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[[Bild:Almkanal.jpg|thumb|300px|Die Ableitung des Almkanals bei [[Hangendenstein]] auf bayerischer Seite im [[Berchtesgadener Land]] von der [[Königsseeache]]]]
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[[Bild:Almkanal_02.jpg|thumb|300px|Almkanal im Bereich [[Thumegger-Bezirk]] Höhe [[Kommunalfriedhof]]]]
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[[Bild:Almkanal_02.jpg|thumb|200px|Almkanal im Bereich [[Thumegger-Bezirk]] Höhe [[Kommunalfriedhof]]]]
[[Bild:Almkanal_03.jpg|thumb|300px|Almkanal im Bereich Thumegger-Bezirk Höhe [[Leopoldskroner Weiher]]]]
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[[Bild:Almkanal_03.jpg|thumb|200px|Almkanal im Bereich Thumegger-Bezirk Höhe [[Leopoldskroner Weiher]]]]
[[Bild:Almkanal_04.jpg|thumb|300px|Almkanal im Bereich Thumegger-Bezirk beim Kraftwerk, wo sich der Almkanal gabelt: das zum linken unteren Bildrand fließende Wasser ist der nach Norden führende Ast - in die [[Riedenburg]] und weiter nach [[Mülln]], der hinter dem Haus weiter führende Verlauf ist der Hauptarm nach St. Peter]]
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[[Bild:Almkanal_04.jpg|thumb|200px|Almkanal im Bereich [[Thumegger-Bezirk]] beim Kraftwerk, wo sich der Almkanal gabelt: das zum linken unteren Bildrand fließende Wasser ist der nach Norden führende Ast - in die [[Riedenburg]] und weiter nach [[Mülln]], der hinter dem Haus weiter führende Verlauf ist der Hauptarm nach St. Peter]]
[[Bild:Almkanal_05.jpg|thumb|300px|Almkanal im Bereich [[Thumegger-Bezirk]]: die Abzweigung im Detail]]
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[[Bild:Almkanal_05.jpg|thumb|200px|Almkanal im Bereich [[Thumegger-Bezirk]]: die Abzweigung im Detail]]
 
Der '''Almkanal''' stellt eines der interessantesten technischen Meisterleistungen der Vergangenheit in der [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Wasserversorgung der Stadt Salzburg]] dar.
 
Der '''Almkanal''' stellt eines der interessantesten technischen Meisterleistungen der Vergangenheit in der [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Wasserversorgung der Stadt Salzburg]] dar.
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Ab [[1566]] erklärte sich die Erzbischöfliche Kammer als dritter “Almherr“ neben dem Stift St. Peter und dem Domkapitel bereit, ein Drittel der Erhaltungskosten des Kanalsystemes zu bestreiten, da die groß angelegten bischöflichen Fischteiche [[Leopoldskroner Weiher]] und [[Glanegg]]er Geiselweiher und der Ausbau neuer Wasserleitungen zu den Residenzgebäuden zu einem erheblichen Anwachsen des Wasserbedarfes und des Instandhaltungsaufwandes geführt hatten.
 
Ab [[1566]] erklärte sich die Erzbischöfliche Kammer als dritter “Almherr“ neben dem Stift St. Peter und dem Domkapitel bereit, ein Drittel der Erhaltungskosten des Kanalsystemes zu bestreiten, da die groß angelegten bischöflichen Fischteiche [[Leopoldskroner Weiher]] und [[Glanegg]]er Geiselweiher und der Ausbau neuer Wasserleitungen zu den Residenzgebäuden zu einem erheblichen Anwachsen des Wasserbedarfes und des Instandhaltungsaufwandes geführt hatten.
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Vom [[16. Jahrhundert|16.]] bis ins [[19. Jahrhundert]] entwickelte sich der Almkanal immer mehr zur Lebensader für Gewerbe und Fabriken innerhalb und außerhalb der Stadt. Der Köckablass in [[Thumegg]] lieferte zusätzliches Triebwasser für die Mühlen am [[Hellbrunnerbach]]. Über den [[Kreuzbrücklbach]] und den [[Ganshofbach]] wurde in [[Maxglan]] die Wasserführung von [[Glan]] und [[Glanmühlbach]] aufgebessert. Mühlen, Sägen, Walken, Schleifereien, Polierwerke, Kugelmühlen, Schmieden, Hammerwerke, Wasserpumpwerke, Bleiweiß- und Lederfabriken, Gewürz- und Lehmstampfe, Pulverfabriken, Malzmühlen, [[Bier|Brauereien]] und Feigenkaffeefabriken wurden betrieben, zahlreiche Teiche für die Eisgewinnung (siehe [[Bier#Bierkühlung|Bier]]) wurden angelegt. [[Grödig]] war Zentrum der Eisenverarbeitung und der Zementindustrie.
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Vom [[16. Jahrhundert|16.]] bis ins [[19. Jahrhundert]] entwickelte sich der Almkanal immer mehr zur Lebensader für Gewerbe und Fabriken innerhalb und außerhalb der Stadt. Der Köckablass in [[Thumegger-Bezirk]] lieferte zusätzliches Triebwasser für die Mühlen am [[Hellbrunnerbach]]. Über den [[Kreuzbrücklbach]] und den [[Ganshofbach]] wurde in [[Maxglan]] die Wasserführung von [[Glan]] und [[Glanmühlbach]] aufgebessert. Mühlen, Sägen, Walken, Schleifereien, Polierwerke, Kugelmühlen, Schmieden, Hammerwerke, Wasserpumpwerke, Bleiweiß- und Lederfabriken, Gewürz- und Lehmstampfe, Pulverfabriken, Malzmühlen, [[Bier|Brauereien]] und Feigenkaffeefabriken wurden betrieben, zahlreiche Teiche für die Eisgewinnung (siehe [[Bier#Bierkühlung|Bier]]) wurden angelegt. [[Grödig]] war Zentrum der Eisenverarbeitung und der Zementindustrie.
    
