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==Leben==
 
==Leben==
Er stammte aus einer im Bodenseeraum beheimateten begüterten Familie. Sein Vater, [[Hans Werner von Raitenau|Hans Werner]], war Kriegsoberst, seine Mutter Helene Gräfin Hohenems war die Schwester des Vaters des Kardinals und Nachfolgers von Wolf Dietrich als Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]]. Wolf Dietrich, der Erstgeborene, hatte drei Schwestern und sieben Brüder, einer war [[Jakob Hannibal von Raitenau]]. Ein Onkel von ihm war der Mailänder Kardinal und Erzbischof Karl Borromeo (* [[1538]]; † [[1584]]).
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Er stammte aus einer im Bodenseeraum beheimateten begüterten Adelsfamilie. Sein Vater, [[Hans Werner von Raitenau|Hans Werner]], war Kriegsoberst, seine Mutter Helene Gräfin Hohenems war die Schwester des Vaters des Kardinals und Nachfolgers von Wolf Dietrich als Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]]. Wolf Dietrich, der Erstgeborene, hatte drei Schwestern und sieben Brüder, einer davon war [[Jakob Hannibal von Raitenau]]. Ein Onkel war der Mailänder Kardinal und Erzbischof Karl Borromeo (* [[1538]]; † [[1584]]).
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Wolf Dietrich studierte in Pavia, [[Italien]] und Rom am ''[[Collegium Germanicum]]''. Bereits mit 28 Jahren wurde er zum Fürsterzbischof gewählt, trat für die katholische Erneuerung ein, berief [[Kapuzinerorden|Kapuziner]] und [[Augustinerorden|Augustiner]]-Eremiten nach Salzburg und verbesserte das [[Salzburger Schulgeschichte|Schulwesen]]. Er galt als hoch gebildet und von scharfem Verstand, wurde jedoch als sprunghaft und jähzornig beschrieben.
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Wolf Dietrich studierte in Pavia, (Lombardei) und in Rom am ''[[Collegium Germanicum]]''. Bereits mit 28 Jahren wurde er zum Fürsterzbischof gewählt, trat für die katholische Erneuerung ein, berief [[Kapuzinerorden|Kapuziner]] und [[Augustinerorden|Augustiner]]-Eremiten nach Salzburg und verbesserte das [[Salzburger Schulgeschichte|Schulwesen]]. Er galt als hoch gebildet und von scharfem Verstand, wurde jedoch als sprunghaft und jähzornig beschrieben.
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Die Regierung von Wolf Dietrich von Raitenau gilt als der Höhepunkt des Absolutismus im [[Erzstift Salzburg]]. "''Die Auffassung des Erzbischofs von seiner Stellung als Landesfürste und seinem Regierungsstil kommt deutlich in seinem Verhalten gegenüber den [[Hohe Salzburger Landschaft|Landständen]] zum Ausdruck, die er zwar nicht formell aufhob, aber dadurch ausschaltete, dass er keinen Landtag mehr einberief. Die die Bezeichnung [[Landtag]] ist noch heute die gesetzgebende Körperschaft des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]] mit den Landständen des einstigen [[Fürsterzbistum]]s, die gemeinsam die Hohe Salzburger Landschaft (Landstände) bildeten, verbunden. Zusammensetzung und Funktion der Landstände waren jedoch ganz anders als beim Landtag der Gegenwart.''" (Zitiert nach [[Heinz Dopsch]] aus dem Begleitbuch zur Salzburger Landesausstellung, Seite 132.)
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Die Regierung von Wolf Dietrich von Raitenau gilt als der Höhepunkt des Absolutismus im [[Erzstift Salzburg]]. "''Die Auffassung des Erzbischofs von seiner Stellung als Landesfürste und seinem Regierungsstil kommt deutlich in seinem Verhalten gegenüber den [[Hohe Salzburger Landschaft|Landständen]] zum Ausdruck, die er zwar nicht formell aufhob, aber dadurch ausschaltete, dass er keinen Landtag mehr einberief. (Der Salzburger [[Landtag]] ist vergleichbar mit den Landständen des einstigen [[Fürsterzbistum]]s, die die Hohe Salzburger Landschaft bildeten, Zusammensetzung und Funktion der Landstände waren jedoch ganz anders.''" (vg. [[Heinz Dopsch]], Buch zur Salzburger Landesausstellung, Seite 132.)
