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| − | [[Datei:Foehnmauer.jpg|thumb|Föhnmauer über dem [[Alpenhauptkamm]]: rechts das [[Kitzsteinhorn]], links das [[Kapruner Tal]]]] | + | [[Datei:Foehnmauer.jpg|thumb|Föhnmauer über dem [[Alpenhauptkamm]]: rechts das [[Kitzsteinhorn]], links das [[Kapruner Tal]].]] |
| − | [[Datei:Föhnwolken über den Drei Brüdern.jpg|thumb|Föhnwolken über den [[Drei Brüder|Drei Brüdern]] im [[Pinzgau]]]] | + | [[Datei:Föhnwolken über den Drei Brüdern.jpg|thumb|Föhnwolken über den [[Drei Brüder|Drei Brüdern]] im [[Pinzgau]].]] |
| − | [[Datei:Wieselstein.jpg|thumb|Föhnsturm über dem [[Südlicher Wieselstein|Südlichen Wieselstein]] im [[Tennengebirge]]]] | + | [[Datei:Wieselstein.jpg|thumb|Föhnsturm über dem [[Südlicher Wieselstein|Südlichen Wieselstein]] im [[Tennengebirge]].]] |
| − | [[Datei:P1350819.jpg|thumb|Föhnstimmung im [[Naturschutzgebiet Zeller See]], Blick auf [[Imbachhorn]] und [[Kitzsteinhorn]]]] | + | [[Datei:P1350819.jpg|thumb|Föhnstimmung im [[Naturschutzgebiet Zeller See]], Blick auf [[Imbachhorn]] und [[Kitzsteinhorn]].]] |
| | Der '''Föhn''' oder ''Föhnwind'' ist ein warmer, trockener Fallwind, der häufig auf der der Windrichtung abgewendeten Leeseite (die vom Wind abgewandte Seite) von größeren Gebirgen auftritt. Er entsteht meist großräumig als Wetterlage und kann stetig wehen, aber auch böig sein. | | Der '''Föhn''' oder ''Föhnwind'' ist ein warmer, trockener Fallwind, der häufig auf der der Windrichtung abgewendeten Leeseite (die vom Wind abgewandte Seite) von größeren Gebirgen auftritt. Er entsteht meist großräumig als Wetterlage und kann stetig wehen, aber auch böig sein. |
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| | === Südföhn oder Nordföhn === | | === Südföhn oder Nordföhn === |
| − | [[Datei:Nordföhnmauer Untersberg Sturmtief Axel 20170106 150129.jpg|thumb|ein kalte Nordföhnmauer, erzeugt von Sturmtief Axel am 06.01.2017]]
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| | In Salzburg ist der Föhn zumeist ein warmer ''Südföhn''. Im Hochwinter gibt es das seltene Phänomen von ''Nordföhn''. Dabei schieben sehr kalte Luftmassen, direkt aus der Arktis kommend, die Luft vom Norden über den Alpenhauptkamm nach Süden. Die Föhnmauer und Föhnwolken bilden sich dann über den südlichen [[Kalkalpen]]. Der Fallwind an der Südseite ist jedoch kalt. | | In Salzburg ist der Föhn zumeist ein warmer ''Südföhn''. Im Hochwinter gibt es das seltene Phänomen von ''Nordföhn''. Dabei schieben sehr kalte Luftmassen, direkt aus der Arktis kommend, die Luft vom Norden über den Alpenhauptkamm nach Süden. Die Föhnmauer und Föhnwolken bilden sich dann über den südlichen [[Kalkalpen]]. Der Fallwind an der Südseite ist jedoch kalt. |
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| − | == Auswirkungen ==
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| − | === Farbenspiel ===
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| − | Datei:Föhn Farbenspiel 01.jpg|Föhn Farbenspiel, November 2015
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| − | Datei:Naturwissenschaftliche Fakultät Sonnenaufgang vom Freisaalweg.jpg|Föhn Farbenspiel, November 2015
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| − | Datei:Föhn Farbenspiel 02.jpg|Föhn Farbenspiel, November 2016
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| − | Datei:Föhn Farbenspiel 20191206 065708.jpg| Föhn Farbenspiel, Dezember 2019
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| − | Bei Föhnwetterlage kann man ein besonders schönes und intensives Farbenspiel während der Dämmerungsphase nach dem Sonnenuntergang, insbesondere aber vor dem Sonnenaufgang beobachten. Das Farbenspektrum reicht von violett über blau zu hellblau, mischt sich ins rosa und rot, wechselt zu orange und ins gelb. Erst dann folgt der Sonnenaufgang.
