]] [[1964]] hatte die Schleuse mit 4 704 Pkw in Nord-Südrichtung die höchste Transportfrequenz. In Süd-Nordrichtung erreichte sie diese am [[21. August]] 1964 mit 3 432 Pkw. Damals konnten 90 Pkw pro Zug in zehn Minuten geschleust werden. |
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| | + | Am Wochenende [[23. August|23.]]-[[24. August]] 1969 erreichte der sommerliche Rückflutverkehr seinen letzten Höhepunkt. Starke Regenfälle im Süden Österreichs und eine Sicherheitssperre der [[Großglockner Hochalpenstraße]] wegen Schneefalls beeinflussten stark den Reiseverkehr. Auf der Tauernschleuse verkehrte alle zwölf Minuten ein voll besetzter Autoreisezug.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=7ZNdf%2BHyoNebfow1POZb6Z%2FWqkkE%2BTfA3Fqt%2FqAx1spwA0IKzY3XBLBcENvp861rJ%2FvRDTFd6Qzd4MGtp0IB36k4pBsk%2FAE%2BP8r4DiUnIo3R6oGtT2LY0wT%2BgHPR8NEQ&id1=19690825_04&q=Tauernschleuse#slide4 www.sn.at], Archiv der [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 25. August 1969, Seite 4</ref> |
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| | Nach der [[Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun]] im Jahr 2000 wurde die Tauernschleuse zwischen [[2000]] und [[2004]] modernisiert. 61 Millionen Euro wurden in den Umbau investiert, Ziel war vor allem die Erhöhung der Sicherheit sowie die Modernisierung der Technik. So wurden die Kommunikationsmöglichkeiten im Tunnel verbessert, Fluchtwege mit Orientierungsbeleuchtung geschaffen und eine fixe Löschwasserleitung integriert. Vor den Tunnelportalen wurden Hubschrauber gerechte Rettungsplätze errichtet. Um die Tunnelsicherheit zu erhöhen, gibt es seither im Tunnel keine einzige Weiche mehr. Die Schienenstränge verlaufen voneinander unabhängig. | | Nach der [[Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun]] im Jahr 2000 wurde die Tauernschleuse zwischen [[2000]] und [[2004]] modernisiert. 61 Millionen Euro wurden in den Umbau investiert, Ziel war vor allem die Erhöhung der Sicherheit sowie die Modernisierung der Technik. So wurden die Kommunikationsmöglichkeiten im Tunnel verbessert, Fluchtwege mit Orientierungsbeleuchtung geschaffen und eine fixe Löschwasserleitung integriert. Vor den Tunnelportalen wurden Hubschrauber gerechte Rettungsplätze errichtet. Um die Tunnelsicherheit zu erhöhen, gibt es seither im Tunnel keine einzige Weiche mehr. Die Schienenstränge verlaufen voneinander unabhängig. |
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| | Im Herbst [[2006]] wurden 31 neue Garnituren angeschafft: Die neuen Schleusen-Garnituren ermöglichen neben dem Pkw-Transport auch wieder die seit 2000 verboten gewesene Mitnahme von Reisebussen, Wohnwägen, Wohnmobilen und einspurigen Kraftfahrzeugen. Jede Garnitur kann bis zu 50 Pkw transportieren, zu Spitzenzeiten wird in jede Richtung ein Verkehrsaufkommen von 1 500 Autos täglich bewältigt. | | Im Herbst [[2006]] wurden 31 neue Garnituren angeschafft: Die neuen Schleusen-Garnituren ermöglichen neben dem Pkw-Transport auch wieder die seit 2000 verboten gewesene Mitnahme von Reisebussen, Wohnwägen, Wohnmobilen und einspurigen Kraftfahrzeugen. Jede Garnitur kann bis zu 50 Pkw transportieren, zu Spitzenzeiten wird in jede Richtung ein Verkehrsaufkommen von 1 500 Autos täglich bewältigt. |