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Nach seiner Wahl zeigte die Wahlkapitulation des [[Domkapitel]]s vom [[25. Februar]] [[1587]] deutlich das Bestreben der [[Domherren]], dass sie ihre Einflussnahme in die wichtigsten Zweige der Verwaltung und auf die Regierung stärken wollten. Zwar unterschrieb Wolf Dietrich dieses Dokument, nahm aber in der Hofratsordnung vom [[17. August]] [[1588]] den Domherren das Recht, nach Belieben im [[Hofrat]] mitzuwirken und anwesend zu sein. Damit legte er den Grundstein zum lebenslang anhaltenden Streit mit dem Domkapitel.
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Nach seiner Wahl zeigte die Wahlkapitulation des [[Domkapitel]]s vom [[25. Februar]] [[1587]] deutlich das Bestreben der [[Domherren]], dass sie ihre Einflussnahme in die wichtigsten Zweige der Verwaltung und auf die Regierung stärken wollten. Zwar unterschrieb Wolf Dietrich dieses Dokument, nahm aber in der Hofratsordnung vom [[17. August]] [[1588]] den Domherren das Recht, im [[Hofrat]] mitzuwirken und anwesend zu sein. Damit legte er den Grundstein zum lebenslang anhaltenden Streit mit dem Domkapitel. Ein weiteres Kapitel im Leben des Fürsterzbischofs war das Zerwürfnis mit dem [[Bischof von Chiemsee]] [[Sebastian Cattaneo]]. Bereits einen Monat nach seiner Wahl zum Fürsterzbischof erließ Wolf Dietrich von Raitenau am [[16. November]] [[1587]] (s)eine [[Getränkesteuer|Umgeld]]ordnung. [[1585]] verkaufte er Salzburger Besitzungen in der [[Steiermark]]. Unter dem späteren Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] kam es dann zu teilweisen Rückkäufen.
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Ein weiteres Kapitel im Leben des Fürsterzbischofs war das Zerwürfnis mit dem [[Bischof von Chiemsee]] [[Sebastian Cattaneo]].
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[[1588]] begann er mit der Umgestaltung der [[Residenz]]stadt Salzburg zur [[Barock]]<nowiki>stadt</nowiki>. Wolf Dietrich sah im Umbau des spät[[mittelalter]]lichen Salzburg in eine [[Residenz]]stadt im Sinne der Spät[[renaissance]] als eine seiner zentralen Aufgaben.<ref>Quelle [[Georg Seunig]] im Begleitbuch zur Salzburger Landesausstellung, Seite 196</ref> Nach dem Abbruch von Adels- und Bürgerhäusern im selben Jahr begann er mit dem Bau der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]]. Weitere Neu- und Umbauten, die in den nächsten Jahren folgten betrafen die [[Alte Residenz]], die [[Kapitelhäuser]] [[Dompropstei]], [[Kapitelhaus]], [[Domherrenhaus Firmian-Salm]] und die [[Domdechantei]].
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Bereits einen Monat nach seiner Wahl zum Fürsterzbischof erließ Wolf Dietrich von Raitenau am [[16. November]] [[1587]] (s)eine [[Getränkesteuer|Umgeld]]ordnung.  
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Während seiner Regierungszeit wurde [[1595]] der Umbau der [[Alte Residenz|Residenz]] und [[1606]] der Bau von [[Schloss Altenau]], von seinem Nachfolger in [[Schloss Mirabell]] umbenannt, in Angriff genommen. Das Schloss war der Sommersitz für seine ihn stets begleitende und von der Bevölkerung hoch geschätzte Lebensgefährtin [[Salome Alt]], die ihm 15 Kinder gebar. Salome Alt bezog 1606 Gebäude in der [[Dietrichsruh]], von wo aus sie einen direkten Zugang zu den Fürstenzimmern in der Residenz hatte.  
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[[1585]] verkaufte er Salzburger Besitzungen in der [[Steiermark]]. Unter dem späteren Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]] kam es dann zu teilweisen Rückkäufen.