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| | === Föhnsturm === | | === Föhnsturm === |
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| | Ein Föhnsturm knickte Anfang Dezember [[2009]] beim [[Gaferlgut]] in [[Bruck an der Großglocknerstraße]] eine mächtige [[Linde]]. Diese wurde wahrscheinlich schon [[1526]] gepflanzt. | | Ein Föhnsturm knickte Anfang Dezember [[2009]] beim [[Gaferlgut]] in [[Bruck an der Großglocknerstraße]] eine mächtige [[Linde]]. Diese wurde wahrscheinlich schon [[1526]] gepflanzt. |
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| − | Die Föhnstürme im Winter [[2013]]/[[2014]] haben mehrfach zu Schließungen der Liftanlagen in Salzburger Skigebieten geführt. Die [[Gletscherbahnen Kaprun AG|Gletscherbahnen Kaprun]] mussten ihre Anlagen an drei Tagen komplett sperren. Ein besonders stürmischer Tag mit Windspitzen bis zu 200 km/h auf 3 000 [[m ü. A.]] war der [[26. Dezember]] 2013. Für die [[Schmittenhöhe]] in [[Zell am See]] war ebenfalls der 26. Dezember ein Ausnahmetag. Im unteren Bereich wehte der Wind sehr heftig mit Sturmspitzen bei 120 km/h. Es waren etwas weniger als die Hälfte der 26 Lifte in Betrieb. Im Skigebiet von [[Obertauern]] wurden wie in Kaprun drei heftige Sturmtage registriert, mit Spitzen bis zu 120 km/h auf rund 2 000 m ü. A.. Da aber die Lifte in verschiedene Richtungen angeordnet seien, mussten bei starkem Wind nicht alle Lifte gesperrt werden. An einem stürmischen Tag waren beispielsweise immer noch 14 der 26 Anlagen in Betrieb gewesen. Im [[Gasteinertal]] wurden ebenfalls am 26. Dezember am [[Stubnerkogel]] Windgeschwindigkeiten mit bis zu 204 km/h registriert. | + | Die Föhnstürme im Winter [[2013]]–[[2014]] haben mehrfach zu Schließungen der Liftanlagen in Salzburger Skigebieten geführt. Die [[Gletscherbahnen Kaprun AG|Gletscherbahnen Kaprun]] mussten ihre Anlagen an drei Tagen komplett sperren. Ein besonders stürmischer Tag mit Windspitzen bis zu 200 km/h auf 3 000 [[m ü. A.]] war der [[26. Dezember]] 2013. Für die [[Schmittenhöhe]] in [[Zell am See]] war ebenfalls der 26. Dezember ein Ausnahmetag. Im unteren Bereich wehte der Wind sehr heftig mit Sturmspitzen bei 120 km/h. Es waren etwas weniger als die Hälfte der 26 Lifte in Betrieb. Im Skigebiet von [[Obertauern]] wurden wie in Kaprun drei heftige Sturmtage registriert, mit Spitzen bis zu 120 km/h auf rund 2 000 m ü. A.. Da aber die Lifte in verschiedene Richtungen angeordnet seien, mussten bei starkem Wind nicht alle Lifte gesperrt werden. An einem stürmischen Tag waren beispielsweise immer noch 14 der 26 Anlagen in Betrieb gewesen. Im [[Gasteinertal]] wurden ebenfalls am 26. Dezember am [[Stubnerkogel]] Windgeschwindigkeiten mit bis zu 204 km/h registriert. |
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| | Am [[11. Dezember]] [[2017]] zogen starke Föhnstürme über das [[Bundesland Salzburg|Bundesland]], am [[Feuersang (Ankogelgruppe)|Feuersang]] in der [[Ankogelgruppe]] wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h gemessen, am [[Observatorium Sonnblick]] Spitzen bis zu 176 km/h und bei der [[Rudolfshütte]] bis zu 165 km/h. | | Am [[11. Dezember]] [[2017]] zogen starke Föhnstürme über das [[Bundesland Salzburg|Bundesland]], am [[Feuersang (Ankogelgruppe)|Feuersang]] in der [[Ankogelgruppe]] wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h gemessen, am [[Observatorium Sonnblick]] Spitzen bis zu 176 km/h und bei der [[Rudolfshütte]] bis zu 165 km/h. |
