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Textersetzung - „Laufen“ durch „Laufen an der Salzach
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Nicht allzuweit vom Allershausener Stammsitz der Hagenauer befanden sich weitere Güter im Besitz der Hagenauer, die auch als Münchner Bürger aufscheinen. Seit dem späten [[14. Jahrhundert]] sind sie in Münchner Urkunden zu finden und werden im [[15. Jahrhundert]] auch als Münchner Bürger genannt. In einer früheren Urkunde aus dem Jahr [[1362]] wurde bereits ein Konrad (Conrad) Hagenauer in einer Stiftungssurkunde mit  seinem Gut bei Reitpach genannt. Im Jahr [[1365]] wurde ein Bertold Hagenauer unter den äußeren Stadträten (Stadträte für den außerhalb der Stadtmauern liegenden Teil Münchens) der Münchner Patrizier genannt. An Hand von Urkunden kann man diese "Münchner Hagenauer" der Freisinger Linie der Herren von Hagenau zuordnen. Unter anderem durch eine Münchner Urkunde aus dem Jahr [[1456]], in der wiederum jener Conrad Hagenauer genannt wird, der bereits im Jahr [[1435]] in einer Indersdorfer Urkunde eine Messstiftung für den Freisinger Dom bezeugte. Ferner werden in den Münchener Urkunden neben diesem Conrad Hagenauer auch sein Bruder Hans genannt. Conrads Cousin Jorg (Georg) hatte einen Bruder namens Hans, der [[1466]] ein noch heute erhaltenes Buch geschrieben hatte, das folgendermaßen eingeleitet wurde: ''"Das püch hat geschriben der ersam hanns hagenauer, purger zu munchen, on czeitlichen lön vmb gotzwillen, zu lob got dem allmächtigen ...zu hail seiner seel und zu nücz den brüdern zu Teggernsee"''. Dessen Sohn hieß wiederum Georg (Georius) und war Geistlicher. Dieser Georius (Georg) Hagenauer erschien häufig in den Münchner Urkunden: [[1472]] verlieh er zu Oberneuching seinen Hof und [[1475]] einen weiteren Hof zu Nansheim. [[1479]] verkaufte er 2 Huben "Weitenberg" zu Harthausen dem Abt Heinrich zu St. Ulrich und Afra von Augsburg, wo bereits Heinrich (V.) von Hagenau zwischen 1292 und 1315 Abt gewesen war. [[1489]] erscheint Georg das letzte Mal in einer Urkunde.  
 