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1597 ließ er die [[Gabrielskapelle]] als eigene Grabstätte nach seinem Tod errichten. ([[1598]]) hatte Wolf Dietrich kurzzeitig die Absichtdie von ihm prächtig ausgestattete ''Marienkapelle'' im [[Konradinischer Dom]]<ref>Vgl. [[Adolf Ritter von Steinhauser|Steinhauser]], a. a. O. S. 376 f.</ref> als eigene Grabstätte zu wählen. Bemerkenswert ist die Nachricht von einer möglichen weiteren Grabstätte. Ein nicht näher bekannter gleichzeitiger Chronist schreibt: ''"Den 19. April 1610 hat Wolf Dietrich angefangen zu pauen ein Capellen und darinnen sein Begrebnus, diweil das Grab bey St. Sebastian in der Capelin, die im Friedhof ist, wässerig ist." ''<ref>[https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_50_0157-0230.pdf Franz Martin], ''"Erzbischof Wolf Dietrichs Letzte Lebensjahre 1612-1617"'', Seite 220]</ref>
 
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[[1588]] begann er mit der Umgestaltung der [[Residenz]]stadt Salzburg zur [[Barock]]<nowiki>stadt</nowiki>. Wolf Dietrich sah im Umbau des spät[[mittelalter]]lichen Salzburg in eine [[Residenz]]stadt im Sinne der Spät[[renaissance]] und des Frühbarocks als eine seiner zentralen Aufgaben.<ref>Quelle [[Georg Seunig]] im Begleitbuch zur Salzburger Landesausstellung, Seite 196</ref> Nach dem Abbruch von Adels- und Bürgerhäusern im selben Jahr begann er mit dem Bau der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]]. Weitere Neu- und Umbauten, die in den nächsten Jahren folgten betrafen die [[Alte Residenz]], die [[Kapitelhäuser]] [[Dompropstei]], [[Kapitelhaus]], [[Domherrenhaus Firmian-Salm]] und die [[Domdechantei]].
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Während seiner Regierungszeit wurde [[1595]] der Umbau der [[Alte Residenz|Residenz]] und um [[1606]] der Bau von [[Schloss Altenau]], von seinem Nachfolger in [[Schloss Mirabell]] umbenannt, in Angriff genommen. Das Schloss war der Sommersitz für seine ihn stets begleitende und von der Bevölkerung geschätzte Lebensgefährtin [[Salome Alt]], die ihm 15 Kinder gebar. Salome Alt bezog 1606 Gebäude in der [[Dietrichsruh]], von wo aus sie einen direkten Zugang zu den Fürstenzimmern in der Residenz hatte.
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Vor dem [[Brände im Salzburger Dom|Brand des Doms]] ([[1598]]) hatte Wolf Dietrich die von ihm auf das prächtigste ausgestattete ''Marienkapelle'' im [[Konradinischer Dom]]<ref>Vgl. [[Adolf Ritter von Steinhauser|Steinhauser]], a. a. O. S. 376 f.</ref> als seine erste Grabstätte ausersehen. Diesen Plan hat Wolf Dietrich aber wieder verworfen. Nun ließ er die [[Gabrielskapelle]] als Grabstätte errichten. Bemerkenswert ist die Nachricht von einer möglichen weiteren Grabstätte. Ein nicht näher bekannter gleichzeitiger Chronist schreibt: ''"Den 19. April 1610 hat Wolf Dietrich angefangen zu pauen ein Capellen und darinnen sein Begrebnus, diweil das Grab bey St. Sebastian in der Capelin, die im Friedhof ist, wässerig ist." ''<ref>[https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_50_0157-0230.pdf Franz Martin], ''"Erzbischof Wolf Dietrichs Letzte Lebensjahre 1612-1617"'', Seite 220]</ref>
      
Nach dem Dombrand legte er [[1611]] den Grundstein für einen neuen Dombau nach Plänen des berühmtesten italienischen Architekten der damaligen Zeit, [[Vincenzo Scamozzi]]. Wolf Dietrich wollte eine große Kirche ähnlich dem Petersdom in Salzburg errichten und ließ dazu Teile des [[Domkloster]]s (heute [[Kapitelplatz]]) abreißen und den [[Domfriedhof]] (heute [[Residenzplatz]]) in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechten Altstadt]] (heute [[Sebastiansfriedhof]]) neu anlegen. Der Dom hätte eine Länge von 139 m gehabt und den Kapitel- und Residenzplatz mit dem Langhaus ausgefüllt. Seine Gefangennahme verhinderte den Dombau. Sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems begann dann mit den Domneubau, jedoch kleiner (101 m, 90° gedreht) und nach völlig neuen Plänen von [[Santino Solari]].  