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| | + | [[Winter 2013/2014]]: Während ab Jänner [[2014]] der Süden Österreichs, [[Osttirol]] und Teile Kärntens, im [[Schnee]] versanken, war der Niederschlag in Salzburg eher bescheiden. Die Schneefälle südlich des [[Alpenhauptkamm]]s führten dazu, dass [[Tauernbahn]] samt Tauernschleuse sowie die Strecke Richtung Tarvis in Italien tagelang gesperrt werden mussten.<ref>[https://www.sn.at/panorama/oesterreich/lage-in-osttirol-und-kaernten-etwas-entspannt-3953128 www.sn.at], 02. Februar 2014</ref> |
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| | Im Zuge der Einstellung des Zugverkehrs aufgrund der [[Infektionskrankheit Covid-19]] und des unter Quarantäne gestellten [[Gasteinertal]]s kam das Gerücht auf, dass die Bundesbahnen die Tauernschleuse aus wirtschaftlichen Überlegungen für immer geschlossen lassen. Am [[22. April]] [[2020]] wurde dann aber mitgeteilt, dass die Tauernschleuse ab Montag, [[4. Mai]], wieder geöffnet sein wird. [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer junior]] und Verkehrs[[landesrat]] [[Stefan Schnöll]] hatten sich für eine rasche Öffnung eingesetzt. Der Betrieb soll in der bisherigen Taktung erfolgen, also mit stündlichen Fahrten in beide Richtungen. Die Tauernschleuse war wegen der Verhängung der Quarantäne über das Gasteinertal vorübergehend eingestellt und nicht gleich nach der Öffnung wieder in Betrieb genommen worden. Die beiden Politiker konnten mit dem Ministerium auch vereinbaren, dass sie jedenfalls am Vertrag bis 2028 festhalten. | | Im Zuge der Einstellung des Zugverkehrs aufgrund der [[Infektionskrankheit Covid-19]] und des unter Quarantäne gestellten [[Gasteinertal]]s kam das Gerücht auf, dass die Bundesbahnen die Tauernschleuse aus wirtschaftlichen Überlegungen für immer geschlossen lassen. Am [[22. April]] [[2020]] wurde dann aber mitgeteilt, dass die Tauernschleuse ab Montag, [[4. Mai]], wieder geöffnet sein wird. [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer junior]] und Verkehrs[[landesrat]] [[Stefan Schnöll]] hatten sich für eine rasche Öffnung eingesetzt. Der Betrieb soll in der bisherigen Taktung erfolgen, also mit stündlichen Fahrten in beide Richtungen. Die Tauernschleuse war wegen der Verhängung der Quarantäne über das Gasteinertal vorübergehend eingestellt und nicht gleich nach der Öffnung wieder in Betrieb genommen worden. Die beiden Politiker konnten mit dem Ministerium auch vereinbaren, dass sie jedenfalls am Vertrag bis 2028 festhalten. |
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| | == Schleuse vor allem für Pendler wichtig == | | == Schleuse vor allem für Pendler wichtig == |
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| − | Die Verbindung ist vor allem für Pendler von großer Bedeutung. „''Sie sind auf die Autoverladung angewiesen, weil sie von den beiden Bahnhöfen mit ihren Autos weiter zur Arbeit fahren''“, so Schnöll. Im Normalfall gibt es jeden Tag 18 Schleusenfahrten in beide Richtungen. Die Fahrt durch den Bahntunnel dauert dabei zwölf Minuten. Mit dem Auto wäre man zwischen Böckstein ([[Bezirk St. Johann im Pongau]]) und Mallnitz ([[Bezirk Spittal an der Drau]]) derzeit mehr als zwei Stunden unterwegs – ein Umweg von rund 180 Kilometern über die [[Tauernautobahn]]. | + | Die Verbindung ist vor allem für Pendler von großer Bedeutung. „''Sie sind auf die Autoverladung angewiesen, weil sie von den beiden Bahnhöfen mit ihren Autos weiter zur Arbeit fahren''“, so Schnöll. Im Normalfall gibt es jeden Tag 18 Schleusenfahrten in beide Richtungen. Die Fahrt durch den Bahntunnel dauert dabei zwölf Minuten. Mit dem Auto wäre man zwischen [[Böckstein]] ([[Bezirk St. Johann im Pongau]]) und [[Mallnitz]] ([[Bezirk Spittal an der Drau]]) derzeit mehr als zwei Stunden unterwegs – ein Umweg von rund 180 Kilometern über die [[Tauernautobahn]]. |
