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Hofrat '''Vinzenz Goller''' (* [[9. März]] [[1873]] in St. Andrä bei Brixen, [[Südtirol]]; † [[11. September]] [[1953]] in [[St. Michael im Lungau]]), war Komponist, Kirchenmusiker und Bürgermeister der Stadt Klosterneuburg in [[Niederösterreich]].
== Leben ==
Vinzenz Goller war der Sohn des Volksschullehrers, Mesners und Organisten Josef Goller und seiner Frau Rosina, geborene Plaikner. Als Sängerknabe lernte er im Augustiner-Chorherrenstift Neustift, [[Tirol]], und besuchte dann ab [[1888]] die Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck. Nach Abschluss seiner Lehrerausbildung unterrichtete er als Volksschullehrer im [[südtirol]]er Pustertal in den Volksschulen von Niederolang, Sexten und St. Lorenzen und studierte nebenbei Kirchenmusik in [[Regensburg]].
Seit [[1899]] war er verheiratet mit Maria Josefa, geborene Pfeifhofer (* 18. März 1879 in Sexten, [[Südtirol]]; † 1946 in St. Michael im Lungau) aus Sexten, die ihm sieben Kinder schenkte, darunter
* Frieda, verheiratet mit [[Sprengelarzt]] Medizinalrat Dr. [[Herbert Appel]] aus [[St. Michael im Lungau]]
* Elsa (* 30. September 1900 in St. Lorenzen, Südtirol; † 2. November 1982 in Klosterneuburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/klosterneuburg-stiftspfarre/02-11/?pg=183 Trauungsbuch der Stiftspfarre Klosterneuburg, Band x, S. 358.]</ref>, verheiratet mit Architekt Karl Schömer (* 11. Oktober 1900 in Klosterneuburg)
* Aloisia ''Anna Luise''(* 20. Juni 1911; † 2. Juni 1958 in St. Michael im Lungau)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/klosterneuburg-stiftspfarre/01-15/?pg=57 Taufbuch der Stiftspfarre Klosterneuburg, Band XV, S. 107.]</ref>, seit [[1951]] verheiratet mit Volksschullehrer [[Leodegar Dorn]] (11. Februar 1901 in [[Seetal]])
* Hubert (* 18. Dezember 1919; † 17. Juni 2013 in Klosterneuburg)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/klosterneuburg-stiftspfarre/01-15/?pg=286 Taufbuch der Stiftspfarre Klosterneuburg, Band XV, S. 565.]</ref><!--, seit [[1950]] verheiratet mit Gertrud, geborene Wobernik-->
* Leopoldine (* 1920)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/klosterneuburg-stiftspfarre/01-15/?pg=365 Taufbuch der Stiftspfarre Klosterneuburg, Band XV, S. 601]</ref>
* Wilhelm (* 1921)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/klosterneuburg-stiftspfarre/01-15/?pg=365 Taufbuch der Stiftspfarre Klosterneuburg, Band XV, S. 667]</ref>
[[1903]] wurde Goller Kirchenmusiker in Deggendorf, [[Bayern|Niederbayern]]. [[1910]] erhielt er den Auftrag, eine kirchenmusikalischen Abteilung für die Wiener Musikakademie in Klosterneuburg aufzubauen, und blieb Leiter dieser Musikhochschule bis zu seiner Pensionierung [[1933]].
Am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] nahm Vinzenz Goller ab März [[1915]] als Freiwilliger der Tiroler Stadtschützen teil. Er stieg bis zum Bataillonskomandanten auf und beendete seinen Kriegseinsatz als Major. Der Kriegsgefangenschaft entging er durch Flucht und kehrte im Februar 1919 an seine Wirkungsstelle in Klosterneuburg zurück.
Ab [[1933]] engagierte Goller sich in der Kommunalpolitik, wurde Gemeinderat und von [[1936]] bis [[1938]] Bürgermeister von Klosterneuburg. Infolge des [[Anschluss]]es wurde er im März 1938 seines Amtes enthoben. Zwei seiner Kinder wurden aufgrund ihres Widerstandes gegen den [[Nationalsozialismus]] ernsthaft verfolgt. Er selbst übersiedelte [[1941]] mit der restlichen Familie nach der Aufhebung des Stiftes Klosterneuburg nach St. Michael im [[Lungau]], wo eine Tochter mit einem Arzt verheiratet war. Nach [[1946]] verbrachte er einige Zeit in Südtirol, übersiedelte dann jedoch [[1950]] wieder nach Klosterneuburg, verstarb aber bereits [[1953]] in St. Michael im Lungau, wo er an der Seite seiner verstorbenen Frau am Friedhof der [[Pfarrkirche St. Michael]] bestattet wurde.
== Ehrungen ==
* Ritter der Eisernen Krone
* [[1933]] wurde Vinzenz Goller der Berufstitel ''Hofrat'' verliehen.
* [[1953]] wurde er zum Ehrenmitglied der Akademie für Musik und darstellende Kunst ernannt.
== Werke ==
Vinzenz Goller komponierte zahlreiche kirchenmusikalische Werke, darunter
* die ''Loreto-Messe'',
* die ''Clemens-Hofbauer-Messe'' und
* die ''Leopolds-Messe''.
Außerdem das
* ''Festpräludium für Orgel in Memoriam Anton Bruckner'' und
* ''zwei Festfanfaren für elf Bläser über Themen von Anton Bruckner''.
== Quellen ==
* Scharnagl, August: ''Vinzenz Goller'', in: Blume, Friedrich (Hg.): ''Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik.'' Band 3. Kassel (Bärenreiter) 1954, Sp. 491ff.
* [http://www.kultur-klosterneuburg.at/Bereiche/Dokumentation/ONLINE/BEDEUTENDE_KLBGer/GOLLER_V/Index.html Homepage der Klosterneuburger Kultur-Gesellschaft]
==== Einzelverweise ====
<references/>
{{SORTIERUNG:Goller, Vinzenz}}
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