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== Jugend- und Kriegsjahre ==
 
== Jugend- und Kriegsjahre ==
Helmut Krackowizer kam als zweiter Sohn des Rechtsanwalts Maximilian und [[Hedwig Krackowizer]] in Frankenmarkt in Oberösterreich, nahe der Salzburger Grenze zum [[Flachgau]], zur Welt. Er ist der Enkel von [[Otto Scholz]], der beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Rainer-Regiment]] Oberst war. Krackowizer besuchte nach der Volksschule das Gymnasium in [[Kremsmünster]]. [[1931]], als Neunjähriger, beim Besuch des [[Gaisbergrennen]]s in Salzburg vom "Virus" des Motorradfahrens infiziert, saß er bereits [[1939]] als Siebzehnjähriger zunächst im Sattel einer NSU 250 OSL, die er zusammen mit seinem Bruder Otto<ref>der im Zweiten Weltkrieg bei Stalingrad fiel</ref> besaß, dann im Sattel einer Norton "International" 500 cm³ ''The Unapproachable''<ref>"die Unreichbare", aufgrund ihrer motorischen Leistung galt dieses englische Motorrad lange Zeit als das Schnellste der Welt</ref>. In den Sommerferien arbeitete er als Jugendlicher in Mechanikerwerkstätten und besuchte Motorradrennen.
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Helmut Krackowizer kam als zweiter Sohn des Rechtsanwalts Maximilian und [[Hedwig Krackowizer]] in Frankenmarkt in Oberösterreich, nahe der Salzburger Grenze zum [[Flachgau]], zur Welt. Er ist der Enkel von [[Otto Scholz]], der beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Rainer-Regiment]] Oberst war. [[1924]] zog die Familie nach Vöcklabruck, wo Krackowizer von [[1928]] bis [[1932]] die Volksschule besuchte, anschließend bis [[1936]] das Gymnasium in [[Kremsmünster]] und dann bis [[1940]] das Gymnasium in [[Gmunden]]. [[1931]], als Neunjähriger, beim Besuch des [[Gaisbergrennen]]s in Salzburg vom "Virus" des Motorradfahrens infiziert, saß er bereits [[1939]] als Siebzehnjähriger zunächst im Sattel einer NSU 250 OSL, die er zusammen mit seinem Bruder Otto<ref>der im Zweiten Weltkrieg bei Stalingrad fiel</ref> besaß, dann im Sattel einer Norton "International" 500 cm³ ''The Unapproachable''<ref>"die Unreichbare", aufgrund ihrer motorischen Leistung galt dieses englische Motorrad lange Zeit als das Schnellste der Welt</ref>. In den Sommerferien arbeitete er als Jugendlicher in Mechanikerwerkstätten und besuchte Motorradrennen.
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Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kaufte er sich sein erstes Rennmotorrad, eine 250 cm³ Rudge Rennmaschine mit zwei Ventilen. Diese hielt den Fünf-Stunden Weltrekord auf der Brooklandsbahn<ref>eine Hochgeschwindigkeitsrennstrecke mit überhöhten Kurven, die heute nicht mehr existiert</ref> in England. Im März [[1939]] wurde sie vom Werk aus England nach Deutschland importiert. ''Garantiert über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit'', so die Beschreibung des Verkäufers aus Bremen, Deutschland, des 2.100 Reichsmark teuren Motorrads. Krackowizer nahm das Motorrad mit auf seine Dienststationen bis nach Breslau (Polen), wo er es, verpackt in Kisten, in seine Heimatstadt Vöcklabruck (Oberösterreich) schickte. Er erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar)-Kompanie in Norwegen. Bei der Übergabe der Kompanie an die Norweger erschien ein norwegischer Offizier auf einem Motorrad. Bald schon waren er und Krackowizer in ein "Fachgespräch" vertieft, das mit einer Probefahrt von Krackowizer endete - es gab eben auch Vertrauen unter Kriegsgegnern!
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Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] kaufte er sich sein erstes Rennmotorrad, eine 250 cm³ Rudge Rennmaschine mit zwei Ventilen. Diese hielt den Fünf-Stunden Weltrekord auf der Brooklandsbahn<ref>eine Hochgeschwindigkeitsrennstrecke mit überhöhten Kurven, die heute nicht mehr existiert</ref> in England. Im März [[1939]] wurde sie vom Werk aus England nach Deutschland importiert. ''Garantiert über 150 km/h Spitzengeschwindigkeit'', so die Beschreibung des Verkäufers aus Bremen, Deutschland, des 2.100 Reichsmark teuren Motorrads. Krackowizer nahm das Motorrad mit auf seine Dienststationen bis nach Breslau (Polen), wo er es, verpackt in Kisten, in seine Heimatstadt Vöcklabruck (Oberösterreich) schickte. Er erlebte das Kriegsende als Jägerleitoffizier der Luftnachrichten-Truppe einer Nachtjagd (Radar)-Kompanie in Norwegen. Bei der Übergabe der Kompanie an die Norweger erschien ein norwegischer Offizier auf einem Motorrad. Bald schon waren er und Krackowizer in ein "Fachgespräch" vertieft, das mit einer Probefahrt von Krackowizer endete - es gab eben auch Vertrauen unter Kriegsgegnern! Nach kurzer Gefangenschaft wurde Krackowizer am [[7. September]] [[1945]] entlassen und kehrte nach Vöcklabruck heim.
    