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Anfang der [[1970er]]-Jahre war das Kanalsystem bereits so desolat, dass die Wasserführung reduziert werden musste, und sich die noch bestehenden Betriebe in ihrer Existenz gefährdet sahen. Wasseraustritte und Überflutungen, insbesondere in den aufgedämmten Kanalabschnitten, waren an der Tagesordnung. Angesichts einer Uferlänge des Almkhauptkanales von rund 24 km reichten die bescheidenen Genossenschaftsmittel nicht einmal für die notwendigsten Reparaturen der meist hölzernen, großteils völlig vermorschten Uferverbauungen aus. Kurz vor einer endgültigen Auflassung und der drohenden Zuschüttung der Kanäle fiel [[1979]] nach langwierigen Verhandlungen die Entscheidung für eine aus öffentlichen Mitteln geförderte Generalsanierung. So konnte glücklicherweise der Fortbestand des Salzburger Almkanales, einem in Mitteleuropa einzigartigen Kulturdenkmal historischer Wasserbaukunst, gesichert werden.
 
Anfang der [[1970er]]-Jahre war das Kanalsystem bereits so desolat, dass die Wasserführung reduziert werden musste, und sich die noch bestehenden Betriebe in ihrer Existenz gefährdet sahen. Wasseraustritte und Überflutungen, insbesondere in den aufgedämmten Kanalabschnitten, waren an der Tagesordnung. Angesichts einer Uferlänge des Almkhauptkanales von rund 24 km reichten die bescheidenen Genossenschaftsmittel nicht einmal für die notwendigsten Reparaturen der meist hölzernen, großteils völlig vermorschten Uferverbauungen aus. Kurz vor einer endgültigen Auflassung und der drohenden Zuschüttung der Kanäle fiel [[1979]] nach langwierigen Verhandlungen die Entscheidung für eine aus öffentlichen Mitteln geförderte Generalsanierung. So konnte glücklicherweise der Fortbestand des Salzburger Almkanales, einem in Mitteleuropa einzigartigen Kulturdenkmal historischer Wasserbaukunst, gesichert werden.
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Am [[7. Jänner|7.]] und [[26. Jänner]] [[1985]] kommt es zu einem Eisstau bei [[Eichet]], der von der [[Freiwilligen Feuerwehr Gnigl]] gemeistert wird.
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Am [[7. Jänner|7.]] und [[26. Jänner]] [[1985]] kommt es zu einem Eisstau bei [[Eichet]], der von der [[Freiwillige Feuerwehr Gnigl|Freiwilligen Feuerwehr Gnigl]] gemeistert wird.
    
==Daten==
 
==Daten==
Der Almkanal erreicht von Hangendenstein eine Länge von 11,8 km, bevor er in Mülln die Salach erreicht. Das komplette Almnetz beläuft sich auf 18 km. Das Gesamtgefälle auf dieser Strecke beträgt 45 m, die durchschnittliche Neigung 1 - 3,5 %∞, der Hauptkanal führt etwa 5,5 m³/sek., womit sich eine theoretische Leistung von 3.342 Roh-PS ergäben. Der Hauptkanal hat einen Rechteckquerschnitt von 1,5 - 1,5 m x 5 m.
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Der Almkanal erreicht von [[Hangendenstein]] eine Länge von 11,8 km, bevor er in Mülln die Salach erreicht. Das komplette Almnetz beläuft sich auf 18 km. Das Gesamtgefälle auf dieser Strecke beträgt 45 m, die durchschnittliche Neigung 1 - 3,5 %∞, der Hauptkanal führt etwa 5,5 m³/sek., womit sich eine theoretische Leistung von 3.342 Roh-PS ergäben. Der Hauptkanal hat einen Rechteckquerschnitt von 1,5 - 1,5 m x 5 m.
    
==Besichtigungstipp==
 
==Besichtigungstipp==

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