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| | Am 17. Dezember [[2019]] — auf den Tag genau 30 Jahre später — wurden 20,1 °C an der [[ZAMG]]-Messstelle am [[Airport Salzburg]] gemessen. Ein Höchstwert seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen (Messgeschichte). Ursache war eine ausgeprägte Föhn-Wetterlage. In Zell am See waren es nur 4 °C. Am [[15. Jänner]] [[2015]] erreichten unter [[Föhn]]<nowiki>einfluss</nowiki> die Temperaturen bis zu 21,1 °C (in [[Golling an der Salzach]]).<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/20-1-grad-in-der-stadt-salzburg-neuer-rekord-fuer-dezember-80808664 www.sn.at/17. Dezember 2019]</ref><ref>[https://www.wetter.at/wetter/oesterreich-wetter/Rekord-Waermste-Dezembernacht-aller-Zeiten/409838389 www.wetter.at]</ref> | | Am 17. Dezember [[2019]] — auf den Tag genau 30 Jahre später — wurden 20,1 °C an der [[ZAMG]]-Messstelle am [[Airport Salzburg]] gemessen. Ein Höchstwert seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen (Messgeschichte). Ursache war eine ausgeprägte Föhn-Wetterlage. In Zell am See waren es nur 4 °C. Am [[15. Jänner]] [[2015]] erreichten unter [[Föhn]]<nowiki>einfluss</nowiki> die Temperaturen bis zu 21,1 °C (in [[Golling an der Salzach]]).<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/20-1-grad-in-der-stadt-salzburg-neuer-rekord-fuer-dezember-80808664 www.sn.at/17. Dezember 2019]</ref><ref>[https://www.wetter.at/wetter/oesterreich-wetter/Rekord-Waermste-Dezembernacht-aller-Zeiten/409838389 www.wetter.at]</ref> |
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| − | Datei:Föhn Farbenspiel 20191217 070845.jpg|Föhn-Farbenspiel: ''"So begann der wärmste [[Dezember]]tag seit Messbeginn in Salzburg"''
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| − | Datei:Föhn Farbenspiel 20191217 165247.jpg|Föhnfenster und Farbenspiel ''"So endete der wärmste Dezembertag seit Messbeginn in Salzburg"''
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| | === Warmwetterzone === | | === Warmwetterzone === |
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| | === Wirkung auf die Schneelage === | | === Wirkung auf die Schneelage === |
| | Der warme Föhnwind kann binnen 24 Stunden ungefähr die selbe Schneemenge zum Schmelzen bringen wie die normale Sonneneinstrahlung während eines Zeitraumes von 14 Tagen. | | Der warme Föhnwind kann binnen 24 Stunden ungefähr die selbe Schneemenge zum Schmelzen bringen wie die normale Sonneneinstrahlung während eines Zeitraumes von 14 Tagen. |
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| | + | == Wirkung in der Natur== |
| | + | Bei Föhnwetterlage kann man ein besonders schönes und intensives Farbenspiel während der Dämmerungsphase nach dem Sonnenuntergang, insbesondere aber vor dem Sonnenaufgang beobachten. Das Farbenspektrum reicht von violett über blau zu hellblau, mischt sich ins rosa und rot, wechselt zu orange und ins gelb. Erst dann folgt der Sonnenaufgang. |
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| | == Bilder == | | == Bilder == |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |
| − | [[Kategorie:Geografie]][[Kategorie:Geografie (Begriff)]] | + | [[Kategorie:Naturwissenschaft]] |
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| | [[Kategorie:Wetter]] | | [[Kategorie:Wetter]] |