| | Die ''Lange Galerie'' war das Ergebnis eines "Erpressungsversuches" oder "''einer der vielen Versuche, das (damals noch) Stift St. Peter aus der Stadt hinauszudrängen''" des Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]], wie Pater [[Korbinian Birnbacher]] von der Erzabtei in einem Interview vom 22. September 2009 den [[Salzburger Nachrichten]] erzählte. | | Die ''Lange Galerie'' war das Ergebnis eines "Erpressungsversuches" oder "''einer der vielen Versuche, das (damals noch) Stift St. Peter aus der Stadt hinauszudrängen''" des Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]], wie Pater [[Korbinian Birnbacher]] von der Erzabtei in einem Interview vom 22. September 2009 den [[Salzburger Nachrichten]] erzählte. |
| − | Die Hintergründe zu diesem Vorgehen der Salzburger Erzbischöfe finden sich in den Anfängen des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums]]. Damals wurde das (anfänglich nur) Kloster St. Peter an den Rand der Altstadt gestellt. Zunächst sogar unter [[Bergstürze|Felssturz]]-gefährdete Abhänge des [[Mönchsberg]]es. Die Erzbischöfe sicherten sich ab dann stets die besten Bauplätze in Salzburg. Ein weitere Grund lag im Privileg des (bereits) Stifts, bei öffentlichen Prozessionen ''vor'' den [[Domherr]]en gehen zu dürfen. | + | Die Hintergründe zu diesem Vorgehen der Salzburger Erzbischöfe finden sich in den Anfängen des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums]]. Damals wurde das (anfänglich nur) Kloster St. Peter an den Rand der Altstadt gestellt. Zunächst sogar unter [[Bergstürze|Felssturz]]-gefährdete Abhänge des [[Mönchsberg]]es. Die Erzbischöfe sicherten sich ab dann stets die besten Bauplätze in Salzburg. Ein weitere Grund lag im Privileg des (bereits) Stifts, bei öffentlichen Prozessionen ''vor'' den [[Domherr]]en gehen zu dürfen. |
| | Fürsterzbischof Guidobald also plante, vor die Klostermauer einen schmalen Trakt und vor Abtzelle und Refektorium einen Latrinenturm zu bauen. Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von Fürsterzbischof Guidobald Graf Thun (1654–1668), den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten, das Erzstift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler (1657–1673) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt am [[Josefitag]] des Jahres [[1657]] ([[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel geladen wurde, konnte er den Landesfürsten mit einer selbst angefertigten Skizze davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die Lange Galerie dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden. | | Fürsterzbischof Guidobald also plante, vor die Klostermauer einen schmalen Trakt und vor Abtzelle und Refektorium einen Latrinenturm zu bauen. Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von Fürsterzbischof Guidobald Graf Thun (1654–1668), den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten, das Erzstift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler (1657–1673) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt am [[Josefitag]] des Jahres [[1657]] ([[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel geladen wurde, konnte er den Landesfürsten mit einer selbst angefertigten Skizze davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die Lange Galerie dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden. |