 
Nach dem Dombrand legte er [[1611]] den Grundstein für einen neuen Dombau nach Plänen des berühmtesten italienischen Architekten der damaligen Zeit, [[Vincenzo Scamozzi]]. Wolf Dietrich wollte eine große Kirche ähnlich dem Petersdom in Salzburg errichten und ließ dazu Teile des [[Domkloster]]s (heute [[Kapitelplatz]]) abreißen und den [[Domfriedhof]] (heute [[Residenzplatz]]) in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechten Altstadt]] (heute [[Sebastiansfriedhof]]) neu anlegen. Der Dom hätte eine Länge von 139 m gehabt und den Kapitel- und Residenzplatz mit dem Langhaus ausgefüllt. Seine Gefangennahme verhinderte den Dombau. Sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems begann dann mit den Domneubau, jedoch kleiner (101 m, 90° gedreht) und nach völlig neuen Plänen von [[Santino Solari]].  
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Im Jahr [[1599]] verlegte Wolf Dietrich die [[Richtstätten in der Stadt Salzburg|Hinrichtungsstätte]] der Stadt Salzburg von [[Schallmoos]] in den Süden der Stadt. Seither erinnern die [[Drei Kreuze in Schallmoos‎‎|drei Kreuze in Schallmoos]] an den Ort des letzten Gebetes der Delinquenten vor ihrer Hinrichtung.‎‎
 
Im Jahr [[1599]] verlegte Wolf Dietrich die [[Richtstätten in der Stadt Salzburg|Hinrichtungsstätte]] der Stadt Salzburg von [[Schallmoos]] in den Süden der Stadt. Seither erinnern die [[Drei Kreuze in Schallmoos‎‎|drei Kreuze in Schallmoos]] an den Ort des letzten Gebetes der Delinquenten vor ihrer Hinrichtung.‎‎
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[[1606]] erließ er das "ewige Statut". Dieses besagte, dass die benachbarten Herrscherhäuser der [[Habsburger]] und Wittelsbacher für ewige Zeiten vom Stuhl des [[Fürsterzbistum]]s ausschließen sollte. Dass damit der erste Schritt in Richtung [[Säkularisierung]] des [[Erzstift Salzburg|Erzstifts]] zugunsten seines erstgeborener Sohnes [[Hannibal von Altenau]] aus der Verbindung mit Salome Alt gewesen sein könnte, hat sich bislang durch keine Quelle belegen lassen. Was aber nachweisbar ist, dass die bedeutendsten Schenkungen und Grunderwerb zugunsten von Salome Alt unmittelbar in die Zeit nach dem Erlass dieses Statuts fielen.<ref>Quelle [[Begleitbuch zur Salzburger Landesausstellung Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Gründer des barocken Salzburg.]], [[1987]] , Seite 199</ref>
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[[1606]] erließ er das "ewige Statut", das besagte, dass die benachbarten Herrscherhäuser der [[Habsburger]] (Österreich) und Wittelsbacher (Bayern) für ewige Zeiten vom Stuhl des [[Fürsterzbistum]]s ausschließen sollte. Unmittelbar nach dem Erlass dieses Statuts ließ er bedeutende Schenkungen und Grunderwerb zugunsten von Salome Altfielen.<ref>Quelle [[Begleitbuch zur Salzburger Landesausstellung Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Gründer des barocken Salzburg.]], [[1987]] , Seite 199</ref> Im selben Jahr kam es auch zu einem Pinzgauer Aufstand und dem "Fall [[Kaspar Vogl]]".
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Im selben Jahr kam es auch zu einem Pinzgauer Aufstand und dem "Fall [[Kaspar Vogl]]".