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| | 2019 wurden nach ÖBB-Angaben insgesamt 180 000 Fahrzeuge transportiert, darunter 13 500 Fahrräder. | | 2019 wurden nach ÖBB-Angaben insgesamt 180 000 Fahrzeuge transportiert, darunter 13 500 Fahrräder. |
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| | ==Betrieb== | | ==Betrieb== |
| − | Die ''Shuttle''-Züge verkehren grundsätzlich im Stundentakt vom Bahnhof Böckstein aus in Südrichtung zur Minute 20 und vom Bahnhof Mallnitz aus in Richtung Norden zur Minute 50. Die erste Abfahrt von [[Böckstein]] erfolgt dabei um 06:20 Uhr, die letzte um 22:50 Uhr. In entgegengesetzter Richtung führt die erste Abfahrt um 06:20 Uhr nach Böckstein und die letzte um 23:20 Uhr (Datenstand 2017). An verkehrsstarken Tagen finden die Abfahrten in beiden Richtungen jeweils im Halbstundentakt statt. | + | Die ''Shuttle''-Züge verkehren grundsätzlich im Stundentakt vom [[Bahnhof Böckstein]] aus in Südrichtung zur Minute 20 und vom Bahnhof Mallnitz aus in Richtung Norden zur Minute 50. Die erste Abfahrt von [[Böckstein]] erfolgt dabei um 06:20 Uhr, die letzte um 22:50 Uhr. In entgegengesetzter Richtung führt die erste Abfahrt um 06:20 Uhr nach Böckstein und die letzte um 23:20 Uhr (Datenstand 2017). An verkehrsstarken Tagen finden die Abfahrten in beiden Richtungen jeweils im Halbstundentakt statt. |
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| | Ladebeginn ist jeweils 15 Minuten vor Abfahrt, Ladeschluss fünf Minuten vor Abfahrt. Die Fahrzeit beträgt elf Minuten. | | Ladebeginn ist jeweils 15 Minuten vor Abfahrt, Ladeschluss fünf Minuten vor Abfahrt. Die Fahrzeit beträgt elf Minuten. |
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| | == Bilder == | | == Bilder == |
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| − | Datei:Tauernschleuse_1961_03.jpg|Die Verladestelle der Tauernschleuse am Bahnhof Mallnitz..
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| − | Datei:Tauernschleuse_1961_06.jpg|Die Verladestelle der Tauernschleuse am Bahnhof Mallnitz..
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| | Tauernschleuse_Folder_2021_01.jpg|Folder 2021, Seite 1 | | Tauernschleuse_Folder_2021_01.jpg|Folder 2021, Seite 1 |
| | Tauernschleuse_Folder_2021_02.jpg|Folder 2021, Seite 2 | | Tauernschleuse_Folder_2021_02.jpg|Folder 2021, Seite 2 |
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| | * [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=63354 22. April 2020] | | * [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=63354 22. April 2020] |
| | * [https://www.gasteinertal.com/autoschleuse/ www.gasteinertal.com/autoschleuse], abgefragt am 11. Juli 2021 | | * [https://www.gasteinertal.com/autoschleuse/ www.gasteinertal.com/autoschleuse], abgefragt am 11. Juli 2021 |
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| | + | ==== Einzelnachweise ==== |
| | + | <references/> |
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