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'''Dr. Franz Rehrl''' (* [[4. Dezember]] [[1890]] in [[Salzburg]]; † [[23. Jänner]] [[1947]] ebenda) war Jurist und Politiker der Christlichsozialen Partei Österreichs sowie von [[1922]] bis [[1938]] [[Landeshauptmann]] von Salzburg.  
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'''Dr. Franz Rehrl''' (* [[4. Dezember]] [[1890]] in [[Salzburg]]; † [[23. Jänner]] [[1947]] ebenda) war Jurist und Politiker der [[Christlichsoziale Partei|Christlichsozialen Partei]] Österreichs sowie von [[1922]] bis [[1938]] [[Landeshauptmann]] von Salzburg.  
    
==Politische Karriere bis 1938==
 
==Politische Karriere bis 1938==
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Er erkannte, dass in der damaligen Wirtschaftsrezession die Ankurbelung des [[Fremdenverkehr]]s (wie schon [[1922]] mit den ersten Salzburger Festspielen) ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor wäre. Und man kann seinen Intensionen auch entnehmen, dass er ursprünglich auch gar nicht [[Kärnten]] daran partizipieren hätte lassen wollen.
 
Er erkannte, dass in der damaligen Wirtschaftsrezession die Ankurbelung des [[Fremdenverkehr]]s (wie schon [[1922]] mit den ersten Salzburger Festspielen) ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor wäre. Und man kann seinen Intensionen auch entnehmen, dass er ursprünglich auch gar nicht [[Kärnten]] daran partizipieren hätte lassen wollen.
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Auf die Nutzung der Wasserkraft zurück greifend ließ er [[1928]] ein gigantisches Projekt vorbereiten, für dessen Ausführung der Salzburger Landtag schließlich AEG Berlin gewinnen konnte: die Tauernkraftwerke sollten mit jährlich 3,3 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Gebiet der [[Zentralalpen]] im Bereich der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] aus [[Kärnten]], [[Osttirol]] und Salzburg 6,6 Milliarden kWh produzieren; 1.250 km Hangkanäle, 80 km Sammelkanäle, 120 km Sammelstollen in rund 2.100 [[m ü. A.]] sollten das Wasser aus einem Einzugsgebiet von etwa 2000 km² in drei Mega-Staubecken sammeln und ins [[Kapruner Tal]] leiten. Dort sollten zwei [[Wasserkraftwerke]] gespeist werden und durch gigantische Stollen - wie zweigleisige Bahntunnels - weiter nach [[Sankt Johann im Pongau]] fließen, wo ein drittes Kraftwerk errichtet werden sollte.
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Auf die Nutzung der Wasserkraft zurückgreifend ließ er [[1928]] ein gigantisches Projekt vorbereiten, für dessen Ausführung der Salzburger Landtag schließlich AEG Berlin gewinnen konnte: die Tauernkraftwerke sollten mit jährlich 3,3 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Gebiet der [[Zentralalpen]] im Bereich der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] aus [[Kärnten]], [[Osttirol]] und Salzburg 6,6 Milliarden kWh produzieren; 1.250 km Hangkanäle, 80 km Sammelkanäle, 120 km Sammelstollen in rund 2.100 [[m ü. A.]] sollten das Wasser aus einem Einzugsgebiet von etwa 2000 km² in drei Mega-Staubecken sammeln und ins [[Kapruner Tal]] leiten. Dort sollten zwei [[Wasserkraftwerke]] gespeist werden und durch gigantische Stollen - wie zweigleisige Bahntunnels - weiter nach [[Sankt Johann im Pongau]] fließen, wo ein drittes Kraftwerk errichtet werden sollte.
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Dieses Projekt war mit 6,6 Milliarden Schilling (1928) veranschlagt gewesen und hätte im Endausbau 6,6 Milliarden kWh Strom erzeugen sollen - zum Vergleich: etwa das 2,75fache an der 1928 bestehenden österreichischen Gesamtstromproduktion!  
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Dieses Projekt war mit 6,6 Milliarden Schilling (1928) veranschlagt und hätte im Endausbau 6,6 Milliarden kWh Strom erzeugen sollen - zum Vergleich: etwa das 2,75fache der 1928 bestehenden österreichischen Gesamtstromproduktion!  
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Kernbestandteil dieses Megaprojekts<ref>Aber wie oft bei solchen Mammutprojekten, es fehlte schließlich am Geld und eine deutliche magere Version wurde schließlich nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in Form der [[Tauernkraftwerke Kaprun]] realisiert</ref> war aber ein über mehrere Kilometer lange geplanter Stollen durch die [[Tauern]], die die Wassermenge von Kärntner Gebiet nach Salzburg leiten sollten. Demnach auch ein wesentlicher Kostenbestandteil. Würde sich also ein solcher Wassertunnel in Kombination mit einem Straßentunnel in die Projektierung einfügen, wäre dies ein großer Vorteil für Salzburg - und Dr. Rehrl.
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Kernbestandteil dieses Megaprojekts<ref>Aber wie oft bei solchen Mammutprojekten - es fehlte schließlich am Geld, und eine deutliche magerere Version wurde schließlich nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] in Form der [[Tauernkraftwerke Kaprun]] verwirklicht.</ref> war aber ein über mehrere Kilometer lange geplanter Stollen durch die [[Tauern]], die die Wassermenge von Kärntner Gebiet nach Salzburg leiten sollten - demnach auch ein wesentlicher Kostenbestandteil. Hätte sich also ein solcher Wassertunnel in Kombination mit einem Straßentunnel in die Projektierung eingefügt, wäre dies ein großer Vorteil für Salzburg - und Dr. Rehrl - gewesen.
    