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Auch der Salzburger Historiker [[Gerhard Ammerer]] und die Projektgruppe zur Erforschung der Salzburger Residenz bestätigen in ihren Forschugnen, dass Wolf Dietrich ein prunkvolles Hofleben führte, die Verwaltung vergrößerte, aber sie zu ökonomisieren versuchte, und als absoluter Herrscher regierte. Ammerer rechercherierte in Besoldungslisten, die auf einen großen [[Salzburger Fürstenhof|Hofstaat]] schließen lassen, wie er zu dieser Zeit im europäischen Bereich üblich war. Tanz- und Fechtmeister kamen aus [[Frankreich]], Musiker und Sänger aus [[Italien]]. Die Livreen der Bediensteten entsprachen der neuesten Mode und wurde von [[Frankreich]] beeinflusst. Auch das Hofzeremoniell war streng geregelt. So war etwa festgelegt, wer wohin gehen durfte, wer sitzen durfte und auf welchem Platz.
 
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Erst in jüngster Zeit fanden der Salzburger Historiker [[Gerhard Ammerer]] und die Projektgruppe zur Erforschung der Salzburger Residenz heraus, dass Wolf Dietrich ein prunkvolles Hofleben führte, die Verwaltung vergrößerte, aber sie zu ökonomisieren versuchte, und als absoluter Herrscher regierte. Ammerer rechercherierte in Besoldungslisten, die auf einen großen [[Salzburger Fürstenhof|Hofstaat]] schließen lassen, wie er zu dieser Zeit im europäischen Bereich üblich war. Tanz- und Fechtmeister kamen aus [[Frankreich]], Musiker und Sänger aus [[Italien]]. Die Livreen der Bediensteten entsprachen der neuesten Mode und wurde von [[Frankreich]] beeinflusst. Auch das Hofzeremoniell war streng geregelt. So war etwa festgelegt, wer wohin gehen durfte, wer sitzen durfte und auf welchem Polstermöbel.
      
Jüngere Forschungen (2009) hatten aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals<ref>Quelle Beitrag [[Salzburg heute]] am 21. Februar 2009</ref>
 
Jüngere Forschungen (2009) hatten aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals<ref>Quelle Beitrag [[Salzburg heute]] am 21. Februar 2009</ref>
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Er hatte wegen seines unnachgiebigen Auftretens viele Konflikte, wurde wegen des [[Salzbergbau]]s in eine bewaffnete Auseinandersetzung mit [[Herzogtum Bayern|Bayern]] ([[Salzkrieg 1611]]) verwickelt. Trotz eines wohl ausgebildeten Heeres verließ den Fürsterzbischof in letzten Minute der Mut und er floh nach [[Kärnten]]. Bereits auf Kärntner Boden wurde er von den bayerischen Truppen jedoch gefangen genommen und resignierte am [[7. März]] [[1612]].
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Sein unnachgiebiges Auftretens vwerursachte viele Konflikte, zuletzt führte der [[Salzbergbau]] und der Salzhandel zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit [[Herzogtum Bayern|Bayern]] ([[Salzkrieg 1611]]). Trotz eines wohl ausgebildeten Heeres verließ den Fürsterzbischof - das aber einem bayrischen Heer nicht nicht standhalten konnte, in letzten Minute der Mut und er floh nach [[Kärnten]]. Bereits auf Kärntner Boden wurde er von den bayerischen Truppen jedoch gefangen genommen und resignierte am [[7. März]] [[1612]].  
 
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Nach seiner Gefangennahme war zunächst nicht klar, in welcher Hand er nun war: in der Maximilians oder der der [[Domkapitel]]s? So wurde eine Gesandtschaft nach Rom geschickt. Einer der Teilnehmer war ein späterer Fürsterzbischof, nämlich [[Paris Graf von Lodron]]. Diese Kommission sollte die Frage der Schuldhaftigkeit Wolf Dietrichs klären. Daraufhin sandte Papst Paul V. den Spanier Antonio Diaz als außerordentlichen Nuntius nach Salzburg. Dieser kam am [[14. Februar]] [[1612]] in Salzburg an und übernahm dann am am [[23. Februar]] Wolf Dietrich offiziell als Gefangenen des Papstes.  Schon im Sommer 1612 kam es zur Haftverschärfung, da man befürchtete, er könnte Kontakt zu protestantischen Fürsten aufnehmen und überhaupt hielt man Wolf Dietrich für einen gefährlichen Menschen. Ab nun durften seine drei Diener und zwei [[Franziskaner]] die Festungsräume nicht mehr verlassen. Von Juli bis September fand dann eine Art von Prozess statt. Schließlich wurde er seinem Nachfolger, [[Markus Sittikus von Hohenems]], übergeben, der ihn bis zu seinem Tod in [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] gefangen hielt.