Nicht allzuweit vom Allershausener Stammsitz der Hagenauer befanden sich weitere Güter im Besitz der Hagenauer, die auch als Münchner Bürger aufscheinen. Seit dem späten [[14. Jahrhundert]] sind sie in Münchner Urkunden zu finden und werden im [[15. Jahrhundert]] auch als Münchner Bürger genannt. In einer früheren Urkunde aus dem Jahr [[1362]] wurde bereits ein Konrad (Conrad) Hagenauer in einer Stiftungssurkunde mit  seinem Gut bei Reitpach genannt. Im Jahr [[1365]] wurde ein Bertold Hagenauer unter den äußeren Stadträten (Stadträte für den außerhalb der Stadtmauern liegenden Teil Münchens) der Münchner Patrizier genannt. An Hand von Urkunden kann man diese "Münchner Hagenauer" der Freisinger Linie der Herren von Hagenau zuordnen. Unter anderem durch eine Münchner Urkunde aus dem Jahr [[1456]], in der wiederum jener Conrad Hagenauer genannt wird, der bereits im Jahr [[1435]] in einer Indersdorfer Urkunde eine Messstiftung für den Freisinger Dom bezeugte. Ferner werden in den Münchener Urkunden neben diesem Conrad Hagenauer auch sein Bruder Hans genannt. Conrads Cousin Jorg (Georg) hatte einen Bruder namens Hans, der [[1466]] ein noch heute erhaltenes Buch geschrieben hatte, das folgendermaßen eingeleitet wurde: ''"Das püch hat geschriben der ersam hanns hagenauer, purger zu munchen, on czeitlichen lön vmb gotzwillen, zu lob got dem allmächtigen ...zu hail seiner seel und zu nücz den brüdern zu Teggernsee"''. Dessen Sohn hieß wiederum Georg (Georius) und war Geistlicher. Dieser Georius (Georg) Hagenauer erschien häufig in den Münchner Urkunden: [[1472]] verlieh er zu Oberneuching seinen Hof und [[1475]] einen weiteren Hof zu Nansheim. [[1479]] verkaufte er 2 Huben "Weitenberg" zu Harthausen dem Abt Heinrich zu St. Ulrich und Afra von Augsburg, wo bereits Heinrich (V.) von Hagenau zwischen 1292 und 1315 Abt gewesen war. [[1489]] erscheint Georg das letzte Mal in einer Urkunde.  
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[[1493]] wird in einer Urkunde Hanns Hagenauer (Bruder von Conrad und Cousin von Georg Hagenauer) gemeinsam mit Alex Keutzl (eine in Salzburg und Bayern begüterte Familie) und Heinrich aus dem Geschlecht der Althamer genannt, mit denen die Hagenauer später auch versippt waren. Hanns Hagenauer taucht hier als angrenzender Gutsbesitzer des Heinrich Althamer zu Obing auf. In unmittelbarer Nachbarschaft, bei Seeon, wurden die Herren von Hagenau ja bereits in früheren Urkunden als Lehensbesitzer zu Seeon genannt. In dieser Urkunde "verleibdingt" Abt [[Rupert V. Keutzl]] ''"an Heinrich Althamer zu Obing den Zehent zu Meilham"'' (bei Amerang in Bayern). Die [[Keutzl]] waren ein altes (seit dem 14. Jh. in Salzburger Urkunden auftretendes) Geschlecht, deren Familienmitglieder seit dem 15. Jahrhundert als Pfleger, Richter, Bürgermeister, sowie als hohe Geistliche aufschienen. In Bayern war ihnen das [[Erbausfergenamt]] in [[Laufen]] sowie die Hälfte der Hofmark Amerang zu eigen. Wie diese Urkunde belegt, standen die Hagenauer bereits vor ihrer Auswanderung nach Salzburg mit einflussreichen Salzburgern (z. B. Abt Rupert V.) in Verbindung. Nicht allzu weit entfernt vom letzten bayrischen Stammsitz der Herren von Hagenau, dessen Besitzer der "zu Allershausen gesessenen Stephan Hagenauer" (bis 1484) war, befand sich ein Gut in Westerndorf (bei Freising). Sein Besitzer war der um [[1440]] geborene Cousin Stephans, Ulrich Hagenauer de Allershausen. Im Jahr [[1503]] übernahm dieses Gut Ulrichs Sohn Georg, der um [[1470]] geboren worden war. Georgs Sohn Sebastian und Georgs Enkelsohn Georg (hier als Georg I. bezeichnet) waren die (wahrscheinlich) letzten in Bayern lebenden Hagenauer aus dem Geschlecht der Herren von Hagenau. Die erst 50 Jahre später, am Ende des [[16. Jahrhundert]]s, in der Nähe von München oder in München selbst genannten Hagenauer (zB. die Heilige Barbara, im Riedler Kloster 1570 gestorben), scheinen jedoch nicht mit den Herren von Hagenau verwandt gewesen zu sein.
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[[1493]] wird in einer Urkunde Hanns Hagenauer (Bruder von Conrad und Cousin von Georg Hagenauer) gemeinsam mit Alex Keutzl (eine in Salzburg und Bayern begüterte Familie) und Heinrich aus dem Geschlecht der Althamer genannt, mit denen die Hagenauer später auch versippt waren. Hanns Hagenauer taucht hier als angrenzender Gutsbesitzer des Heinrich Althamer zu Obing auf. In unmittelbarer Nachbarschaft, bei Seeon, wurden die Herren von Hagenau ja bereits in früheren Urkunden als Lehensbesitzer zu Seeon genannt. In dieser Urkunde "verleibdingt" Abt [[Rupert V. Keutzl]] ''"an Heinrich Althamer zu Obing den Zehent zu Meilham"'' (bei Amerang in Bayern). Die [[Keutzl]] waren ein altes (seit dem 14. Jh. in Salzburger Urkunden auftretendes) Geschlecht, deren Familienmitglieder seit dem 15. Jahrhundert als Pfleger, Richter, Bürgermeister, sowie als hohe Geistliche aufschienen. In Bayern war ihnen das [[Erbausfergenamt]] in [[Laufen an der Salzach]] sowie die Hälfte der Hofmark Amerang zu eigen. Wie diese Urkunde belegt, standen die Hagenauer bereits vor ihrer Auswanderung nach Salzburg mit einflussreichen Salzburgern (z. B. Abt Rupert V.) in Verbindung. Nicht allzu weit entfernt vom letzten bayrischen Stammsitz der Herren von Hagenau, dessen Besitzer der "zu Allershausen gesessenen Stephan Hagenauer" (bis 1484) war, befand sich ein Gut in Westerndorf (bei Freising). Sein Besitzer war der um [[1440]] geborene Cousin Stephans, Ulrich Hagenauer de Allershausen. Im Jahr [[1503]] übernahm dieses Gut Ulrichs Sohn Georg, der um [[1470]] geboren worden war. Georgs Sohn Sebastian und Georgs Enkelsohn Georg (hier als Georg I. bezeichnet) waren die (wahrscheinlich) letzten in Bayern lebenden Hagenauer aus dem Geschlecht der Herren von Hagenau. Die erst 50 Jahre später, am Ende des [[16. Jahrhundert]]s, in der Nähe von München oder in München selbst genannten Hagenauer (zB. die Heilige Barbara, im Riedler Kloster 1570 gestorben), scheinen jedoch nicht mit den Herren von Hagenau verwandt gewesen zu sein.
    
== Die letzten Hagenauer in Bayern und ihre Rückkehr nach Salzburg ==
 
== Die letzten Hagenauer in Bayern und ihre Rückkehr nach Salzburg ==

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