Mozart und die Mozartkugel. Eine Praline, die Geschichte schrieb.

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Titelbild Buch "Mozart und die Mozartkugel. Eine Praline, die Geschichte schrieb.".

Buchtipp Mozart und die Mozartkugel.Eine Praline, die Geschichte schrieb.

Autor: Gerhard Ammerer
Verlag: 1. Auflage 200 Stück im Eigenverlag, 2. Auflage im StudienVerlag, Innsbruck
Erscheinungsjahr: beide Auflagen 2026
ISBN

Verlagsinformation

In vielen Teilen der Welt ist sie bekannter als ihr Namensgeber: die Mozartkugel. Die Erlöse aus dem Verkauf der süßen Ikone aus Salzburg übersteigen seit langem die Umsätze aus sämtlichen Tonträgern von Mozarts Musik. Dieses Buch erzählt die faszinierende Geschichte der Mozartkugel von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu ihrer weltweiten Erfolgskarriere.

Neue Quellen werfen ein überraschendes Licht auf ihre Erfindung und den Wandel vom handwerklichen Genussprodukt zur industriell gefertigten Massenware. Zunächst als Produkt der Salzburger Konditoreien hochgeschätzt, markierte die Zwischenkriegszeit den Beginn einer rasanten Industrialisierung und Internationalisierung. Heute produzieren mehr als 30 Firmen rund um den Globus – von Salzburg und Wien bis Kanada und Japan – ihre eigenen Versionen der berühmten Praline. Die Mozartkugel steht dabei unangefochten an der Spitze der Vermarktung des Salzburger Genies. Der Autor spannt einen breiten thematischen Bogen von Wirtschaftsgeschichte und Markenbildung bis zu Namensrechten und Konkurrenzkämpfen von den 1880er-Jahren bis in die Gegenwart. Und trotz aller juristischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen ist eines unverändert geblieben: der besondere Genuss beim Biss in eine Mozartkugel.

Mozartkugel: Das Buch wird nicht ausgeliefert

Nachdem Ammerer seine erste Auflage im Eigenverlag vertrieb, übernahm der Innsbrucker StudienVerlag die Herausgabe einer überarbeiteten zweiten Auflage, datiert mit August 2026. Nur ausgeliefert wird diese Auflage noch nicht. Das liegt laut Ammerer an einem Schreiben eines Rechtsvertreters der Café Konditorei Fürst, die auf "Urheberrecht" auf die Mozartkugel pocht. In der neuen Ausgabe wird eine Reihe von Aussagen und Schlussfolgerungen Ammerers beanstandet. Es geht um Datierungen, Darstellungen, Rezepturen und historische Interpretationen. Das Unternehmen Fürst hält zentrale Aussagen des Buches für nicht ausreichend belegt.

Als Beispiel nennt Fürst Rudolf Baumanns Kugel von 1881. Diese sei laut Inseraten eine "Chocolade-Creme-Kugel" gewesen. Die heute weltbekannte Mozartkugel hingegen bestehe aus Pistazienmarzipan, Nougat und dunkler Schokolade. Das Landesgericht Salzburg habe zuletzt im Sommer 2026 erneut festgestellt, dass Paul Fürst der Erfinder ebendieser Mozartkugel sei. Nun hat der Lebensmitteltechnologe Dipl.-Ing. (FH) Andreas Gebhart historische Inserate, Fachliteratur, sensorische Beschreibungen und damalige Herstellungstechniken untersucht. Sein Ergebnis: Baumanns Mozartkugel sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" ein hochwertiges, kugelförmiges oder kugelartiges, mit Schokolade überzogenes Konfekt gewesen.

Unter den heutigen Kugeln sieht der Gutachter die größte Ähnlichkeit bei Holzermayr: Nougatkern, Pistazien-Mandel-Marzipan und dunkle Schokolade. Die heutige Fürst-Kugel bezeichnet er dagegen als spätere "herstellerspezifisch differenzierte Mozartkugel-Ausprägung". Das Gericht setzte sich mit dem Privatgutachten auseinander, sah darin jedoch keine gesicherten Ergebnisse bzw. belastbaren Nachweise, sondern teilweise bloße Mutmaßungen, und folgte einzelnen Schlussfolgerungen nicht.

Die Gerichte haben in dem Streit bereits mehrfach entschieden. Holzermayr durfte nicht mit einem "Originalrezept von 1880" werben, weil dafür keine ausreichende historische Grundlage gesehen wurde. Umgekehrt durfte Fürst nicht den Eindruck erwecken, nur die eigene Konditorei dürfe ihre Kugeln generell "Original" nennen.

Eine Passage des Anwaltsschreibens trifft Ammerer allerdings in seinem Ehrgefühl. In einer Fußnote seines Buchs verweist er auf einen Wikipedia-Eintrag des Benutzers "Zuckergut". Im Anwaltsschreiben wird die Vermutung geäußert, "Zuckergut" könne ein Pseudonym Ammerers selbst oder eines Mitarbeiters der Firma Holzermayr sein. Dafür gebe es "zahlreiche Hinweise". Damit steht der Verdacht im Raum, Ammerer könnte sich auf einen Wikipedia-Eintrag gestützt haben, den er selbst oder jemand aus seinem Umfeld verfasst hat, was Ammerer entschieden zurückweist.

Auf die Frage, ob die Firma Fürst den Verdacht aufrechterhalte und worin die im Anwaltsschreiben ausdrücklich erwähnten "zahlreichen Hinweise" bestünden, ging Fürst-Prokurist Roland Sulzer nicht konkret ein. Er erklärte, es handle sich um "Verdachtslagen", die von den zuständigen Stellen in entsprechenden Verfahren zu prüfen seien.

Auch der StudienVerlag wurde um Auskunft gebeten: Wird das bereits gedruckte Buch noch ausgeliefert? Wie hoch ist die Auflage? Welche Beanstandungen verhindern derzeit die Veröffentlichung? Geschäftsführer Markus Hatzer beantwortete keine dieser Fragen. Er ließ nur wissen, er sei derzeit nicht im Verlag und nur schlecht erreichbar. Zur Sache "Mozartkugeln" habe er "leider nichts zu sagen". Das ist bemerkenswert: Immerhin ließ er Ammerers Buch drucken. Es ist aktuell sogar im Buchhandel gelistet.

Rezension 1

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Quellen

  • books.google.at mit Blicken ins Buch
  • sn.at, 6. September 2026: Dauerstreit im Schatten der Mozartkugel: Buch von Salzburger Historiker wird nicht ausgeliefert. Ein Beitrag von Peter Gnaiger