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Die völlige Isolierung und die Haftbedingungen schlugen sich auf Dauer auf das Gemüt und die Gesundheit Wolf Dietrichs. Nachdem Gerüchte über seine schlechte Behandlung aufkamen, ließ Markus Sittikus im Sommer [[1614]] die Aussagen der auf der Festung stationierten Soldaten protokollieren. Diese gaben alle an, dass Wolf Dietrich in seiner Haft ein überaus angenehmes und seiner früheren Stellung entsprechendes Leben führen kann. Er hätte ausreichend zu essen und zu trinken und sein Gesundheitszustand sei zufriedenstellend. Sein Bruder Hans Werner von Raitenau hatte im Dezember 1614 nochmals bei der Kurie interveniert. Kardinal Scipio Borghese wies mit Schreiben vom [[17. Jänner]] [[1616]] den Salzburger Erzbischof an, dass Wolf Dietrich in der Haft alle Bequemlichkeiten genießen solle und Besuch empfangen dürfe sowie in den Genuss einer Pension kommen könne. Aber ein neuerliches Gutachten wies Wolf Dietrich immer noch als einen gefährlichen Unsicherheitsfaktor aus und überdies trete er die Ehre des Heiligen Stuhls mit Füßen. Also verlief seines Bruders Initiative im Sand.
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Nach seiner Gefangennahme war zunächst unklar, ob Wolf Dietirhc in die Hand Maximilians oder des [[Domkapitel]]s gefallen war. Eine Gesandtschaft wurde nach Rom geschickt. Einer der Teilnehmer war der spätere Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]]. Diese Kommission sollte die Frage der Schuldhaftigkeit Wolf Dietrichs klären. Daraufhin sandte Papst Paul V. den Spanier Antonio Diaz als außerordentlichen Nuntius nach Salzburg, der am [[14. Februar]] [[1612]] in Salzburg ankam und am [[23. Februar]] Wolf Dietrich offiziell zum Gefangenen des Papstes erklärte.  Schon im Sommer 1612 kam es zur Haftverschärfung, da befürchtet wurde, er könnte Kontakt zu protestantischen Fürsten oder anderen einflussreichen Fürsten aufnehmen. Ab nun durften seine drei Diener und die zwei in begleitenden [[Franziskaner]] die Festungsräume nicht mehr verlassen. Von Juli bis September fand dann ein Prozess statt, in dem ihm der Bruch des Cölibates vorgeworfen wurde. Schließlich wurde er seinem Nachfolger [[Markus Sittikus von Hohenems]] übergeben, der ihn bis zu seinem Tod in [[Festung Hohensalzburg|Hohensalzburg]] gefangen hielt.  
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Die immer verzweifelt werdende Lage des Gefangenen führte zu einem Befreiungsversuch, an dem die Familie Raitenau aber unbeteiligt gewesen sein dürfte. Soldaten wollten Wolf Dietrich befreien und zu seiner Familie bringen. Das Komplott wurde durch Zufall entdeckt und der Soldat Jakob Schnitzlechner hingerichtet.
