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Gegen den Ausschluss von Einems aus dem Direktorium protestierten namhafte Künstler. So drohte etwa Wilhelm Furtwängler, nicht mehr in Salzburg zu dirigieren, wenn diese Sache nicht ehrenvoll geordnet würde. [[Karl Böhm]], Caspar Neher, Oscar Fritz Schuh und andere schlossen sich dem Protest gegen das Vorgehen des Kuratoriums an. Die Festspielverantwortlichen entschieden daraufhin Gottfried von Einem wenigstens als Künstler zu rehabilitieren und beschlossen die Uraufführung seiner Oper ''Der Prozess'', mit einer Starbesetzung unter dem Dirigat von Karl Böhm und mit den [[Wiener Philharmoniker]]n, bei den [[Salzburger Festspiele 1953|Festspielen 1953]].   
 
Gegen den Ausschluss von Einems aus dem Direktorium protestierten namhafte Künstler. So drohte etwa Wilhelm Furtwängler, nicht mehr in Salzburg zu dirigieren, wenn diese Sache nicht ehrenvoll geordnet würde. [[Karl Böhm]], Caspar Neher, Oscar Fritz Schuh und andere schlossen sich dem Protest gegen das Vorgehen des Kuratoriums an. Die Festspielverantwortlichen entschieden daraufhin Gottfried von Einem wenigstens als Künstler zu rehabilitieren und beschlossen die Uraufführung seiner Oper ''Der Prozess'', mit einer Starbesetzung unter dem Dirigat von Karl Böhm und mit den [[Wiener Philharmoniker]]n, bei den [[Salzburger Festspiele 1953|Festspielen 1953]].   
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Eine Rückkehr ins Direktorium, wie vom Komponisten gefordert, wurde aber ausgeschlossen. Schließlich fand man eine typisch österreichische Kompromisslösung. Man aktivierte den im [[Festspielfondsgesetz]] vorgesehenen [[Kunstrat der Salzburger Festspiele|Kunstrat]], um für Gottfried von Einem eine Position bei den Festspielen zu finden, ohne ihn in ihr Entscheidungsgremium zurückzuholen. Der Kunstrat sollte organisatorisch und planerisch auf die Festspiele einwirken, die Spielpläne gestalten, neue Spielstätten erschließen und eine Reform in Schauspiel und Konzert einleiten. Doch es kam anders. [[1956]] wurde Herbert von Karajan zum künstlerischen Leiter der Festspiele berufen. Die ablehnende Haltung Karajans gegenüber dem Kunstrat und seinem Vorsitzenden von Einem führten zu unüberbrückbaren Spannungen. Nach heftigen Kämpfen trat Gottfried von Einem 1964 als Mitglied des Kunstrates zurück.
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Eine Rückkehr ins Direktorium, wie vom Komponisten gefordert, wurde aber ausgeschlossen. Schließlich fand man eine typisch österreichische Kompromisslösung. Man aktivierte den im [[Salzburger Festspielfonds|Festspielfondsgesetz]] vorgesehenen [[Kunstrat der Salzburger Festspiele|Kunstrat]], um für Gottfried von Einem eine Position bei den Festspielen zu finden, ohne ihn in ihr Entscheidungsgremium zurückzuholen. Der Kunstrat sollte organisatorisch und planerisch auf die Festspiele einwirken, die Spielpläne gestalten, neue Spielstätten erschließen und eine Reform in Schauspiel und Konzert einleiten. Doch es kam anders. [[1956]] wurde Herbert von Karajan zum künstlerischen Leiter der Festspiele berufen. Die ablehnende Haltung Karajans gegenüber dem Kunstrat und seinem Vorsitzenden von Einem führten zu unüberbrückbaren Spannungen. Nach heftigen Kämpfen trat Gottfried von Einem 1964 als Mitglied des Kunstrates zurück.
    
"''Was bleibt von Gottfried von Einem? Er kämpfte für einen Kunstbegriff, der nicht bloß schön oder erbaulich war. Kunst regte ihn auf und sollte andere aufregen. Kunst, so war er überzeugt, ist nur dann lebendig, wenn sie sich mit den Themen der Zeit auseinandersetzt. Diese Überzeugung wollen wir auch im 98. Jahr der Salzburger Festspiele weitertragen''“, sagt Intendant [[Markus Hinterhäuser]].
 
"''Was bleibt von Gottfried von Einem? Er kämpfte für einen Kunstbegriff, der nicht bloß schön oder erbaulich war. Kunst regte ihn auf und sollte andere aufregen. Kunst, so war er überzeugt, ist nur dann lebendig, wenn sie sich mit den Themen der Zeit auseinandersetzt. Diese Überzeugung wollen wir auch im 98. Jahr der Salzburger Festspiele weitertragen''“, sagt Intendant [[Markus Hinterhäuser]].

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