Johannisfeuer

Aus SALZBURGWIKI
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Das Bild stammt vom spätgotischen polygonalen Rotmarmortaufstein der Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren in Obertrum am See im Salzburger Flachgau: Die Darstellung der Taufe Jesu stammt ohne Zweifel von Jakob Adlhart, der die Obertrumer Kirche wesentlich geprägt hat, insbesondere auch durch seine kolossalen Pfeilerstatuen 1924 und den Hochaltar 1956/57.

Das Johannisfeuer erinnert an Johannes den Täufer, der am 24. Juni seinen Namenstag hat. Wenn beim Johannisfeuer Menschen über die Glut springen, so soll das helfen, gesund zu bleiben.

Allgemeines

Feuerbräuche im Sommerhalbjahr waren schon in vorchristlicher Zeit üblich. Sie sollten unter anderem der auf ihrem Höhepunkt stehenden Sonne Beistand leisten. Ebenso wie die Osterfeuer und das Sommersonnwendfeuer wurde es im frühen Mittelalter fester Bestandteil christlicher Bräuche. Dem Feuer werden besondere Schutz- und Reinigungskräfte nachgesagt; darüber hinaus symbolisiert es Licht und Leben.

Früher war er ein wichtiger Bauernfeiertag, heute ist er nach wie vor einer der wichtigsten Namenstage in unserem Raum: Die Geburt Johannes des Täufers steht am 24. Juni im Heiligenkalender – sechs Monate vor der Geburt Jesu.

Johannes der Täufer

Johannes war sicher kein einfacher Zeitgenosse: Er lebte als Einsiedler in der Wüste, trug ein Gewand aus Kamelhaaren und lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Und er verkündete Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Die Leute strömten ihm zu. "Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus", berichtet das Markusevangelium (Mk 1,5)

Auch Jesus von Nazaret macht sich zu ihm auf den Weg und lässt sich von Johannes im Jordan taufen. Der "Aussteiger" Johannes sieht seine Aufgabe als "Vorläufer" im Blick auf Jesus: "Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen." Jesus beginnt bei Matthäus, Markus und Lukas mit dieser Szene sein öffentliches Wirken, die Rolle Johannes des Täufers erfüllt sich.

Stand Johannes als Sohn der Elisabeth und des Zacharias am Beginn auch der Kindheitsgeschichte Jesu, so endet sein Leben nun abrupt – mit der Enthauptung, die Herodes Antipas veranlasst (Matthäus 14, 1–12): Seine Gattin Herodias war früher mit Herodes’ Bruder Philippus verheiratet. Sie verzeiht Johannes nicht, dass er Herodes vorhält, er habe die Frau seines Bruders nicht zur Frau nehmen dürfen. Herodes aber fürchtet sich vor Johannes, "weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war".

Als am Geburtstag des Königs die Tochter der Herodias mit ihrem Tanz allen den Kopf verdreht und Herodes ihr alles verspricht, "und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre", nützt Herodias die Gelegenheit: Sie schlägt ihrer Tochter vor, den Kopf des Johannes zu verlangen. Der Scharfrichter bringt dann den Kopf auf einer Schale – neben der Taufszene ein weiteres wichtiges Motiv, wie der Täufer dargestellt wird.

Salzburgbezug

Im Brauch stehen seit Jahrhunderten die Sonnwendfeuer rund um den Johannstag auf dem Programm. In Zederhaus, wo Johannes der Täufer – der "Wasserhansl" - und Johannes der Evangelist – der "Weinhansl" (Fest am 27. Dezember) - Kirchenpatrone sind, sorgen die Prangstangen für ein besonders festliches Gepräge. Übrigens: "Wasserhansl" kommt vom Wirken des Täufers am Jordan, "Weinhansl" vom Bericht von der Hochzeit zu Kana im 2. Kapitel des Johannesevangeliums.

Siehe auch

Quellen