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Textersetzung - „Erzstift St. Peter“ durch „Benediktinerstift St. Peter“
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Die Hintergründe zu diesem Vorgehen der Salzburger Erzbischöfe finden sich in den Anfängen des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums]]. Damals wurde das (anfänglich nur) Kloster St. Peter an den Rand der Altstadt gestellt. Zunächst sogar unter [[Bergstürze|Felssturz]]-gefährdete Abhänge des [[Mönchsberg]]es. Die Erzbischöfe sicherten sich ab dann stets die besten Bauplätze in Salzburg. Ein weitere Grund lag im Privileg des (bereits) Stifts, bei öffentlichen Prozessionen ''vor'' den [[Domherr]]en gehen zu dürfen.
 
Die Hintergründe zu diesem Vorgehen der Salzburger Erzbischöfe finden sich in den Anfängen des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums]]. Damals wurde das (anfänglich nur) Kloster St. Peter an den Rand der Altstadt gestellt. Zunächst sogar unter [[Bergstürze|Felssturz]]-gefährdete Abhänge des [[Mönchsberg]]es. Die Erzbischöfe sicherten sich ab dann stets die besten Bauplätze in Salzburg. Ein weitere Grund lag im Privileg des (bereits) Stifts, bei öffentlichen Prozessionen ''vor'' den [[Domherr]]en gehen zu dürfen.
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Fürsterzbischof Guidobald also plante, vor die Klostermauer einen schmalen Trakt und vor Abtzelle und Refektorium einen Latrinenturm zu bauen. Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von Fürsterzbischof Guidobald Graf Thun (1654–1668), den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten, das Erzstift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler (1657–1673) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt am [[Josefitag]] des Jahres [[1657]] ([[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel geladen wurde, konnte er den Landesfürsten mit einer selbst angefertigten Skizze davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die Lange Galerie dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden.
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Fürsterzbischof Guidobald also plante, vor die Klostermauer einen schmalen Trakt und vor Abtzelle und Refektorium einen Latrinenturm zu bauen. Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von Fürsterzbischof Guidobald Graf Thun (1654–1668), den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten, das Benediktinerstift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler (1657–1673) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt am [[Josefitag]] des Jahres [[1657]] ([[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel geladen wurde, konnte er den Landesfürsten mit einer selbst angefertigten Skizze davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die Lange Galerie dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden.
    
Fürsterzbischof Guidobald ging auf den Vorschlag des Abtes zunächst unter zwei Bedingungen ein: Erstens müsse St. Peter die alleinige Baulast für das gesamte Gebäude tragen und zweitens müsse die Fassade jener der Residenz gleichen. Erst etwas später knüpfte der Fürsterzbischof auf Drängen seines adeligen [[Domkapitel]]s eine dritte Bedingung an die Umsetzung dieses Bauprojektes: Der Konvent von St. Peter soll auf das Vorgangsrecht bei öffentlichen Prozessionen zugunsten der Domherren verzichten. Da dem Kloster eine langfristige Perspektive wichtiger war, ging es auf alle Bedingungen des Fürsterzbischofs ein und unterzeichnete am [[4. Mai]] 1657 einen entsprechenden Vertrag. So wurde die neue Fassade hochgezogen, in der einige neue Zellen unterbracht wurden und das Refektorium vergrößert werden konnte.
 
Fürsterzbischof Guidobald ging auf den Vorschlag des Abtes zunächst unter zwei Bedingungen ein: Erstens müsse St. Peter die alleinige Baulast für das gesamte Gebäude tragen und zweitens müsse die Fassade jener der Residenz gleichen. Erst etwas später knüpfte der Fürsterzbischof auf Drängen seines adeligen [[Domkapitel]]s eine dritte Bedingung an die Umsetzung dieses Bauprojektes: Der Konvent von St. Peter soll auf das Vorgangsrecht bei öffentlichen Prozessionen zugunsten der Domherren verzichten. Da dem Kloster eine langfristige Perspektive wichtiger war, ging es auf alle Bedingungen des Fürsterzbischofs ein und unterzeichnete am [[4. Mai]] 1657 einen entsprechenden Vertrag. So wurde die neue Fassade hochgezogen, in der einige neue Zellen unterbracht wurden und das Refektorium vergrößert werden konnte.
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Schon am [[7. Mai]] 1657 war Baubeginn und am [[21. August]] [[1661]] konnte nach vier Jahren das Bauprojekt abgeschlossen werden. Die Ausstattung der Langen Galerie mit kostbaren Stuckaturen des aus Linz stammenden [[Johann Peter Spätz]] erfolgte erst [[1668]]. In der Langen Galerie fand die Gemäldesammlung von Fürsterzbischof Guidobald ihren Platz, die später durch Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668–1687) und andere Fürsterzbischöfe mit unterschiedlichem Einsatz ergänzt wurde. Die Fürsterzbischöfe nannten ihn ''Galerie gegen St. Peter"'', das Erzstift "''Galerie bey Hof''". Die ''Lange Galerie bey Hof'', wie dieser Gang auch bezeichnet wurde, ist somit die älteste Gemäldegalerie in Salzburg.  
 
