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| | === Fürstenbrunner Quelle === | | === Fürstenbrunner Quelle === |
| − | Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des [[Untersberg]]es mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' ([[Fürstenbrunner Quelle]]) unternahm [[1654]] [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Gleichzeitig wurde der Residenzbrunnen errichtet, man leitete mit 3 237 lärchenen Röhren "Deicheln", genannt, das Wasser in die Stadt. [[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei der Einweihung. Nachdem Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] seine geplante Wasserleitung [[1679]] aus [[Fürstenbrunn]] aus technischen Gründen zurücklegen musste, entstand die ''[[Hellbrunn]]er Wasserleitung''. [[1719]] wurde ein weiterer Versuch unternommen eine Wasserleitung von Fürstenbrunn zur bauen, noch fünf folgten. [[1738]] legte Professor [[Bernhard Stuart]] dem Domkapitel einer Plan zur Ausführung einer Wasserleitung vor. Es dauerte weitere 200 Jahre bis das Projekt wieder aufgegriffen wurde. | + | Bereits im [[15. Jahrhundert]] ließen sich die Fürsterzbischöfe das Quellwasser des [[Untersberg]]es mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten ''Fürstenquellen'' ([[Fürstenbrunner Quelle]]) unternahm [[1654]] [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Gleichzeitig wurde der Residenzbrunnen errichtet, man leitete mit 3 237 lärchenen Röhren "Deicheln", genannt, das Wasser in die Stadt. [[1661]] war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei der Einweihung. Nachdem Fürsterzbischof [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] seine geplante Wasserleitung [[1679]] aus [[Fürstenbrunn]] aus technischen Gründen zurücklegen musste, entstand die ''[[Hellbrunn]]er Wasserleitung''. [[1719]] wurde ein weiterer Versuch unternommen eine Wasserleitung von Fürstenbrunn zur bauen, noch fünf folgten. [[1738]] legte Professor [[Bernhard Stuart]] dem Domkapitel einen weiteren Plan zum Bau einer Wasserleitung vor. Es dauerte weitere 120 Jahre, bis ein solches Projekt wieder aufgegriffen wurde. |
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| | === Gaisbergquellen === | | === Gaisbergquellen === |
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| | ===Versorgung in Notzeiten: Tankwagen und Desinfizierung mit Chlor === | | ===Versorgung in Notzeiten: Tankwagen und Desinfizierung mit Chlor === |
| − | Beim ersten [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriff]] wurden in der Altstadt auch große Teile des Wasserversorgungsnetzes zerstört und es wurde auch der kleine Hochbehälter am Mönchsberg getroffen. Die Bereiche [[Griesgasse]] und [[Getreidegasse]] standen lange Zeit im Wasser und die Schadstellen konnten aus Materialmangel nicht ausgebessert werden. Bis Kriegsende war eine Versorgung durch Tankwagen notwendig. Eine weitere Kriegsfolge war, dass zur Aufrechterhaltung der Wasserhygiene und als Prävention gegen Infektionskrankheiten auf Anordnung der amerikanischen Militärregierung das Wasser ab [[1945]] mit Chlor desinfiziert wurde. Ein unangenehmer Geruch und Geschmack waren die unvermeidliche Folge und die Beschwerden darüber häuften sich im Lauf der Jahre. Die besatzungsseits Chlor-Dosis war allerdings weit übertrieben, sie wurde sofort nach dem Abzug der Besatzung stark herabgesetzt.= | + | Beim ersten [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriff]] wurden in der Altstadt auch große Teile des Wasserversorgungsnetzes zerstört und es wurde auch der kleine Hochbehälter am Mönchsberg getroffen. Die Bereiche [[Griesgasse]] und [[Getreidegasse]] standen lange Zeit im Wasser und die Schadstellen konnten aus Materialmangel nicht ausgebessert werden. Bis Kriegsende war eine Versorgung durch Tankwagen notwendig. Eine weitere Kriegsfolge war, dass zur Aufrechterhaltung der Wasserhygiene und als Prävention gegen Infektionskrankheiten auf Anordnung der amerikanischen Militärregierung das Wasser ab [[1945]] mit Chlor desinfiziert wurde. Ein unangenehmer Geruch und Geschmack waren die unvermeidliche Folge und die Beschwerden darüber häuften sich im Lauf der Jahre. Die besatzungsseits Chlor-Dosis war allerdings weit übertrieben, sie wurde sofort nach dem Abzug der Besatzung stark herabgesetzt. |
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| − | === Ozonanlage zur Desinfizierung ===
| + | Von [[1961]] bis um 1980 anstelle der Chlorierung eine Ozonanlage betrieben. seit etwa 1980 wird das Wasser mit UV-Licht desinfiziert. Die Ozonanlage war damals nicht mehr zeitgemäß, die Geruchsbelästigung durch das sehr schädliche und gefährliche Gas auf dem Mönchsberg zwar zum Teil erheblich. |
| − | [[1961]] wurde vorübergehend eine Ozonanlage in Betrieb genommen und dadurch endete die seit 1945 vorgenommene Chlorierung. | |
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| − | === Abschied von der Fürstenquelle === | + | === Abschied von der direkten Nutzung der Fürstenquelle === |
| − | Nach 1990 wurde die direkte Zuleitung aus der Fürstenquelle aus hygienischen Gründen beendet. Das gesamte Wasser der Fürstenquelle wurde stattdessen im Bereich des Grundwasserwerks St. Leonhard im Boden versickert, dadurch natürlich im Untergrund gereinigt und nach etwa 60 Tagen im Brunnfeld wieder gewonnen. Durch diese Optimierungsmaßnahme entfällt die Desinfizierung des Quellwasser durch eine Ozonanlage, es können Kosten eingespart werden, die Ozonanlage war damals nicht mehr zeitgemäß, die Geruchsbelästigung durch das sehr schädliche Gas auf dem Mönchsberg zwar zum Teil erheblich. Die Desinfektion wird heute mit zeitgemäßen Mitteln vorgenommen. | + | Nach 1990 wurde die direkte Zuleitung aus der Fürstenquelle aus hygienischen Gründen beendet. Das gesamte Wasser der Fürstenquelle wurde stattdessen im Bereich des Grundwasserwerks Glaneggs in tiefe Unterwasserhorizonte einbebracht, dadurch natürlich im Untergrund gereinigt und nach etwa 60 Tagen im Brunnfeld wieder gewonnen. Das [[Grundwasserwerk Glanegg]] befindet sich in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde Grödig im Ortsteil [[Glanegg]]. |
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| − | === Grundwasserwerk Glanegg ===
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| − | Das [[Grundwasserwerk Glanegg]] befindet sich in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde Grödig im Ortsteil [[Glanegg]]. | |
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| | == Trinkwasserversorgung heute und Projekte zur Versorgung == | | == Trinkwasserversorgung heute und Projekte zur Versorgung == |