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| | Federigo Manfredini stammte aus einer Adelsfamilie, die im damals venezianischen Rovigo (Veneto, Italien) ansässig war. Er erhielt seine Ausbildung in Modena und Florenz und trat mit Empfehlung des Kardinals Karl Borromäus in österreichische Dienste. | | Federigo Manfredini stammte aus einer Adelsfamilie, die im damals venezianischen Rovigo (Veneto, Italien) ansässig war. Er erhielt seine Ausbildung in Modena und Florenz und trat mit Empfehlung des Kardinals Karl Borromäus in österreichische Dienste. |
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| − | Manfredini war Major im Stain'schen Regiment, als er von Kaiser Joseph II. im Jahr [[1775]] als Erzieher der Söhne von Großherzog Leopold – dem Neffen und Nachfolger Josefs II. auf dem Kaiserthron sowie dem späteren Salzburger Kurfürsten Ferdinand – an dessen Hof nach Florenz (Toskana, Italien) entsandt wurde. | + | Manfredini war Major im Stain'schen Regiment, als er von Kaiser Joseph II. im Jahr [[1775]] als Erzieher der Söhne von Großherzog Leopold – dem Bruder und Nachfolger Josefs II. auf dem Kaiserthron -, darunter des späteren Salzburger Kurfürsten Ferdinand – an dessen Hof nach Florenz (Toskana, Italien) entsandt wurde. |
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| | Manfredini verband mit militärischer Bildung auch mannigfache andere Kenntnisse und einen offenen Sinn für Wissenschaft und Kunst. Er unterrichtete die Erzherzöge namentlich in der französischen und italienischen Sprache und Literatur. Nach zwei Jahren hatte Manfredini zusätzlich Unterricht in Staatsrecht zu erteilen. | | Manfredini verband mit militärischer Bildung auch mannigfache andere Kenntnisse und einen offenen Sinn für Wissenschaft und Kunst. Er unterrichtete die Erzherzöge namentlich in der französischen und italienischen Sprache und Literatur. Nach zwei Jahren hatte Manfredini zusätzlich Unterricht in Staatsrecht zu erteilen. |
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| | Nach der Eroberung der Toskana durch die Franzosen ([[1799]]) folgte Manfredini dem Großherzog nicht nach Wien, sondern floh nach Sizilien. Kaiser Franz II. berief ihn jedoch gegen Ende des Jahres 1800 nach Wien, wo er ihn zum Feldmarschallleutnant beförderte. | | Nach der Eroberung der Toskana durch die Franzosen ([[1799]]) folgte Manfredini dem Großherzog nicht nach Wien, sondern floh nach Sizilien. Kaiser Franz II. berief ihn jedoch gegen Ende des Jahres 1800 nach Wien, wo er ihn zum Feldmarschallleutnant beförderte. |
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| − | Als Ferdinand im Jahr 1803 [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] wurde, machte er Manfredini zu seinem dirigierenden Staatsminister. Damit oblagen ihm, wie zur damaligen Zeit jedem ''Staats''minister, die äußeren Angelegenheiten, überdies aber die Militärgeschäfte, das Zensurwesen sowie das gesamte Schul- und das Erziehungswesen. | + | Als Ferdinand im Jahr 1803 [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] wurde, machte er Manfredini zu seinem dirigierenden Staatsminister. Damit oblagen diesem, wie zur damaligen Zeit jedem ''Staats''minister, die äußeren Angelegenheiten, überdies aber die Militärgeschäfte, das Zensurwesen sowie das gesamte Schul- und das Erziehungswesen. |
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| | Als Ferdinand 1806 auch Salzburg verlor, nahm der 52-jährige Manfredini, dessen Gesundheit durch einen bei einem Sturz vom Pferd entstandenen Milzbruch geschwächt war, seinen Abschied und ließ sich in Italien nieder; zunächst in Padua, schließlich in Campo Verardo, wo er hauptsächlich den schönen Künsten lebte. | | Als Ferdinand 1806 auch Salzburg verlor, nahm der 52-jährige Manfredini, dessen Gesundheit durch einen bei einem Sturz vom Pferd entstandenen Milzbruch geschwächt war, seinen Abschied und ließ sich in Italien nieder; zunächst in Padua, schließlich in Campo Verardo, wo er hauptsächlich den schönen Künsten lebte. |
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| | Auch einige unter ungeklärten Umständen erworbene Salzburger Kunstwerke begleiteten ihn. | | Auch einige unter ungeklärten Umständen erworbene Salzburger Kunstwerke begleiteten ihn. |
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| − | Seine Gemäldesammlung vermachte er dem Priesterseminar Venedigs (Seminario Patriarcale di Venezia); die nach ihm benannte ''Pinacoteca Manfrediniana'' in Venedig präsentiert diesen Bestand. | + | Seine Gemäldesammlung vermachte Manfredini dem Priesterseminar Venedigs (Seminario Patriarcale di Venezia); die nach ihm benannte ''Pinacoteca Manfrediniana'' in Venedig präsentiert diesen Bestand. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |