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| | Für den Notfall sind alle Brunnen und Quellen mit Strom unabhängigen Chlorgasanlagen zur Desinfektion ausgestattet. Die Salzburg AG hat ein eigenes, mit Mitarbeitern und Geräten sehr gut ausgestattetes chemisch-bakteriologisches Labor eingerichtet. 2 000 Wasserproben aus dem eigenen Netz werden pro Jahr bakteriologisch und 400 chemisch untersucht. | | Für den Notfall sind alle Brunnen und Quellen mit Strom unabhängigen Chlorgasanlagen zur Desinfektion ausgestattet. Die Salzburg AG hat ein eigenes, mit Mitarbeitern und Geräten sehr gut ausgestattetes chemisch-bakteriologisches Labor eingerichtet. 2 000 Wasserproben aus dem eigenen Netz werden pro Jahr bakteriologisch und 400 chemisch untersucht. |
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| − | === Qualität des Trinkwassers === | + | === Qualität des Trinkwassers und der Ausbau des Wasserverbundes === |
| − | Das Trinkwasser der Stadt Salzburg hat eine besonders hohe Qualität und es muss nur im Ausnahmefall desinfiziert werden. 90 Prozent des gesamten Trinkwassers für die Stadt Salzburg kommt von den Grundwasserwerken in [[Glanegg]], [[Sankt Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] und [[Taugl (Sankt Koloman)|Taugl]]. Zehn Prozent kommt aus kleineren Quellen- und Quellgruppen, das mit UV-Licht desinfiziert wird. Mineralien Kalzium und Magnesium machen den Härtegrad des Wassers aus. Dieser variiert im Stadtgebiet nach Herkunft des Wassers und Tageszeit. Das Salzburger [[Trinkwasser]] hat gemäß dem Wasserhärteplan<ref>[https://www.salzburg-ag.at/?eID=download&uid=105 Wasserhärte Stadt Salzburg]</ref> im Durchschnitt 9,5–10 Deutsche Härtegrade. <ref>[https://www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet/ www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet]</ref> | + | Das Trinkwasser der Stadt Salzburg hat eine besonders hohe Qualität und es muss nur im Ausnahmefall desinfiziert werden. 90 Prozent des gesamten Trinkwassers für die Stadt Salzburg kommt von den Grundwasserwerken in [[Glanegg]], [[Sankt Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] und [[Taugl (Sankt Koloman)|Taugl]]. |
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| − | === Grundwasserwerk St. Leonhard ===
| + | [[1976]] wird der [[Wasserverband Salzburger Becken]] gegründet, in dem sich 21 Gemeinden und die Stadt Salzburg zusammenschließen, um die Wasserversorgung für alle gemeinsam zusichern und zu besorgen. Auch das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] tritt diesem Verband bei. |
| − | [[1976]] wurde beim [[Grundwasserwerk St. Leonhard]] in Grödig ein Horizontal-Filterbrunnen in Betrieb genommen. Mit ihm wird ein unabhängiges Wasservorkommen genutzt, das vom Grundwasser-Begleitstrom der [[Königsseeache]] gespeist wird. | |
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| − | === Der moderne Hochbehälter Mönchsberg ===
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| − | Der heutige [[Hochbehälter Mönchsberg]] in der Nähe der Richterhöhe wurde 1948 bis 1950 errichtet und in den Jahren 1995 bis 1998 generalsaniert. Dieser Behälter fasst 25 000 Kubikmeter (= 25 000 000 Liter) Wasser. Die Wassertiefe beträgt 8,5 Meter.
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| − | === Projekte Fuschlsee und Taugl ===
| + | [[1984]] wurde als Notversorgung die sogenannte „Wasserschiene“, eine Verbindungsleitung zwischen Salzburg und Hallein, errichtet. [[2003]] wurde die „Wasserschiene" von [[Hallein]] bis [[Kuchl]]–Jadorf mit einer Länge von 4 157 Metern weiter ausgebaut. Im Anschluss daran wurde der Brunnen Taugl abgeteuft und ging am [[1. April]] [[2004]], mit einem Konsens von 150 Liter pro Sekunde in Betrieb. Damit wurde eine gegenseitige Wasserlieferung möglich. Über Verbindungsleitungen der Wasserschiene kann Wasser aus dem [[Grundwasserwerk Gamp]] in die Versorgungsleitungen der Stadt Salzburg eingespeist und auch alle Verbandsgemeinden verteilt werden. |
| − | Mitte der [[1950er]]-Jahre gab es das Projekt, das Wasser des [[Fuschlsee]]s für das Trinkwasser der Stadt Salzburg zu nützen. Zugleich stand damals schon das Grundwasservorkommen der [[Taugl (Sankt Koloman)|Taugl]] bei [[Jadorf (Kuchl)|Kuchl]] zur Diskussion, dessen Nutzung erst einige Jahrzehnte später verwirklicht werden wird.
