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Graugänse bewohnen in Österreich aber nicht nur das [[oberösterreich]]ische Almtal, wo sie von Konrad Lorenz und seinem Team im Rahmen seines Forschungsprojektes gezielt angesiedelt wurden, sie finden sich z. B. auch in der [[Stadt Salzburg]] am [[Leopoldskroner Weiher]], wo auch die [[Mandarinente]] beobachtet werden kann.
 
Graugänse bewohnen in Österreich aber nicht nur das [[oberösterreich]]ische Almtal, wo sie von Konrad Lorenz und seinem Team im Rahmen seines Forschungsprojektes gezielt angesiedelt wurden, sie finden sich z. B. auch in der [[Stadt Salzburg]] am [[Leopoldskroner Weiher]], wo auch die [[Mandarinente]] beobachtet werden kann.
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Graugänse haben wie oben erwähnt ihre Bekanntheit und Popularität dem Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz zu verdanken, der es verstanden hat, seine Forschungsergebnisse in verständlicher und flüssiger Weise zu verschriftlichen und damit einem über die Fachwelt hinausgehenden Leserkreis bekannt zu machen.  Die von ihm aufgestellten Theorien über Graugänse und Grauganspopulationen, vor allem seine Aggressionstheorie im Vergleich mit Menschen und menschlichem Verhalten, zusammengefasst in seinem Buch „Hier bin ich – wo bist du“ (Ethologie der Graugans. München/Zürich: Piper, 1988), waren allerdings von jeher umstritten.  Die diesbezügliche Kritik an Konrad Lorenz fand vor allem durch die Autoren Gunter Pilz und Hugo Moesch in ihrer Publikation „Der Mensch und die Graugans“ ihren Niederschlag.
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Graugänse haben wie oben erwähnt ihre Bekanntheit und Popularität dem Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz zu verdanken, der es verstanden hat, seine Forschungsergebnisse in verständlicher und flüssiger Weise zu verschriftlichen und damit einem über die Fachwelt hinausgehenden Leserkreis bekannt zu machen.  Die von ihm aufgestellten Theorien über Graugänse und Grauganspopulationen, vor allem seine Aggressionstheorie im Vergleich mit Menschen und menschlichem Verhalten, zusammengefasst in seinem Buch „Hier bin ich – wo bist du“<ref>''Ethologie der Graugans.'' München, Zürich, Piper, 1988</ref>, waren allerdings von jeher umstritten.  Die diesbezügliche Kritik an Konrad Lorenz fand vor allem durch die Autoren Gunter Pilz und Hugo Moesch in ihrer Publikation „Der Mensch und die Graugans“ ihren Niederschlag.
    
== Allgemeines ==
 
== Allgemeines ==
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Die Graugans ist ein Brutvogel Nord- und Osteuropas sowie Asiens.
 
Die Graugans ist ein Brutvogel Nord- und Osteuropas sowie Asiens.
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Das Gefieder der Graugans weist ein helles Grau auf. Der Hals wirkt stämmig und durch die Anordnung der Federn erscheint er leicht längsgestreift. Die Vorderflügel sind auffallend hell und der Bauch weist mehr oder minder stark ausgeprägte schwarze Flecken auf. Der Schnabel ist relativ groß und klobig. Die Graugans erreicht eine Länge von 75 bis 90 cm, eine Flügelspannweite von 147 bis 180 cm und ein Gewicht von 2,5 bis 4 kg. Ganter sind schwerer als Weibchen und wiegen meist zwischen drei und vier Kilogramm, die leichteren Weibchen erreichen zwei bis 3,5 Kilogramm Körpergewicht. Küken und Jungvögel unterscheiden sich in Farbe und Zeichnung von den Altvögeln. Graugänse können bis zu 17 Jahre alt werden.
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Das Gefieder der Graugans weist ein helles Grau auf. Der Hals wirkt stämmig und durch die Anordnung der Federn erscheint er leicht längsgestreift. Die Vorderflügel sind auffallend hell und der Bauch weist mehr oder minder stark ausgeprägte schwarze Flecken auf. Der Schnabel ist relativ groß und klobig. Die Graugans erreicht eine Länge von 75 bis 90 cm, eine Flügelspannweite von 147 bis 180 cm und ein Gewicht von 2,5 bis vier Kilogramm. Ganter sind schwerer als Weibchen und wiegen meist zwischen drei und vier Kilogramm, die leichteren Weibchen erreichen zwei bis 3,5 Kilogramm Körpergewicht. Küken und Jungvögel unterscheiden sich in Farbe und Zeichnung von den Altvögeln. Graugänse können bis zu 17 Jahre alt werden.
    
