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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Bosnien hat als selbständiges Staatswesen eine alte Geschichte. 1137 scheint es als Königreich Rama im ungarischen Königstitel auf, während das Land Chulm (Herzegowina) bei Serbien verblieb. Ban Sefan Tvrtko I. (1353–1391) eroberte das serbische und dalmatinische Küstenland von Cattaro bis Spaleto und nahm 1377 den Titel eines Königs von Bosnien an. 1463 unterwarf Sultan Mohammed II. das Land. Der letzte König Stefan Tomasevic wurde enthauptet. Bosnien wurde von türkischen Paschas regiert, der bodenständige Adel islamisiert. | + | Bosnien hat als selbständiges Staatswesen eine alte Geschichte. 1137 scheint es als Königreich Rama im ungarischen Königstitel auf, während das Land Chulm (Herzegowina) bei Serbien verblieb. Ban Sefan Tvrtko I. (1353–1391) eroberte das serbische und dalmatinische Küstenland von Cattaro bis Spaleto und nahm 1377 den Titel eines Königs von Bosnien an. 1463 unterwarf Sultan Mohammed II. das Land. Der letzte König Stefan Tomašević wurde enthauptet. Bosnien wurde von türkischen Paschas regiert, der bodenständige Adel islamisiert. |
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| − | Die Herzegowina blieb noch bis 1482 unabhängig. Der Name Herzegowina leitet sich von einem Machthaber von Sultans Gnaden im Tal der Neretwa ab, der sich mit dem deutschen Titel "Herzog" schmückte. Während der Osmanenherrschaft kam es immer wieder zu blutigen Aufständen, zuletzt 1875. Die Unruhen in fast allen türkischen Provinzen auf dem Balkan veranlassten Russland zu militärischen Vorbereitungen. Bei einer Zusammenkunft von Zar Alexander I. und Kaiser [[Franz Joseph I.]] im böhmischen Reichsstadt machte Franz Joseph I. die Zusage, dass sich die [[Habsburgermonarchie|Monarchie]] im Falle eines russisch-türkischen Konflikts neutral verhalten werde. Daraufhin wurden 1877 die Verträge in Wien und Budapest ausgehandelt, in denen Russland Österreich-Ungarn die Besetzung Bosniens zugesteht. Tatsächlich brach der Krieg aus zwischen dem Zarenreich und der Türkei, der zur Eigenstaatlichkeit der bisherigen türkischen Hoheitsgebiete, der Donaufürstentümer Walachei und Moldau ([[Rumänien]]), Serbien, Montenegro und Bulgarien (als tributpflichtiges Fürstentum) führte. | + | Die Herzegowina blieb noch bis 1482 unabhängig. Der Name Herzegowina leitet sich von einem Machthaber von Sultans Gnaden im Tal der Neretva ab, der sich mit dem deutschen Titel "Herzog" schmückte. Während der Osmanenherrschaft kam es immer wieder zu blutigen Aufständen, zuletzt 1875. Die Unruhen in fast allen türkischen Provinzen auf dem Balkan veranlassten Russland zu militärischen Vorbereitungen. Bei einer Zusammenkunft von Zar Alexander I. und Kaiser [[Franz Joseph I.]] im [[Böhmen|böhmischen]] Reichstadt machte Franz Joseph I. die Zusage, dass sich die [[Habsburgermonarchie|Monarchie]] im Falle eines russisch-türkischen Konflikts neutral verhalten werde. Daraufhin wurden 1877 die Verträge in Wien und Budapest ausgehandelt, in denen Russland Österreich-Ungarn die Besetzung Bosniens zugesteht. Tatsächlich brach der Krieg aus zwischen dem Zarenreich und der Türkei, der zur Eigenstaatlichkeit der bisherigen türkischen Hoheitsgebiete, der Donaufürstentümer Walachei und Moldau ([[Rumänien]]), Serbien, Montenegro und Bulgarien (als tributpflichtiges Fürstentum) führte. |
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| − | Auf dem Berliner Kongress 1878 wurd vereinbarte, dass Österreich-Ungarn nach dem russisch-türkischen Frieden von St. Stefano die Provinz Bosnien und Herzegowina militärische besetzen und verwalten soll. Diese Aufgabe wurde auf einer Konferenz der Außenminister der europäischen Großmächte noch auf den Sandschak von Novipazar ausgedehnt. 1878 wurden die genannten Regionen nach verlustreichen Kämpfen militärisch besetzt und 1908 staatsrechtlich annektiert. | + | Auf dem Berliner Kongress [[1878]] wurde vereinbart, dass Österreich-Ungarn nach dem russisch-türkischen Frieden von St. Stefano die Provinz Bosnien und Herzegowina militärische besetzen und verwalten soll. Diese Aufgabe wurde auf einer Konferenz der Außenminister der europäischen Großmächte noch auf den Sandschak von Novipazar ausgedehnt. 1878 wurden die genannten Regionen nach verlustreichen Kämpfen militärisch besetzt und [[1908]] staatsrechtlich annektiert. <!