=====Siehe auch=====
 
=====Siehe auch=====
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==Inhaftierung und Rückkehr nach Österreich (1938-1947)==
 
==Inhaftierung und Rückkehr nach Österreich (1938-1947)==
Als Folge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich wurde er nach dem am [[12. März]] [[1938]] erfolgten Einmarsch der deutschen Truppen in Salzburg kurz darauf seines Amtes enthoben und vorübergehend in Haft genommen. Im [[August]] [[1943]] versuchte der Jesuitenpater [[Augustin Rösch]] im Auftrag Helmuth James Graf von Moltkes ihn für eine Beteiligung bei dem geplanten politischen Umsturz zu gewinnen. Trotz seines bereits angeschlagenen Gesundheitszustandes auf Grund eines Diabetes-Leidens ließ er sich als politisch Beauftragter für den Wehrkreis XVIII (Salzburg) vorschlagen. Nach dem Scheitern des Attentats wurde er am [[25. Juli]] [[1944]] in Zell am Ziller verhaftet und im Berliner Zellengefängnis Lehrter Straßer bis zum Ende des Krieges inhaftiert.  
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Als Folge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich wurde er kurz nach dem am [[12. März]] [[1938]] erfolgten Einmarsch der deutschen Truppen in Salzburg seines Amtes enthoben und vorübergehend in Haft genommen.  
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Im August [[1945]] kehrte er schwer gezeichnet nach Salzburg zurück wo er am [[23. Jänner]] [[1947]] an den Folgen der Haft verstarb. Er wurde in Salzburg, auf dem Stadtteilfriedhof [[Morzg]], in einem [[Ehrengrab]] beigesetzt. Im selben Jahr löste sein Bruder [[Josef Rehrl]] den seit [[1945]] amtierenden Landeshauptmann [[Albert Hochleitner]] ab und füllte diese Funktion selbst bis [[1949]] aus.  
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Im [[August]] [[1943]] versuchte der Jesuitenpater [[Augustin Rösch]] im Auftrag Helmuth James Graf von Moltkes ihn für eine Beteiligung bei dem geplanten politischen Umsturz zu gewinnen. Trotz seines bereits auf Grund eines Diabetes-Leidens angeschlagenen Gesundheitszustandes ließ er sich als politisch Beauftragter für den Wehrkreis XVIII (Salzburg) vorschlagen. Nach dem Scheitern des Attentats wurde er am [[25. Juli]] [[1944]] in Zell am Ziller verhaftet und im Berliner Zellengefängnis Lehrter Straße bis zum Ende des Krieges inhaftiert.
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Im August [[1945]] kehrte er schwer gezeichnet nach Salzburg zurück, wo er am [[23. Jänner]] [[1947]] an den Folgen der Haft verstarb. Er wurde in Salzburg, auf dem Stadtteilfriedhof [[Morzg]], in einem [[Ehrengrab]] beigesetzt.  
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Im selben Jahr löste sein Bruder [[Josef Rehrl]] den seit [[1945]] amtierenden Landeshauptmann [[Albert Hochleitner]] ab und füllte diese Funktion selbst bis [[1949]] aus.  
    
==Ehrungen==
 
==Ehrungen==
Rehrl erhielt [[1929]] die [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürgerschaft]] der [[Salzburg|Stadt Salzburg]]. Wenige Monate vor seinem Ableben erfolgte [[1946]] in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt Salzburg und dem dargebrachten Widerstand gegen das Regime der Nationalsozialisten die Umbenennung des vormaligen Karolinenplatzes im Stadtviertel [[Äußerer Stein]] in [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]]. Dieser wird von der [[Imbergstraße]], dem [[Giselakai]] sowie der [[Bürglsteinstraße]] und der [[Nonntaler Brücke]] begrenzt. In der Salzburger [[Altstadt]] befindet sich am Eingang zum [[Toscanini-Hof]] am [[Max-Reinhardt-Platz]] seit [[1958]] ein Wanddenkmal in der Form eines Reliefs, das von den Künstlern [[Jakob Adlhart]] und [[Hans Pacher]] geschaffen wurde.
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Rehrl erhielt [[1929]] die [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürgerschaft]] der [[Salzburg|Stadt Salzburg]]. Wenige Monate vor seinem Ableben erfolgte [[1946]] in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt Salzburg und des dargebrachten Widerstands gegen das Regime der [[NSDAP|Nationalsozialisten]] die Umbenennung des vormaligen Karolinenplatzes im Stadtviertel [[Äußerer Stein]] in [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]]. Dieser wird von der [[Imbergstraße]], dem [[Giselakai]] sowie der [[Bürglsteinstraße]] und der [[Nonntaler Brücke]] begrenzt. In der Salzburger [[Altstadt]] befindet sich am Eingang zum [[Toscanini-Hof]] am [[Max-Reinhardt-Platz]] seit [[1958]] ein Wanddenkmal in der Form eines Reliefs, das von den Künstlern [[Jakob Adlhart]] und [[Hans Pacher]] geschaffen wurde.
    
==Familie==
 
==Familie==

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