Die sehr rufaktive Graugans verfügt über mehr als ein Dutzend verschiedener Lautäußerungen, wobei es individuelle Unterschiede gibt. „Einige Graugänse rufen immer in einer sehr hohen Kopfstimme, während andere eher geräuschhaft knarrende Laute von sich geben. Sie haben jedoch auch laut trompetende Rufe in ihrem Repertoire. Gelegentlich kommt es zu einem duettartigen Rufen zwischen zwei Individuen, wobei die Gänse jeweils im Wechsel rufen.“
 
Die sehr rufaktive Graugans verfügt über mehr als ein Dutzend verschiedener Lautäußerungen, wobei es individuelle Unterschiede gibt. „Einige Graugänse rufen immer in einer sehr hohen Kopfstimme, während andere eher geräuschhaft knarrende Laute von sich geben. Sie haben jedoch auch laut trompetende Rufe in ihrem Repertoire. Gelegentlich kommt es zu einem duettartigen Rufen zwischen zwei Individuen, wobei die Gänse jeweils im Wechsel rufen.“
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== Bestandsentwicklung ==
 
== Bestandsentwicklung ==
 
Anfang der [[1970er]]-Jahre war der Bestand der Graugänse an einem Tiefpunkt angelangt, die europäische Gesamtpopulation umfasste damals nur mehr etwa 20.000 Tiere. Bis zum Jahr 2003 erholte sich der Bestand wieder, der gesamteuropäische Bestand wurde damals wieder auf etwa 250.000 Tiere geschätzt. Diese besiedeln dabei nicht nur ihre früheren Brutgebiete, sondern weiteten auch ihr Brutvogelareal vor allem in Deutschland, Österreich und den Niederlanden aus.
 
Anfang der [[1970er]]-Jahre war der Bestand der Graugänse an einem Tiefpunkt angelangt, die europäische Gesamtpopulation umfasste damals nur mehr etwa 20.000 Tiere. Bis zum Jahr 2003 erholte sich der Bestand wieder, der gesamteuropäische Bestand wurde damals wieder auf etwa 250.000 Tiere geschätzt. Diese besiedeln dabei nicht nur ihre früheren Brutgebiete, sondern weiteten auch ihr Brutvogelareal vor allem in Deutschland, Österreich und den Niederlanden aus.
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== Probleme in der Stadt Salzburg ==
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Im [[Salzburger Stadtteil]] [[Leopoldskron]] und entlang von Teilen des [[Almkanal]]s im Stadtgebiet bereitete die Population von Graugänsen um das Jahr [[2020]] Probleme. Zwischen 400 und 500 Graugänse sollen sich im Mai [[2021]] in der Gegend rund um den [[Leopoldskroner Weiher]] aufgehalten haben. Ein Landwirt, dem Wiesen in diesem Gebiet gehören, berichtete, dass die Graugänse stellenweise die Wiesen komplett abfressen und Berge an Exkrementen zurückließen, die den Rest des Grases unbrauchbar machen.
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Der Bezirksjägermeister der Stadt Salzburg [[Balthasar Bernegger]] erklärte gegenüber dem [[ORF Landesstudio Salzburg]], dass es 2020 in Leopoldskron über 120 Jungtiere gegeben hatte. Die Population war in den letzten Jahren extrem gestiegen und war "... sogar explodiert.“ Aber nicht nur in der [[Landwirtschaft]] führte das zu Problemen, teilweise waren auch die Rad- und Gehwege total verkotet und mussten von der Stadtgemeinde täglich gereinigt werden. Landesjägermeister [[Maximilian Mayr-Melnhof|Max Mayr-Melnhof]] berichtete von Lösungsmodellen wie das Einsammeln von Eier oder Umsiedeln von Jungtieren.<ref>[https://salzburg.orf.at/stories/3103808/ salzburg.orf.at], 14. Mai 2021</ref>
    
[[Datei:Beringte Graugans 2.jpg|thumb|Beringte Graugans im Wildpark Grünau im Almtal]]
 
[[Datei:Beringte Graugans 2.jpg|thumb|Beringte Graugans im Wildpark Grünau im Almtal]]
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* Pilz, Gunther / Hugo Moesch: „Der Mensch und die Graugans, Eine Kritik an Konrad Lorenz“, Umschau Verlag Frankfurt/Main, 1975
 
* Pilz, Gunther / Hugo Moesch: „Der Mensch und die Graugans, Eine Kritik an Konrad Lorenz“, Umschau Verlag Frankfurt/Main, 1975
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==== Einzelnachweis ====
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==== Einzelnachweise ====
 
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Riedenburg]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
 
[[Kategorie:Naturwissenschaft]]

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