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| − | [[2003]] wurde die „Wasserschiene" von [[Hallein]] bis [[Kuchl]]–Jadorf mit einer Länge von 4 157 Metern weiter ausgebaut. Im Anschluss daran wurde der Brunnen Taugl abgeteuft und ging am [[1. April]] [[2004]], mit einem Konsens (?<!-- stimmt dieser Begriff hier schon? --> von 150 Liter pro Sekunde in Betrieb. Damit wurde eine gegenseitige Wasserlieferung möglich. Über Verbindungsleitungen der Wasserschiene kann Wasser aus dem [[Grundwasserwerk Gamp]] in die Versorgungsleitungen der Stadt Salzburg eingespeist und auch alle Verbandsgemeinden verteilt werden. | + | [[2004]] wurde der Tiefbrunnen Taugl in Betrieb genommen und damit die gemeindeübergreifende Wasserversorgung gesichert. Gleichzeitig wird die Wasserschiene ausgebaut. [[2003]] wurde [[Obertrum am See]] angeschlossen, [[2011]] Bürmoos und [[2013]] Seeham. |
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| − | Die Hochbehälter im Mönchs- und im [[Kapuzinerberg]] werden mit Mischwasser aus den Grundwasserwerken Glanegg und St. Leonhard sowie gegebenenfalls der Wasserschiene gespeist.
| + | Zehn Prozent kommt aus kleineren Quellen- und Quellgruppen, das mit UV-Licht desinfiziert wird. Mineralien Kalzium und Magnesium machen den Härtegrad des Wassers aus. Dieser ändert sich im Stadtgebiet je nach Herkunft des Wassers und der Tageszeit geringfügig. Das Salzburger [[Trinkwasser]] hat gemäß dem Wasserhärteplan<ref>[https://www.salzburg-ag.at/?eID=download&uid=105 Wasserhärte Stadt Salzburg]</ref> im Durchschnitt 9,5–10 Deutsche Härtegrade. <ref>[https://www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet/ www.salzburg-ag.at/wasser/wasserqualitaet]</ref> |
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| − | === Wasserverband Salzburger Becken und Wasserschiene === | + | === Das Grundwasserwerk St. Leonhard und die modernen Hochbehälter Mönchsberg und Kapuzinerberg=== |
| − | [[1976]] wurde der "Wasserverband Salzburger Becken" (WSB) gegründet und [[1984]] als Notversorgung die sogenannte „Wasserschiene“, eine Verbindungsleitung zwischen Salzburg und Hallein, errichtet. | + | [[1976]] wurde beim [[Grundwasserwerk St. Leonhard]] in Grödig ein Horizontal-Filterbrunnen in Betrieb genommen. Mit ihm wird ein unabhängiges Wasservorkommen genutzt, das vom Grundwasser-Begleitstrom der [[Königsseeache]] gespeist wird. Zuvor waren die Quellfassungen Untersberg der Hauptwasserspender für die Stadt Salzburg. |
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| | + | Der heutige [[Hochbehälter Mönchsberg]] in der Nähe der Richterhöhe wurde 1948 bis 1950 errichtet und in den Jahren 1995 bis 1998 generalsaniert. Dieser Behälter fasst 25 000 Kubikmeter (= 25 000 000 Liter) Wasser. Die Wassertiefe beträgt 8,5 Meter. Die Hochbehälter im Mönchs- und im [[Kapuzinerberg]] werden mit Mischwasser aus den Grundwasserwerken Glanegg und St. Leonhard sowie gegebenenfalls aus der Wasserschiene gespeist. |
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| − | === Wasserverband Salzburger Becken === | + | === Projekte Fuschlsee und Taugl === |
| − | [[1976]] wird der [[Wasserverband Salzburger Becken]] gegründet, in dem sich 21 Gemeinden und die Stadt Salzburg zusammenschließen, um die Wasserversorgung für alle gemeinsam zusichern und zu besorgen. Auch das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] tritt diesem Verband bei. | + | Mitte der [[1950er]]-Jahre gab es das Projekt, das Wasser des [[Fuschlsee]]s für das Trinkwasser der Stadt Salzburg zu nützen. Zugleich stand damals schon das Grundwasservorkommen der [[Taugl (Sankt Koloman)|Taugl]] bei [[Jadorf (Kuchl)|Kuchl]] zur Diskussion, dessen Nutzung erst einige Jahrzehnte später verwirklicht werden wird. |
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| − | Etwa bis Anfang der [[1980er]]-Jahre war der Untersberg der Hauptwasserspender für die Stadt Salzburg.
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| − | === Erweiterung des Versorgungsgebietes ===
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| − | [[2004]] wurde der Tiefbrunnen Taugl in Betrieb genommen und damit die gemeindeübergreifende Wasserversorgung gesichert. Gleichzeitig wird die Wasserschiene ausgebaut.
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| − | [[2003]] wurde [[Obertrum am See]] angeschlossen, [[2011]] Bürmoos und [[2013]] Seeham.
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| | == Wassermuseum Mönchsberg == | | == Wassermuseum Mönchsberg == |