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== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Das [[1836]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=18690014&query=((text:%22Mallnitzer+Tauernhaus%22))&ref=anno-search&seite=460 ANNO], Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Ausgabe 1869, Seite 460</ref> vollendete, im Besitz der kärntnerischen Landschaft befindliche Tauernhaus wurde laut Beschluss des Landtages [[1889]] der Stadt Klagenfurt zur Instandsetzung und Verwaltung übergeben. Die Sektion ließ [[1889]]–[[1890]] das Haus instandsetzen. Das Haus ist aus Stein erbaut und hatte damals eine  Küche, zwei Zimmer mit je drei Betten und unter dem Dach ein Heulager. Ein großer Stall war dem Gebäude angebaut. ­
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=== Schwierige Geburt aufgrund einer Verwechslung ===
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[[1825]] erhielt ein Salzburger Kreisbeamter einer Antrag des [[Bezirksgericht Mittersill|Pfleggerichts Mittersill]] zur Bearbeitung. Es handelte sich um ein Ansuchen zur Errichtung eines weiteren Unterstandbaues im ''Naßfeld'' zur Entlastung der bestehenden [[Tauernhaus|Tauernhäuser]] im [[Felbertal]], eben im ''Naßfeld''. Doch offensichtlich kannte der Beamter nur das große und bekannte ''[[Nassfeld|Naßfeld]]'' in einem Seitental des [[Gasteinertal]]s am Weg zum Niederen Tauern. So erhielt dann auch der [[Gastein]]er Pfleggerichtsvorsteher Barthlmä Grießenauer das Antwortschreiben.
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Grießenauer erkannte sofort die Verwechslung und entfaltete sein diplomatisches Geschick um nicht den Beamten bloßzustellen. So meinte er im Schreiben an den Salzburger Landesbeamten, die ''hohe Kreisbehörde'' hätte sich sicherlich nicht irren können und bat, dem Projekt auf der "''Höhe des Gasteiner Naßfeldes näherzutreten''". Dies tat dann auch der Landesbeamte und genehmigte den Vorschlag. Dann aber ruhte das Vorhaben bis [[1829]]. In der Zwischenzeit ließ der Gasteiner Grießenauer einen Bauplan von [[Joseph Gainschnigg]] anfertigen und organisierte auch sonst alles Notwendige nach den Vorschriften der Salzburger Landesbehörde.
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Der Gasteiner Landrichter Josef Lieb von Liebenheim gab jedoch ein sehr negatives Gutachten über das Vorhaben ab. Aber die Mühlen der Behörden hatten schon ihren Lauf genommen und das den Salzburger Behörden übergeordnete Landespräsidium in [[Linz]] war bereits mit der Sache befasst. So erhielt dann auch Grießenauer am [[16. Mai]] [[1832]] die schriftliche Genehmigung zur Errichtung des Mallnitzer Tauernhauses. Zuvor hatte Kaiser [[Franz Josef I.]] am [[20. April]] dem Bau zugestimmt. Am [[18. Juni]] [[1833]] begannen die Bauarbeiten. Auch der zukünftige Pächter Simon Noisternig half bei den Arbeiten mit und brachte im Herbst das benötigte Bauholz auf den Berg, das er zuvor auf der Jamningalm geschlägert hatte. Mit dem Bau selbst wurde im Sommer [[1834]] begonnen.
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Immer wieder kam es zu kleineren Kompetenzstreitigkeiten mit Kärnten, wurde das Haus doch auf Kärntner Boden errichtet. Pächter Noisternig konnte sich noch eine Reihe  von besonderen Rechten herausschlagen und schließlich wurde der Bau [[1836]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=18690014&query=((text:%22Mallnitzer+Tauernhaus%22))&ref=anno-search&seite=460 ANNO], Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Ausgabe 1869, Seite 460</ref> vollendete.
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Doch die Hütte stand unter einem schlechten Stern. An der Rückseite des Hauses sprudelte immer wieder, mit Unterbrechungen, eine Quelle aus dem Fels. Das Gebäude wurde dadurch feucht und modrig, was einen längeren Aufenthalt im Inneren unangenehm werden ließ.
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Das im Besitz der kärntnerischen Landschaft befindliche Tauernhaus wurde laut Beschluss des Landtages [[1889]] der Stadt Klagenfurt zur Instandsetzung und Verwaltung übergeben. Die Sektion ließ [[1889]]–[[1890]] das Haus instandsetzen. Das Haus ist aus Stein erbaut und hatte damals eine  Küche, zwei Zimmer mit je drei Betten und unter dem Dach ein Heulager. Ein großer Stall war dem Gebäude angebaut. ­
    
[[1869]] boten die Bergführer Joseph Haas, Johann Freiberger, Georg Höhenwarter, Mathias Brayda, k.k. Forstwart und Johann Niederreiter aus dem [[Wildbad Gastein]] ihre Dienste als Führer zum Mallnitzer Tauernhaus um drei [[Krone]]n an, wenn sie auch noch Gepäck zu tragen hatten, kostete es vier Kronen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=18690024&query=((text:%22Mallnitzer+Tauernhaus%22))&ref=anno-search&seite=66 ANNO], Zeitschrift des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins]], Ausgabe 1869, Seite 66</ref>
 
[[1869]] boten die Bergführer Joseph Haas, Johann Freiberger, Georg Höhenwarter, Mathias Brayda, k.k. Forstwart und Johann Niederreiter aus dem [[Wildbad Gastein]] ihre Dienste als Führer zum Mallnitzer Tauernhaus um drei [[Krone]]n an, wenn sie auch noch Gepäck zu tragen hatten, kostete es vier Kronen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=oav&datum=18690024&query=((text:%22Mallnitzer+Tauernhaus%22))&ref=anno-search&seite=66 ANNO], Zeitschrift des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins]], Ausgabe 1869, Seite 66</ref>
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== Quelle ==
 
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* [[Fritz Gruber]]: ''[[Über 1000 Jahre Gastein - Gasteiner Mosaiksteine 2]]'', "Die 'Schwierige Geburt' des Mallnitzer Tauernhauses", Seite 437f
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==== Einzelnachweise ====
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<references/>
    
[[Kategorie:Kärnten]]
 
[[Kategorie:Kärnten]]

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