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Der Bürgermeister argumentierte in einem offenen Brief, dass die eingriffsmindernden Maßnahmen nach modernsten ökologischen Konzepten erfolgen. Der Brief wurde auch vom Vorsitzenden des Regionalverbands, Bürgermeister [[Peter Mitterer (junior)|Peter Mitterer]] sowie von Vertretern des [[Fremdenverkehr]]s, des Wirtschaftsbundes, der Jägerschaft und der [[Agrargemeinschaft Hochsonnberg]] unterzeichnet<ref>{{Quelle SN|28. Jänner 2011}}</ref>.
 
Der Bürgermeister argumentierte in einem offenen Brief, dass die eingriffsmindernden Maßnahmen nach modernsten ökologischen Konzepten erfolgen. Der Brief wurde auch vom Vorsitzenden des Regionalverbands, Bürgermeister [[Peter Mitterer (junior)|Peter Mitterer]] sowie von Vertretern des [[Fremdenverkehr]]s, des Wirtschaftsbundes, der Jägerschaft und der [[Agrargemeinschaft Hochsonnberg]] unterzeichnet<ref>{{Quelle SN|28. Jänner 2011}}</ref>.
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== Erste Entscheidung ==
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=== Erste Entscheidung ===
 
Im Mia [[2011]] genehmigte das Land Salzburg in erster Instanz das Projekt. Dem Betreiber wurden 200 Hektar Fläche für Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben. Landesumweltanwalt Wolfgang Wiener kündigte Berufung an. Seiner Meinung nach widerspreche das Projekt u.a. der [[Alpenkonvention]], es sei auf der Südseite, zerstöre hochwertige Lebensräume und gefährde geschützte Tier- und Pflanzenarten. Eine weitere Begründung der Berufung: Mängel in der rechtlichen Beurteilung durch die Behörde. So haben diese ohne Erklärung ein ''hohes öffentliches Interesse'' am Bau der Anlage höher gewichtet als ein ''besonders hohes Interesse'' am [[Naturschutz]] in den betreffenden Gebieten. Eine Genehmigung sei aber nur dann zulässig, wenn das öffentliche Interesse am Bau überwiege. Auch Verfahrensmängel wirft der Landesumweltanwalt vor. Die Projekbetreiber hatten mit der Berufung gerechnet.
 
Im Mia [[2011]] genehmigte das Land Salzburg in erster Instanz das Projekt. Dem Betreiber wurden 200 Hektar Fläche für Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben. Landesumweltanwalt Wolfgang Wiener kündigte Berufung an. Seiner Meinung nach widerspreche das Projekt u.a. der [[Alpenkonvention]], es sei auf der Südseite, zerstöre hochwertige Lebensräume und gefährde geschützte Tier- und Pflanzenarten. Eine weitere Begründung der Berufung: Mängel in der rechtlichen Beurteilung durch die Behörde. So haben diese ohne Erklärung ein ''hohes öffentliches Interesse'' am Bau der Anlage höher gewichtet als ein ''besonders hohes Interesse'' am [[Naturschutz]] in den betreffenden Gebieten. Eine Genehmigung sei aber nur dann zulässig, wenn das öffentliche Interesse am Bau überwiege. Auch Verfahrensmängel wirft der Landesumweltanwalt vor. Die Projekbetreiber hatten mit der Berufung gerechnet.
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==Juni 2012: Der Umweltsenat hat das 70-Millionen-Euro-Projekt der Schmittenhöhebahn abgelehnt ==  
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===Juni 2012: Der Umweltsenat hat das 70-Millionen-Euro-Projekt der Schmittenhöhebahn abgelehnt ===  
 
Der Umweltsenat in Wien hatte der Berufung der Gegner Folge geleistet und  das Projekt Hoch­sonnberg der Schmittenhöhe­bahn abgelehnt.
 
Der Umweltsenat in Wien hatte der Berufung der Gegner Folge geleistet und  das Projekt Hoch­sonnberg der Schmittenhöhe­bahn abgelehnt.
 
