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| | ==Niedergang== | | ==Niedergang== |
| | Der berühmteste Gewerke, Christoff Weitmoser, starb am [[2. Mai]] [[1558]]. Weitmoser hinterließ in seinem Testament ein ansehnliches Vermögen. Jede seiner drei Töchter bekam 75.000 Gulden, was für die damalige Zeit sehr viel Geld war. Nach Christoff Weitmosers Tod ging es rasch abwärts. Seine Erben waren unmündig und wurden durch „Gerhaben“ (Vormünder) vertreten. | | Der berühmteste Gewerke, Christoff Weitmoser, starb am [[2. Mai]] [[1558]]. Weitmoser hinterließ in seinem Testament ein ansehnliches Vermögen. Jede seiner drei Töchter bekam 75.000 Gulden, was für die damalige Zeit sehr viel Geld war. Nach Christoff Weitmosers Tod ging es rasch abwärts. Seine Erben waren unmündig und wurden durch „Gerhaben“ (Vormünder) vertreten. |
| − | Martin Strasser verstarb am [[19. März]] [[1560]], sein Bruder Wolfgang Strasser am [[22. Oktober]] [[1561]]. Wie Christoff Weitmoser hinterließen auch die beiden Brüder Strasser nur unmündige Erben, die von „Gerhaben“ (Vormündern) vertreten werden mussten. So trat Martin Strasser II., der Sohn des verstorbenen Wolfgang Strasser, formal das Erbe seines Onkels an. | + | Martin Strasser verstarb am [[19. März]] [[1560]], sein Bruder Wolfgang Strasser am [[22. Oktober]] [[1561]]. Wie Christoff Weitmoser hinterließen auch die beiden Brüder Strasser nur unmündige Erben, die von „Gerhaben“ vertreten werden mussten. So trat Martin Strasser II., der Sohn des verstorbenen Wolfgang Strasser, formal das Erbe seines Onkels an. |
| − | „Seine Kuratoren gehörten den verschwägerten Familien der Seenus, Katzpeck und Mordax an, als >Obrister Gerhabe< fungierte aber der Landesherr höchstpersönlich: Erzbischof [[ Johann Jakob von Kuen-Belasy]]. Diese besaß [[1569]] selbst 5/36 am Edelmetallbergbau und hatte so als Strasserscher Gerhabe weitreichend und unmittelbaren Zugriff auf rund ein Drittel des gesamten Gastein-Rauris-Lender Montanistikums. Die Inhaber der restlichen zwei Drittel, nämlich das junge Brüderpaar Weitmoser beziehungsweise die eben erst großjährig gewordenen Brüder Zott, steckten durch den Rückgang der Edelmetallproduktion in Finanznöten und hatten daher eine schwache Verhandlungsposition. Der Landesherr konnte deshalb seine Zukunftsvision einer Konzentration des gesamten Edelmetallbergbaus in einer gemeinsamen Handelsgesellschaft leicht durchsetzen. “ | + | „Seine Kuratoren gehörten den verschwägerten Familien der Seenus, Katzpeck und Mordax an, als >Obrister Gerhabe< fungierte aber der Landesherr höchstpersönlich: Erzbischof [[Johann Jakob von Kuen-Belasy]]. Diese besaß [[1569]] selbst 5/36 am Edelmetallbergbau und hatte so als Strasserscher Gerhabe weitreichend und unmittelbaren Zugriff auf rund ein Drittel des gesamten Gastein-Rauris-Lender Montanistikums. Die Inhaber der restlichen zwei Drittel, nämlich das junge Brüderpaar Weitmoser beziehungsweise die eben erst großjährig gewordenen Brüder Zott, steckten durch den Rückgang der Edelmetallproduktion in Finanznöten und hatten daher eine schwache Verhandlungsposition. Der Landesherr konnte deshalb seine Zukunftsvision einer Konzentration des gesamten Edelmetallbergbaus in einer gemeinsamen Handelsgesellschaft leicht durchsetzen. “ |
| | Die neue Generation der drei Großgewerkenfamilien bestand aus jungen Männern, die noch wenig Erfahrung im Geschäftsleben der damaligen Zeit besaßen. Auch ihre Interessen unterschieden sich von denen ihrer Unternehmerväter. „Sie wandten sich zunehmend anderen Idealen zu und gingen das Risiko eines Bergbauengagements nur zögernd ein. Gültenbesitz, wie bei Weitmoser, oder eine Karriere im Dienste des Landesherrn, wie bei Strasser, traten als verlockende Alternativen in den Vordergrund.“ | | Die neue Generation der drei Großgewerkenfamilien bestand aus jungen Männern, die noch wenig Erfahrung im Geschäftsleben der damaligen Zeit besaßen. Auch ihre Interessen unterschieden sich von denen ihrer Unternehmerväter. „Sie wandten sich zunehmend anderen Idealen zu und gingen das Risiko eines Bergbauengagements nur zögernd ein. Gültenbesitz, wie bei Weitmoser, oder eine Karriere im Dienste des Landesherrn, wie bei Strasser, traten als verlockende Alternativen in den Vordergrund.“ |
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