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Die völlige Isolierung und die Haftbedingungen schlugen sich auf Dauer auf das Gemüt und die Gesundheit Wolf Dietrichs. Nachdem Gerüchte über seine schlechte Behandlung aufkamen, ließ Markus Sittikus im Sommer [[1614]] die Aussagen der auf der Festung stationierten Soldaten protokollieren. Diese gaben alle an, dass Wolf Dietrich in seiner Haft ein angeblich angenehmes und seiner Stellung entsprechendes Leben führen kann. Er hätte ausreichend zu essen und zu trinken, sein Gesundheitszustand sei zufriedenstellend. Sein Bruder Hans Werner von Raitenau hatte im Dezember 1614 nochmals bei der Kurie interveniert. Kardinal Scipio Borghese wies mit Schreiben vom [[17. Jänner]] [[1616]] den Salzburger Erzbischof an, dass Wolf Dietrich in der Haft alle Bequemlichkeiten genießen solle und Besuch empfangen dürfe sowie in den Genuss einer Pension kommen könne. Aber ein neuerliches Gutachten wies Wolf Dietrich immer noch als einen gefährlichen Unsicherheitsfaktor aus und überdies trete er die Ehre des Heiligen Stuhls mit Füßen. Daher blieb die Initiativee seines Bruders erfolglos.  
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Den Raitenauer Brüdern gelang es dann doch noch eine Besuchsgenehmigung zu erhalten und Wolf Dietrich beruhigte sich, resignierte innerlich und wurde sanft. Sein Beichtvater Gospelsrieder berichtete [[1617]], dass Wolf Dietrich seine Gefangenschaft zunehmend als Strafe Gottes annahm. Aussagen seiner Barbiere Johannes Strauß und Adam Stainer war zu entnehmen, dass Wolf Dietrich in seinen letzten Lebensjahren die Schuld alleine bei sich sah. Nicht das Erzstift oder Salome Alt wären seine Ziele gewesen, sondern seine Kinder, die er gerne bei sich gehabt hätte.  
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Die immer verzweifelt werdende Lage des Gefangenen führte zu einem Befreiungsversuch, an dem die Familie Raitenau aber unbeteiligt gewesen sein dürfte. Soldaten wollten Wolf Dietrich befreien und zu seiner Familie bringen. Das Komplott wurde durch Zufall entdeckt und der Soldat Jakob Schnitzlechner hingerichtet.  Den Brüdern Raitenauer Brüdern gelang es dann eine Besuchsgenehmigung zu erhalten, Wolf Dietrich beruhigte sich, resignierte innerlich. Sein Beichtvater Gospelsrieder berichtete [[1617]], dass Wolf Dietrich seine Gefangenschaft zunehmend als Strafe Gottes annahm. Aussagen seiner Barbiere Johannes Strauß und Adam Stainer war zu entnehmen, dass Wolf Dietrich in seinen letzten Lebensjahren die Schuld alleine bei sich sah. Nicht das Erzstift oder Salome Alt wären seine Ziele gewesen, sondern seine Kinder, die er gerne bei sich gehabt hätte.  
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Bereits 1605 litt Wolf Dietrich unter epileptischen Anfällen. Einen Tag vor seinem Tod, am Morgen des [[15. Jänner]] 1617, führten Zuckungeneines epileptischen Anfalls zur linksseitigen Lähmung. Nach einer Wiederholung des Anfalls am nächsten Tag fiel er in Agonie und starb 58jährig noch am Vormittag.   
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Bereits seit 1605 litt Wolf Dietrich unter epileptischen Anfällen. Einen Tag vor seinem Tod, am Morgen des [[15. Jänner]] 1617, führte ein epileptischer bzw. paralytischer Anfall zur linksseitigen Lähmung. Nach einer Wiederholung des Anfalls am nächsten Tag fiel er in Ohnmacht und starb mit 58 Jahren.   
    
Wolf Dietrich hatte sich zu Lebzeiten schon sein eigenes Mausoleum, die [[Gabrielskapelle]] in dem von ihm [[1595]]–[[1600]] errichteten Sebastiansfriedhof gebaut. Er hatte bereits um 1600 Verfügungen für ein äußerst bescheidenes Begräbnis getroffen. Aber sein Nachfolger missachtete diese Wünsche und es kam zu einem prunkvollen Begräbnis.  
 
Wolf Dietrich hatte sich zu Lebzeiten schon sein eigenes Mausoleum, die [[Gabrielskapelle]] in dem von ihm [[1595]]–[[1600]] errichteten Sebastiansfriedhof gebaut. Er hatte bereits um 1600 Verfügungen für ein äußerst bescheidenes Begräbnis getroffen. Aber sein Nachfolger missachtete diese Wünsche und es kam zu einem prunkvollen Begräbnis.  
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