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==Die Pest in Salzburg==
 
==Die Pest in Salzburg==
Im [[12. Jahrhundert]] werden die Jahre [[1156]], [[1157]] und [[1167]] als Pestjahre bezeichnet.  [[1257]] brach in [[Laufen an der Salzach]] die Seuche aus. Wirklich große Verheerungen und Schrecken verbreitete die Pest in den Jahren [[1348]] und [[1349]]. Sie war 1347 von Schiffen, die in Genua anlegten, über die [[Alpen]] gekommen und war die größte Pestepedemie in den [[Ostalpen]]. Im [[Pongau]] verödeten 40 % der Güter, die dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstift St. Peter]] gehörten. Auch die Bevölkerung im [[Pinzgau]] wurde stark dezimiert. Im zu Salzburg gehörenden [[Mühldorf am Inn]] starben angeblich 1 400 Menschen.  
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Im [[12. Jahrhundert]] werden die Jahre [[1156]], [[1157]] und [[1167]] als Pestjahre bezeichnet.  [[1257]] brach in [[Laufen an der Salzach]] die Seuche aus. Wirklich große Verheerungen und Schrecken verbreitete die Pest in den Jahren [[1348]] und [[1349]]. Sie war 1347 von Schiffen, die in Genua anlegten, über die [[Alpen]] gekommen und war die größte Pestepedemie in den [[Ostalpen]]. Im [[Pongau]] verödeten 40 % der Güter, die dem [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] gehörten. Auch die Bevölkerung im [[Pinzgau]] wurde stark dezimiert. Im zu Salzburg gehörenden [[Mühldorf am Inn]] starben angeblich 1 400 Menschen.  
    
Im Zusammenhang mit dieser Epidemie mussten die [[Juden in Salzburg|Juden]] einen "gehörnten Hut" und die jüdischen Frauen Glöckchen tragen. Sie standen im Verdacht, durch Brunnenvergiftungen die Pest ausgelöst zu haben.
 
Im Zusammenhang mit dieser Epidemie mussten die [[Juden in Salzburg|Juden]] einen "gehörnten Hut" und die jüdischen Frauen Glöckchen tragen. Sie standen im Verdacht, durch Brunnenvergiftungen die Pest ausgelöst zu haben.
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In den Jahren [[1355]] bis [[1362]] sowie von [[1367]] bis [[1374]], [[1386]] (sie hatte in [[Radstadt]] am St.Veits-Tag, den [[15. Juni]], benommen) und [[1393]], in welchem Jahr sie besonders schrecklich grassierte.  
 
In den Jahren [[1355]] bis [[1362]] sowie von [[1367]] bis [[1374]], [[1386]] (sie hatte in [[Radstadt]] am St.Veits-Tag, den [[15. Juni]], benommen) und [[1393]], in welchem Jahr sie besonders schrecklich grassierte.  
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Im [[15. Jahrhundert]] wurde die Pest in den Jahren [[1444]] (eine vollständige [[Sonnenfinsternis]] im Jahr [[1448]] hatte bei den Menschen die Befürchtung des Ausbruch der Pest geschürt, was aber nicht der Fall war), [[1454]], [[1463]] und [[1482]] bis [[1486]]. 1482 wurden 4 500 Tote in der [[Stadt Salzburg]] sowie in den Dörfern [[Gemeinde Maxglan|Maxglan]], [[Gemeinde Siezenheim|Siezenheim]], [[Gemeinde Morzg|Morzg]] und [[Gemeinde Gnigl|Gnigl]]. 1471 kam es in diesem Zusammenhang zur Gründung der [[St. Rochus-Bruderschaft|St. Rochus]]- und [[Sebastiansbruderschaft]].
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Im [[15. Jahrhundert]] wurde die Pest in den Jahren [[1444]] (eine vollständige [[Sonnenfinsternis]] im Jahr [[1448]] hatte bei den Menschen die Befürchtung des Ausbruch der Pest geschürt, was aber nicht der Fall war), [[1454]], [[1463]] und [[1482]] bis [[1486]]. 1482 wurden 4 500 Tote in der [[Stadt Salzburg]] sowie in den Dörfern [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]], [[Siezenheim]], [[Morzg (Gemeinde)|Morzg]] und [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]]. 1471 kam es in diesem Zusammenhang zur Gründung der [[St. Rochus-Bruderschaft|St. Rochus]]- und [[Sebastiansbruderschaft]].
    
=== Im  16. Jahrhundert grassierte die Seuche am Schlimmsten ===
 
=== Im  16. Jahrhundert grassierte die Seuche am Schlimmsten ===
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Die Pestepidemie von 1625 bis 1626 im [[Lungau]] forderte in [[Tamsweg]] in sechs Monaten 79 Menschenleben.
 
Die Pestepidemie von 1625 bis 1626 im [[Lungau]] forderte in [[Tamsweg]] in sechs Monaten 79 Menschenleben.
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In der Chronik von Golling des Lehrers [[Georg Meinhard]] wird der Pest mit folgenden Worten Erwähnung getan: ''"1625 regierte der schwarze Tod auch in Golling und Umgebung, heischte die Krankheit viele Opfer, welche den Markt ziemlich leer gemacht. Damals stieg man auf die Dächer, um zu sehen, bei welchen Feuerstätten noch Rauch aufstieg, ein Zeichen, dass noch lebende Bewohner im Hause waren."''<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19331129&query=%22pestfriedhof%22&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volkszeitung]], 29. November 1933, Seite 7</ref>
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In der Chronik von Golling des Lehrers [[Georg Meinhard]] wird der Pest mit folgenden Worten Erwähnung getan: ''"1625 regierte der schwarze Tod auch in Golling und Umgebung, heischte die Krankheit viele Opfer, welche den Markt ziemlich leer gemacht. Damals stieg man auf die Dächer, um zu sehen, bei welchen Feuerstätten noch Rauch aufstieg, ein Zeichen, dass noch lebende Bewohner im Hause waren."''<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19331129&query=%22pestfriedhof%22&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volkszeitung]], 29. November 1933, Seite 7</ref>
    