Schon am [[7. Mai]] 1657 war Baubeginn und am [[21. August]] [[1661]] konnte nach vier Jahren das Bauprojekt abgeschlossen werden. Die Ausstattung der Langen Galerie mit kostbaren Stuckaturen des aus Linz stammenden [[Johann Peter Spätz]] erfolgte erst [[1668]]. In der Langen Galerie fand die Gemäldesammlung von Fürsterzbischof Guidobald ihren Platz, die später durch Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668–1687) und andere Fürsterzbischöfe mit unterschiedlichem Einsatz ergänzt wurde. Die Fürsterzbischöfe nannten ihn ''Galerie gegen St. Peter"'', das Erzstift "''Galerie bey Hof''". Die ''Lange Galerie bey Hof'', wie dieser Gang auch bezeichnet wurde, ist somit die älteste Gemäldegalerie in Salzburg.  
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Durch große Fenster erhellt klassisches Nordlicht den majestätischen Raum. Als [[1803]] [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst]] [[Ferdinand III. von Toskana]] für zwei Jahre Salzburg regierte, ließ er darin einen fast 60 Meter langen Bücherkasten in Form einer Glasvitrine aufstellen, den er [[1806]], nachdem er Salzburg wieder verlassen musste, dem Erzstift St. Peter schenkte. [[1819]] hat zwar Kaiser [[Franz I.]] den Galeriegang dem Stift St. Peter zugesprochen, doch sollte es noch bis [[1905]] dauern, bis er endlich ins grundbücherliche Eigentum des (damals schon) Erzstiftes eingetragen wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Lange Galerie als Depot für die umfangreiche Mineraliensammlung des Erzstiftes genutzt. Mit der Enteignung des Erzstiftes St. Peter durch die [[NS]]-Machthaber im Jahre [[1942]] wurde die Lange Galerie für Jahrzehnte zur Zwischenlagerungsstätte.
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Durch große Fenster erhellt klassisches Nordlicht den majestätischen Raum. Als [[1803]] [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst]] [[Ferdinand III. von Toskana]] für zwei Jahre Salzburg regierte, ließ er darin einen fast 60 Meter langen Bücherkasten in Form einer Glasvitrine aufstellen, den er [[1806]], nachdem er Salzburg wieder verlassen musste, dem Benediktinerstift St. Peter schenkte. [[1819]] hat zwar Kaiser [[Franz I.]] den Galeriegang dem Stift St. Peter zugesprochen, doch sollte es noch bis [[1905]] dauern, bis er endlich ins grundbücherliche Eigentum des (damals schon) Erzstiftes eingetragen wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Lange Galerie als Depot für die umfangreiche Mineraliensammlung des Erzstiftes genutzt. Mit der Enteignung des Erzstiftes St. Peter durch die [[NS]]-Machthaber im Jahre [[1942]] wurde die Lange Galerie für Jahrzehnte zur Zwischenlagerungsstätte.
    
Auf einer durchgehenden Wand von 70 Metern werden Kunstwerke gezeigt, die für die Erzabtei entstanden sind und auch der religiösen Andacht dienen: etwa [[Paul Troger]]s "''Christus am Ölberg''" und die zugehörige "''Mater Dolorosa''" oder das Hochaltarbild der hl. Margarethe von [[Pietro Antonio Lorenzoni]], mit dem die [[Margarethenkapelle]] im [[Friedhof von St. Peter]] ausgestattet worden war. Die der Gemäldewand gegenüberliegenden Fenster geben den Blick auf den Domplatz frei.
 
Auf einer durchgehenden Wand von 70 Metern werden Kunstwerke gezeigt, die für die Erzabtei entstanden sind und auch der religiösen Andacht dienen: etwa [[Paul Troger]]s "''Christus am Ölberg''" und die zugehörige "''Mater Dolorosa''" oder das Hochaltarbild der hl. Margarethe von [[Pietro Antonio Lorenzoni]], mit dem die [[Margarethenkapelle]] im [[Friedhof von St. Peter]] ausgestattet worden war. Die der Gemäldewand gegenüberliegenden Fenster geben den Blick auf den Domplatz frei.