--Österreich übernahm nach vierhundertjähriger türkischer Herrschaft ein Land ohne geregeltes Schulwesen, mit einer Einwohnerschaft, die fast ausnahmslos aus Analphabeten bestand. Ein Land, in dem die Rechtsprechung der Kadis auf Bestechung beruhte und die felsige zerklüftete Landschaft mit Ausnahme einer einzigen Militärstraße keine befahrbaren Verkehrsverbindungen hatte. Nach der Okkupation wurde Bosnien in das österreichische Schulsystem integriert, sodass es 1912 bereits 519 Volksschulen gab. In nur drei Jahrzehnten österreichischer Kulturarbeit schaffte das Gebirgsland zwischen Save und Drina den Anschluss an die mitteleuropäische Zivilisation. -->[[1912]] wurde der Sandschak von k.u.k. Truppen geräumt und dem Königreich Serbien einverleibt. |
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| − | Österreich übernahm nach vierhundertjähriger, türkischer Herrschaft ein Land ohne geregeltes Schulwesen, mit einer Einwohnerschaft, die fast ausnahmslos aus Analphabeten bestand. Ein Land, in dem die Rechtsprechung der Kadis auf Bestechung beruhte und die felsige zerklüftete Landschaft mit Ausnahme einer einzigen Militärstraße keine befahrbaren Verkehrsverbindungen hatte. Nach der Okkupation wurde Bosnien in das österreichische Schulsystem integriert, sodass es 1912 bereits 519 Volksschulen gab. In nur drei Jahrzehnten österreichischer Kulturarbeit schaffte das Gebirgsland zwischen Save und Drina den Anschluss an die mitteleuropäische Zivilisation. 1912 wurde der Sandschak von k.u.k.Truppen geräumt und dem Königreich Serbien einverleibt. | |
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| | Die umfangreiche Kulturarbeit Österreichs umfasste auch riesige Investitionen in die Landwirtschaft mit zahlreichen Musterhöfen, in die medizinische Versorgung mit Krankenhäusern, sowie Waisenhäusern und Pflegeheimen, in das Verkehrswesen mit zahlreichen Bahnlinien, die mit der legendären bosnischen Spurweite von 760 mm angelegt wurden, was sich für die Bewältigung der Gebirgsstrecken als großer Vorteil erwies. Diese Schmalspur überdauerte sogar noch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und wurde erst danach auf Normalspur umgestellt. Nachdem auf allen Gebieten große Erfolge erzielt waren, wurde die Region 1908 unter der Bezeichnung "Gemeinsame Reichslande Bosnien-Herzegowina" der Doppelmonarchie staatrechtlich angeschlossen und unter die gemeinsame Verwaltung von Österreich und Ungarn gestellt. | | Die umfangreiche Kulturarbeit Österreichs umfasste auch riesige Investitionen in die Landwirtschaft mit zahlreichen Musterhöfen, in die medizinische Versorgung mit Krankenhäusern, sowie Waisenhäusern und Pflegeheimen, in das Verkehrswesen mit zahlreichen Bahnlinien, die mit der legendären bosnischen Spurweite von 760 mm angelegt wurden, was sich für die Bewältigung der Gebirgsstrecken als großer Vorteil erwies. Diese Schmalspur überdauerte sogar noch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und wurde erst danach auf Normalspur umgestellt. Nachdem auf allen Gebieten große Erfolge erzielt waren, wurde die Region 1908 unter der Bezeichnung "Gemeinsame Reichslande Bosnien-Herzegowina" der Doppelmonarchie staatrechtlich angeschlossen und unter die gemeinsame Verwaltung von Österreich und Ungarn gestellt. |
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| | Bei den Olympischen Winterspielen 1984 war Anton „Jimmy“ Steiner aus [[Lienz]] in [[Osttirol]] der einzige Österreicher, der eine Medaille errang (Bronze in der alpinen Abfahrt). Die Salzburger Fußballlegende [[Alexander Zickler]] bestritt ihr letztes Länderspiel 2002 gegen die Auswahl Bosnien-Herzegowinas. | | Bei den Olympischen Winterspielen 1984 war Anton „Jimmy“ Steiner aus [[Lienz]] in [[Osttirol]] der einzige Österreicher, der eine Medaille errang (Bronze in der alpinen Abfahrt). Die Salzburger Fußballlegende [[Alexander Zickler]] bestritt ihr letztes Länderspiel 2002 gegen die Auswahl Bosnien-Herzegowinas. |
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| | ==Quellen und Literatur== | | ==Quellen und Literatur== |
| | * Hösch, Edgar: ''Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart.'' München 1995. | | * Hösch, Edgar: ''Geschichte der Balkanländer. Von der Frühzeit bis zur Gegenwart.'' München 1995. |