   
 
   
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Egger glaubt, die Auswirkun­gen dieses Urteils  würden über die Schmittenhöhe hinausge­hen. "''Das [[Salzburger Natur­schutzgesetz]]  hat eine besonde­re Hürde. Hier muss ein unmit­telbares besonders wichtiges  öffentliches Interesse vorlie­gen, damit es den Naturschutz überwiegt. In den  anderen Bundesländern reicht das öf­fentliche Interesse. Ich denke, dass auch  andere Kollegen Probleme bekommen, wenn es keine Novelle gibt.''"  
 
Egger glaubt, die Auswirkun­gen dieses Urteils  würden über die Schmittenhöhe hinausge­hen. "''Das [[Salzburger Natur­schutzgesetz]]  hat eine besonde­re Hürde. Hier muss ein unmit­telbares besonders wichtiges  öffentliches Interesse vorlie­gen, damit es den Naturschutz überwiegt. In den  anderen Bundesländern reicht das öf­fentliche Interesse. Ich denke, dass auch  andere Kollegen Probleme bekommen, wenn es keine Novelle gibt.''"  
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=== 2020: Höchstgericht lehnt großes Liftprojekt ab ===
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Rund zehn Jahre nach Start des Behördenverfahrens hatte der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) im Jänner [[2020]] die Genehmigung des Projekts "Hochsonnberg" der Zeller Schmittenhöhebahnen aufgehoben. Das Unternehmen plante eine Erweiterung Richtung Piesendorf mit vier zusätzlichen Liften und rund 23 Hektar neuen Pisten. Die Kosten wurden zuletzt auf rund 75 Mill. Euro geschätzt. Mit den ersten Planungen begann das Unternehmen im Jahr 2005. Die Verhandlung zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) war 2010. Die erstinstanzliche Genehmigung durch das Land erfolgte 2011. Laut dem Geschäftsführer der Seilbahn, Erich Egger, hatte man inzwischen einen Millionenbetrag in "Hochsonnberg" gesteckt.
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Hauptgrund für die Ablehnung durch den VwGH sei das fehlende öffentliche Interesse an dem Projekt, sagt Hannes Augustin vom Naturschutzbund Salzburg, der zusammen mit dem Alpenverein und der Bürgerinitiative Hochsonnberg Revision gegen die UVP-Genehmigung eingelegt hatte. "''Der hohe ökologische Wert der Natur in den Hochlagen wurde von Anfang des Verfahrens festgestellt''".
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Die Naturschutzbeauftragte des Alpenvereins in Innsbruck, Liliana Dagostin, sagt, besonders erfreulich sei, dass der VwGH die für eine UVP nötige Alternativenprüfung sehr weit ausgelegt habe. Demnach sei bei der Abwägung des öffentlichen Interesses auch zu berücksichtigen, dass die Schmittenhöhe inzwischen über [[Viehhofen]] an [[Saalbach]] angebunden sei.
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
* {{Quelle PiN|9., 16. Dezember 2010 und 27. Mai 2011}}
 
* {{Quelle PiN|9., 16. Dezember 2010 und 27. Mai 2011}}
* {{Quelle SN|16. Juni 2011 und 16. Juni 2012, Beitrag von [[Anton Kaindl]]}}
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* {{Quelle SN|16. Juni 2011, 16. Juni 2012 sowie 8. Jänner 2020, Beiträge von [[Anton Kaindl]]}}
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==== Einzelnachweis ====
 
<references/>
 
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[[Kategorie:Pinzgau|Hochsonnberg, Projekt]]
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{{SORTIERUNG: Hochsonnberg, Projekt}}
[[Kategorie:Zell am See|Hochsonnberg, Projekt]]
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[[Kategorie:Pinzgau]]
[[Kategorie:Piesendorf|Hochsonnberg, Projekt]]
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[[Kategorie:Zell am See]]
[[Kategorie:Projekt|Hochsonnberg, Projekt]]
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[[Kategorie:Piesendorf]]
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[[Kategorie:Wirtschaft]]
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[[Kategorie:Seilbahn]]
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[[Kategorie:Projekt]]

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