Diamond Mineralized Water
Diamond Mineralized Water ist behandeltes Leitungswasser, dass 2025/2026 in immer mehr gastronomischen Spitzenbetrieben verwendet wird.
Über Diamond Mineralized Water
Im Diamond Mineralized Water stecke das jeweils lokale Leitungswasser, erklärt Andreas Weißenbacher, Geschäftsführer des Mondseer Unternehmens BWT, die dieses Wasser auf den Markt gebracht haben. Und dieses Wasser müsse keineswegs die hohe Qualität haben wie in Österreich. In einem Membranprozess würden neben Salzen gegebenenfalls auch Schadstoffe wie Nitrate, PFAS oder Mikroplastik entfernt. In der nachgeschalteten Mineralisierungskartusche wird dann das Wasser mit Magnesium, Silikat oder Kalzium mineralisiert.
Der Markenbotschafter der so entstandenen neuen Wassermarke ist Karl Obauer. Der Leoganger Koch Andreas Herbst (Restaurant dahoam) erzählt, er habe sich intensiv mit dem System beschäftigt, bevor er es einbauen ließ. Für ihn sei es perfekt, denn das Wasser in Leogang sei sehr hart. Nach der Umwandlung habe es nicht nur besser geschmeckt, auch beim Testkochen habe er gute Ergebnisse erzielt. Im Restaurant Döllerer bietet Sommelier-Staatsmeister Alexander Koblinger das aufbereitete Wasser seit Herbst 2025 an. Der Fachmann sagt, die Gäste hätten es "ohne Erklärungsbedarf" sofort begeistert angenommen.
Andere erfahrene Küchenmeister lassen sich von der Diamond Mineralized Water-Stimmung noch nicht anstecken. Einer von ihnen ist der Henndorfer Vierhaubenkoch Emanuel Weyringer. Er sagt, er bleibe bei der Flaschenware – und bei seinen Karaffen mit Gratis-Tafelwasser aus der Leitung. „Kostenloses Trinkwasser aus der Leitung ist in unseren Breiten eine bewährte Kulturleistung“, sagt er.
Wasser zum Preis von zwei Halben Bier
Herbst hat die klassischen Mineralwassermarken komplett von der Karte gestrichen. Er serviert stattdessen nur noch das aufbereitete Leitungswasser als Diamond Water zu einem Preis, der jenem von etwa zwei Halben Bier im Gasthaus entspricht: Im März 2026 kostete der Liter je nach Betrieb zwischen acht und zehn Euro. Das herkömmliche Leitungswasser aus der Karaffe wird weiterhin angeboten. Bei den Obauer-Brüdern immer noch zum Nulltarif, im dahoam von Herbst kostet das Leitungswasser wie in vielen anderen Betrieben bereits vier Euro.
Das Geschäftsmodell von BWT
Das Geschäftsmodell sieht so aus: BWT liefert Designflaschen, Gläser und Technik. Der Wirt bezahlt für Miete und Wartung. Ein Betrieb durchschnittlicher Größe wie das Restaurant Brandstätter in Liefering bezahlt für das Gesamtpaket laut Tobias Brandstätter monatlich 400 Euro. Das mineralisierte Wasser werde via Schankanlage gekühlt – und in den Designflaschen als still oder prickelnd angeboten, bestätigt Weißenbacher.
Von San Pellegrino zu Diamond Water
Der Wirt spart nun bei der Lagerfläche und Kühlung, und die Kistenschlepperei ist ebenso Geschichte. Auch Transportwege und die Klimabilanz werden zum Argument. Karl und Rudi Obauer aus Werfen verweisen auf die Lieferketten etablierter Marken wie San Pellegrino, deren Wasser über weite Strecken nach Österreich kommt. Jahrzehntelang dominierte diese italienische Marke aus der Provinz Bergamo die Spitzengastronomie, sponserte Branchenevents wie den Sterne Cup und das einflussreiche Ranking The World’s 50 Best Restaurants. Dort wurden Köche wie Ferran Adrià und René Redzepi zu globalen Referenzen. San Pellegrino gehört wie Acqua Panna und Perrier zu Nestlé Waters & Premium Beverages.
Quelle
- sn.at, 6. März 2026: BWT-Wasser statt San Pellegrino: Warum die Sternegastronomie von Mineral- auf Leitungswasser umstellt