== Rennfahrerjahre 1946 bis 1955 ==
 
== Rennfahrerjahre 1946 bis 1955 ==
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=====1946=====
 
[[Bild:Helmut Krackowizer Mai 1955.jpg|thumb|350px|Links - 70 - Helmut Krackowizer auf BSA "Gold Star", rechts - 90 - [[Rudi Thalhammer]] auf Ariel "Red Hunter", beim [[1. Mai Rennen]] in Salzburg-[[Liefering]] 1955]]
 
[[Bild:Helmut Krackowizer Mai 1955.jpg|thumb|350px|Links - 70 - Helmut Krackowizer auf BSA "Gold Star", rechts - 90 - [[Rudi Thalhammer]] auf Ariel "Red Hunter", beim [[1. Mai Rennen]] in Salzburg-[[Liefering]] 1955]]
 
Am [[6. Oktober]] [[1946]] fuhr er sein erstes Motorradrennen mit der Rudge 250 cm³ bei strömenden [[Regen]] beim [[1. Motorrad-Nachkriegsrennen Salzburg Nonntal|ersten Nachkriegsrennen]] in [[Salzburg]] - [[Nonntal]] und erreichte dabei den dritten Platz.  
 
Am [[6. Oktober]] [[1946]] fuhr er sein erstes Motorradrennen mit der Rudge 250 cm³ bei strömenden [[Regen]] beim [[1. Motorrad-Nachkriegsrennen Salzburg Nonntal|ersten Nachkriegsrennen]] in [[Salzburg]] - [[Nonntal]] und erreichte dabei den dritten Platz.  
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=====1947=====
 
Am [[6. Juli]] [[1947]] ging dann das erste Motorradrennen auf der Autobahn in Salzburg-[[Liefering]] über die Bühne, später [[1. Mai Rennen]] genannt. In diesem Rennen gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf New Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste.  
 
Am [[6. Juli]] [[1947]] ging dann das erste Motorradrennen auf der Autobahn in Salzburg-[[Liefering]] über die Bühne, später [[1. Mai Rennen]] genannt. In diesem Rennen gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf New Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste.  
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* Erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 cm³  
 
* Erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 cm³  
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[[1948]] wollte er an der englischen ''Tourist Trophy''<ref>das älteste noch bestehende und härtestes Motorradrennen der Welt, weitere Information unter [http://de.wikipedia.org/wiki/Isle_of_Man_TT Wikipedia Deutschland TT Isle of Man]</ref> auf der Insel Man teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Dokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch in seinem Archiv existiert. In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheim-Ring (alle Deutschland). Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil.
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=====1948=====
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[[1948]] wollte er an der englischen ''Tourist Trophy''<ref>das älteste noch bestehende und härtestes Motorradrennen der Welt, weitere Information unter [http://de.wikipedia.org/wiki/Isle_of_Man_TT Wikipedia Deutschland TT Isle of Man]</ref> auf der Insel Man teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Dokumenten an der Grenze zur Schweiz. Es blieb bei einem Eintrag im Programmheft, das auch heute noch in seinem Archiv existiert. Auf Rudge 250 belegte er den 3. Platz beim [[1. Mai Rennen|Salzburger Straßenrennen]] hinter dem Wiener Radler (Puch) und dem Italiener Nocchi. Beim Bergrennen Ries bei Graz wurde es ebenfalls ein 3. Platz, wieder hinter Nocchi und Rott (Wien) auf JAP, mit einer knappen Zeitdifferenz von zwei Sekunden auf den Sieger und nur 2/10 auf den Zweitplacierten.  
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=====1949=====
 
Zu den beiden Rennen [[1949]] in der Schweiz schrieb Krackowizer:
 
Zu den beiden Rennen [[1949]] in der Schweiz schrieb Krackowizer:
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Diese beiden Vorstellungen schienen den Veranstaltern vom Rennen in Bern Bremgarten [[1950]] nicht unentdeckt geblieben zu sein, denn sie lehnten freundlich die Anmeldung von Krackowizer ab.
 
Diese beiden Vorstellungen schienen den Veranstaltern vom Rennen in Bern Bremgarten [[1950]] nicht unentdeckt geblieben zu sein, denn sie lehnten freundlich die Anmeldung von Krackowizer ab.
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Erfolge 1949 in Österreich: Straßenrennen Korneuburg: 2. Platz hinter Radler, Straßenrennen Dornbirn: 2. Platz in der Kompressor-Klasse mit seiner "normalen" 250er Rudge, sowie zwei zweite Plätze in den Klassen 350 cm³ und 500 cm³<ref>früher war es noch möglich, mit einer Maschine kleinerem Hubraums in Klasse mit größerem mitzufahren</ref> auf Velocette 350, die er seit März des Jahres fuhr. Beim internationalen Straßenrennen in Rankweil belegte er den 5. Platz und wurde zweitbester Österreicher hinter Anderson, [[Helmut Volzwinkler|Volzwinkler]], Nocchi und Roland.
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=====ab 1950=====
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In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheim-Ring (alle Deutschland). Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil.
    
