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In den auskragenden Wehrgängen der Ringmauer konnten die vordersten Bodenbretter herausgenommen werden. Ein Schütze hatte so nicht nur ein Schussfeld nach vorne durch die Brustwehr, sondern vor der Wehrmauer auch direkt nach unten und war gleichzeitig gegen Beschuss gedeckt. Schräg in die Mauer eingelassene Senkscharten ermöglichen hingegen keine so steile Schusswinkel.<ref name="Haslacher"></ref>
 
In den auskragenden Wehrgängen der Ringmauer konnten die vordersten Bodenbretter herausgenommen werden. Ein Schütze hatte so nicht nur ein Schussfeld nach vorne durch die Brustwehr, sondern vor der Wehrmauer auch direkt nach unten und war gleichzeitig gegen Beschuss gedeckt. Schräg in die Mauer eingelassene Senkscharten ermöglichen hingegen keine so steile Schusswinkel.<ref name="Haslacher"></ref>
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=== Wasserversorgung ===
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Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte schon lange vor Leonhard Keutschach das Regenwasser in Zisternen. Leonhard Keutschach erbaute zur Verbesswerung der Wasserversorgung zwei Zisternen, die [[Keutschach-Zisterne (Festung Hohensalzburg)|Keutschach-Zisterne]] und eine weitere im Osten des Hohen Stockes, Matthäus Lang die sehr große [[Matthäus-Lang-Zisterne]].
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Heute ist die Festung an das Netz der [[Wasserversorgung der Stadt Salzburg]] angeschlossen, das hier auf die Festung hinaufgepumpt wird. Für Besucher gibt es einen Trinkwasserbrunnen, den [[Burghof-Brunnen (Festung Hohensalzburg)|Burghof-Brunnen]].
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Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] (1619–1653) ließ Salzburg während der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] durch große [[Befestigung der Stadt Salzburg|Wehrbauten]] schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Die stetig zunehmende Feuerkraft der damaligen Mörser, Feldschlangen und ersten Kanonen machte es notwendig, die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen ''Festung'' umzubauen, so dass sie der Artillerie standhalten konnte. In einer Festung sind innerhalb der Bastionen keine schusstoten Winkel mehr vorhanden und der Feind konnte von den verschiedenen Geschützstellungen aus durch die eigene, schlagkräftige Artillerie in alle Richtungen auf Distanz gehalten werden.  
 
Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] (1619–1653) ließ Salzburg während der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] durch große [[Befestigung der Stadt Salzburg|Wehrbauten]] schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Die stetig zunehmende Feuerkraft der damaligen Mörser, Feldschlangen und ersten Kanonen machte es notwendig, die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen ''Festung'' umzubauen, so dass sie der Artillerie standhalten konnte. In einer Festung sind innerhalb der Bastionen keine schusstoten Winkel mehr vorhanden und der Feind konnte von den verschiedenen Geschützstellungen aus durch die eigene, schlagkräftige Artillerie in alle Richtungen auf Distanz gehalten werden.  
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Im [[17. Jahrhundert]] errichtete Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668–1687) aus Furcht vor einer Türkenbelagerung die [[Kuenburgbastei (Festung Hohensalzburg)|Kuenburgbastei]] an der Nordseite.  
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Ein ausgeklügeltes Dach- und Dachrinnensystem sammelte schon lange vor Leonhard Keutschach das Regenwasser in Zisternen. Leonhard Keutschach erbaute zur Verbesswerung der Wasserversorgung zwei Zisternen, die [[Keutschach-Zisterne (Festung Hohensalzburg)|Keutschach-Zisterne]] und eine weitere im Osten des Hohen Stockes, Matthäus Lang die sehr große [[Matthäus-Lang-Zisterne]].
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Heute ist die Festung an das Netz der [[Wasserversorgung der Stadt Salzburg]] angeschlossen, das hier auf die Festung hinaufgepumpt wird. Für Besucher gibt es einen Trinkwasserbrunnen, den [[Burghof-Brunnen (Festung Hohensalzburg)|Burghof-Brunnen]].
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Im [[17. Jahrhundert]] errichtete Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668–1687) aus Furcht vor einer Türkenbelagerung die [[Kuenburgbastei (Festung Hohensalzburg)|Kuenburgbastei]] an der Nordseite.
 
=== Kaserne ===
 
=== Kaserne ===
 
Um [[1800]] hat die Festung ihre militärische Funktion und Bedeutung schon weitestgehend verloren. Nach der [[Schlacht am Walserfeld]] wurde die Festung kampflos an die Franzosen übergeben. Als [[1816]] das Land Salzburg zum [[Österreich#Kaisertum Österreich|Österreich]] kam wurde die Festung vor allem als Kaserne  genutzt. Auch nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden bis [[1938]] Teile der Festung noch als Kaserne genutzt (''Hohe-Stock-Kaserne'').<ref name="Haslacher">[[Stefan Haslacher|Haslacher, Stefan]]; [[Michael Günther|Günther, Michael]]: [[Unbekannte Festung Hohensalzburg]], [[Verlag Anton Pustet]], 2013</ref>
 
Um [[1800]] hat die Festung ihre militärische Funktion und Bedeutung schon weitestgehend verloren. Nach der [[Schlacht am Walserfeld]] wurde die Festung kampflos an die Franzosen übergeben. Als [[1816]] das Land Salzburg zum [[Österreich#Kaisertum Österreich|Österreich]] kam wurde die Festung vor allem als Kaserne  genutzt. Auch nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden bis [[1938]] Teile der Festung noch als Kaserne genutzt (''Hohe-Stock-Kaserne'').<ref name="Haslacher">[[Stefan Haslacher|Haslacher, Stefan]]; [[Michael Günther|Günther, Michael]]: [[Unbekannte Festung Hohensalzburg]], [[Verlag Anton Pustet]], 2013</ref>
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