Die Jahre [[1629]] bis [[1631]] waren zwar nicht Pestfrei, doch traten nur einzelne Fälle auf. Durch Kriegshandlungen 1632 in Augsburg und München kam [[1633]] die Seuche über Regensburg abermals nach Salzburg. [[Mühldorf am Inn]] litt vom Spätsommer[[1634]] bis Ende Jänner [[1635]] unter der Pest (438 Tote). [[Reichenhall]] war von 1634 bis [[1636]] von der Seuche heimgesucht worden, Hallein 1634 und 1635.
 
Die Jahre [[1629]] bis [[1631]] waren zwar nicht Pestfrei, doch traten nur einzelne Fälle auf. Durch Kriegshandlungen 1632 in Augsburg und München kam [[1633]] die Seuche über Regensburg abermals nach Salzburg. [[Mühldorf am Inn]] litt vom Spätsommer[[1634]] bis Ende Jänner [[1635]] unter der Pest (438 Tote). [[Reichenhall]] war von 1634 bis [[1636]] von der Seuche heimgesucht worden, Hallein 1634 und 1635.
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Die letzte Pestwelle erfasste das Fürsterzbistum in den Jahren [[1713]] und [[1714]].
 
Die letzte Pestwelle erfasste das Fürsterzbistum in den Jahren [[1713]] und [[1714]].
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Im Jahre 1714 herrschte, wie die alten Totenbücher besagen, in [[Köstendorf]] die Pest. So wurden allein aus dem Dorf Steindorf bei [[Straßwalchen]] vom 4. Oktober bis 16. Dezember 1714 33 Personen dahingerafft und am St. Johannsberg-Pestfriedhof begraben.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19490126&query=%22pestfriedhof%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 26. Januar 1949, Seite 3</ref>
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Im Jahre 1714 herrschte, wie die alten Totenbücher besagen, in [[Köstendorf]] die Pest. So wurden allein aus dem Dorf Steindorf bei [[Straßwalchen]] vom 4. Oktober bis 16. Dezember 1714 33 Personen dahingerafft und am St. Johannsberg-Pestfriedhof begraben.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19490126&query=%22pestfriedhof%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 26. Januar 1949, Seite 3</ref>
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1714 wurde [[Berndorf]] von der schrecklichen Seuche heimgesucht. Es starben 49 Personen, die im Wald begraben wurden. Dieser Pestfriedhof lag in Buchwinkel auf dem [[Haunsberg]]. Damit dieser Friedhof von der Nachwelt nicht vergessen werde, wurde zweihundert Jahre nach dem großen Sterben, ein Denkmal errichtet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140412&query=%22pestfriedhof%22&seite=7 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 12. April 1914, Seite 7</ref>
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1714 wurde [[Berndorf]] von der schrecklichen Seuche heimgesucht. Es starben 49 Personen, die im Wald begraben wurden. Dieser Pestfriedhof lag in Buchwinkel auf dem [[Haunsberg]]. Damit dieser Friedhof von der Nachwelt nicht vergessen werde, wurde zweihundert Jahre nach dem großen Sterben, ein Denkmal errichtet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140412&query=%22pestfriedhof%22&seite=7 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 12. April 1914, Seite 7</ref>
    
== Infektions- oder Pest-Ordnungen ==
 
== Infektions- oder Pest-Ordnungen ==
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* [[Nora Watteck]]: ''Die Pest in Salzburg'', in: Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) 123, Salzburg 1983, S. 191–210.
 
* [[Nora Watteck]]: ''Die Pest in Salzburg'', in: Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) 123, Salzburg 1983, S. 191–210.
 
* In: ''Salzburgs Synchronik'', [[Verlag Alfred Winter]], 2002, ISBN 3-85380-055-6
 
* In: ''Salzburgs Synchronik'', [[Verlag Alfred Winter]], 2002, ISBN 3-85380-055-6
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18821004&query=%22pest%22&seite=1 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 4. Oktober 1882, Seite 1, "Die Pest in Salzburg", 1. Teil
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* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18821004&query=%22pest%22&seite=1 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 4. Oktober 1882, Seite 1, "Die Pest in Salzburg", 1. Teil
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18821005&query=%22pest%22&seite=1 ANNO], Salzburger Chronik, 5. Oktober 1882, Seite 1, "Die Pest in Salzburg", 2. Teil
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* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18821005&query=%22pest%22&seite=1 ANNO], Salzburger Chronik, 5. Oktober 1882, Seite 1, "Die Pest in Salzburg", 2. Teil
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18821007&query=%22pest%22&seite=1 ANNO], Salzburger Chronik, 7. Oktober 1882, Seite 1, "Die Pest in Salzburg", 3. Teil (Ende)
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* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18821007&query=%22pest%22&seite=1 ANNO], Salzburger Chronik, 7. Oktober 1882, Seite 1, "Die Pest in Salzburg", 3. Teil (Ende)
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==== Einzelnachweise ====
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== Einzelnachweise ==
 
<references/>
 
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[[Kategorie:Sonstiges]]
   
[[Kategorie:Ereignis]]
 
[[Kategorie:Ereignis]]
 
[[Kategorie:Katastrophe]]
 
[[Kategorie:Katastrophe]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]

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