| | Der [[Salzburger Festspielfonds]] hatte über ihr umstrittenes Logo und dessen Schöpferin Poldi Wojtek wissenschaftliche Untersuchungen anfertigen lassen. Das Anfang Oktober [[2020]] vorgestellte Ergebnis belegte einmal mehr, dass Wojtek in vielfacher Weise vom Naziregime profitiert hatte. Ihr Mann verschaffte ihr Aufträge. Ihr Vater überließ ihr das arisierte Haus ihrer im Konzentrationslager umgekommenen Kollegin Helene von Taussig. Aber das 1928 geschaffene Logo der Festspiele transportiere nichts über den Nationalsozialismus, so der Festspielfonds, der an dem Logo festhalten wollen. | | Der [[Salzburger Festspielfonds]] hatte über ihr umstrittenes Logo und dessen Schöpferin Poldi Wojtek wissenschaftliche Untersuchungen anfertigen lassen. Das Anfang Oktober [[2020]] vorgestellte Ergebnis belegte einmal mehr, dass Wojtek in vielfacher Weise vom Naziregime profitiert hatte. Ihr Mann verschaffte ihr Aufträge. Ihr Vater überließ ihr das arisierte Haus ihrer im Konzentrationslager umgekommenen Kollegin Helene von Taussig. Aber das 1928 geschaffene Logo der Festspiele transportiere nichts über den Nationalsozialismus, so der Festspielfonds, der an dem Logo festhalten wollen. |
| − | Weniger bekannt und nicht umstritten ist ein anderes Werk von Wojtek, das wohl im selben Jahr wie das Festspiellogo entstand. Es handelt sich um das Fresko "Fischer am Zellersee" auf dem sogenannten Beamtenhaus in [[Zell am See]]. Bezirksarchivar Horst Scholz sagt, das Gebäude sei 1927/28 vom Land errichtet worden, um Beamte der Bezirkshauptmannschaft unterzubringen. Auch der ehemalige LH-Stv. Arno Gasteiger, dessen Vater Franz lange Pinzgauer Bezirkshauptmann war, habe in seiner Jugend dort gewohnt. "Der Auftrag an Wojtek muss über das Land gekommen sein", so Scholz. "Viele Amtshäuser und Schulen erhielten damals solche Kunstwerke." Wojteks Fresko zeigt zwei Fischer in einem Boot, die von zwei Damen in einem zweiten Boot beobachtet werden. Der Kleidung nach handelt es sich bei den Frauen um Touristinnen. Im Hintergrund sind Zell am See und das Kitzsteinhorn zu sehen. Und auch Schloss Fischhorn in Bruck, wohin die Nationalsozialisten dann im Krieg geraubte Kunstschätze brachten. | + | Weniger bekannt und nicht umstritten ist ein anderes Werk von Wojtek, das wohl im selben Jahr wie das Festspiellogo entstand. Es handelt sich um das Fresko "Fischer am Zellersee" auf dem sogenannten Beamtenhaus in [[Zell am See]]. Bezirksarchivar Horst Scholz sagt, das Gebäude sei 1927/28 vom Land errichtet worden, um Beamte der Bezirkshauptmannschaft unterzubringen. Auch der ehemalige [[LH-Stv]]. Arno Gasteiger, dessen Vater Franz lange Pinzgauer Bezirkshauptmann war, habe in seiner Jugend dort gewohnt. "Der Auftrag an Wojtek muss über das Land gekommen sein", so Scholz. "Viele Amtshäuser und Schulen erhielten damals solche Kunstwerke." Wojteks Fresko zeigt zwei Fischer in einem Boot, die von zwei Damen in einem zweiten Boot beobachtet werden. Der Kleidung nach handelt es sich bei den Frauen um Touristinnen. Im Hintergrund sind Zell am See und das Kitzsteinhorn zu sehen. Und auch Schloss Fischhorn in Bruck, wohin die Nationalsozialisten dann im Krieg geraubte Kunstschätze brachten. |
| | Das Beamtenhaus wurde später von der "roten" Wohnbaugenossenschaft Bergland erworben und [[2014]] umfassend saniert. Horst Scholz setzte sich beim damaligen Bergland-Chef und Ex-[[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] [[Georg Maltschnig]] erfolgreich dafür ein, dass auch das schon stark verwitterte Fresko restauriert wurde. Scholz sagt, er habe sich mit der Geschichte der Fresken in Zell am See beschäftigt. "''Wir haben nicht viele Kunstschätze in Zell und sollten darauf bedacht sein, sie zu erhalten.''" | | Das Beamtenhaus wurde später von der "roten" Wohnbaugenossenschaft Bergland erworben und [[2014]] umfassend saniert. Horst Scholz setzte sich beim damaligen Bergland-Chef und Ex-[[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] [[Georg Maltschnig]] erfolgreich dafür ein, dass auch das schon stark verwitterte Fresko restauriert wurde. Scholz sagt, er habe sich mit der Geschichte der Fresken in Zell am See beschäftigt. "''Wir haben nicht viele Kunstschätze in Zell und sollten darauf bedacht sein, sie zu erhalten.''" |