Nach dem überraschend frühen Tod seines Vaters [[1951]], der in Vöcklabruck Rechtsanwalt war, musste er sich auf Rennen in Österreich einschränken. In Vöcklabruck betrieb er einen Motorradhandel. Neben Straßenrennen mit Motorrädern nahm er auch an Roller-Rennen mit einem Lohner-Roller teil (z. B. in Linz), sowie an mehrtägigen Alpenrundfahrten mit Kleinmotorrädern. Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Rudge 250 cm³, Velocette KTT MK VIII 350 cm³, BSA "Gold Star" 350 cm³, Lohner Roller, Norton "Dominator" 500 cm³, AJS, Puch u. a. [[1955]] beendete er dann seine aktive Rennfahrerlaufbahn. Erst ab [[1973]] fuhr er dann wieder bei Motorveteranen-Veranstaltung (allerdings im Renntempo) mit.
 
Nach dem überraschend frühen Tod seines Vaters [[1951]], der in Vöcklabruck Rechtsanwalt war, musste er sich auf Rennen in Österreich einschränken. In Vöcklabruck betrieb er einen Motorradhandel. Neben Straßenrennen mit Motorrädern nahm er auch an Roller-Rennen mit einem Lohner-Roller teil (z. B. in Linz), sowie an mehrtägigen Alpenrundfahrten mit Kleinmotorrädern. Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Rudge 250 cm³, Velocette KTT MK VIII 350 cm³, BSA "Gold Star" 350 cm³, Lohner Roller, Norton "Dominator" 500 cm³, AJS, Puch u. a. [[1955]] beendete er dann seine aktive Rennfahrerlaufbahn. Erst ab [[1973]] fuhr er dann wieder bei Motorveteranen-Veranstaltung (allerdings im Renntempo) mit.
    
== Berufliche Laufbahn ==
 
== Berufliche Laufbahn ==
Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom [[1951]] an der Wiener Wirtschaftsuniversität, ein Jahr später zum Titel ''Doktor der Wirtschaftswissenschaften'', zur  Eternit Hatschek in Vöcklabruck und [[1955]] zu [[Porsche]] nach [[Salzburg]] in den [[Porschehof]] als Werbe- und Pressechef. In dieser Funktion organisierte Krackowizer [[1964]] einen Weltrekordversuch mit einem VW 1500 auf der Rennstrecke in Monza in Italien. Vier Weltrekorde wurden dabei mit dem Serienmodell aufgestellt.
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Im Herbst 1947 begann er mit dem Studium an der Hochschule für Welthandel. Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom [[1951]] an der Wiener Wirtschaftsuniversität, ein Jahr später zum Titel ''Doktor der Wirtschaftswissenschaften'', zur  Eternit Hatschek in Vöcklabruck und [[1955]] zu [[Porsche]] nach [[Salzburg]] in den [[Porschehof]] als Werbe- und Pressechef. In dieser Funktion organisierte Krackowizer [[1964]] einen Weltrekordversuch mit einem VW 1500 auf der Rennstrecke in Monza in Italien. Vier Weltrekorde wurden dabei mit dem Serienmodell aufgestellt.
    
[[1964]] wechselte er zu Mercedes Benz Salzburg und dann zu British Leyland Salzburg ([[1969]]). Zuletzt, ab [[1976]], war er als Public Relations Manager bei Chrysler Corporation (dann umbenannt in Talbot, schließlich fusioniert mit Peugeot) bis zu seiner Pensionierung [[1987]] tätig.
 
[[1964]] wechselte er zu Mercedes Benz Salzburg und dann zu British Leyland Salzburg ([[1969]]). Zuletzt, ab [[1976]], war er als Public Relations Manager bei Chrysler Corporation (dann umbenannt in Talbot, schließlich fusioniert mit Peugeot) bis zu seiner Pensionierung [[1987]] tätig.
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== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
 
* [http://www.reisemosaik.at/Oldtimer/ Motorrad-Literatur und -Bild Archiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer]
 
* [http://www.reisemosaik.at/Oldtimer/ Motorrad-Literatur und -Bild Archiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer]
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===Quellen==
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* [http://www.reisemosaik.at/Oldtimer/ Motorrad-Literatur- und Bildarchiv Dr. Helmut Krackowizer]
    
[[Kategorie:Geschichte (Person)|Krackowizer, Prof. h. c. Dr. Dkfm. Helmut]]
 
[[Kategorie:Geschichte (Person)|Krackowizer, Prof. h. c. Dr. Dkfm. Helmut]]

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