Brief vom 5. Juni 1827 von Johann Baptist Tuaillon an das Kreisamt Salzburg
Den Brief vom 5. Juni 1827 hat der k.k. Bezirksarzt Dr. Johann Baptist Tuaillon (auch Touaillon) verfasst und an das Kreisamt in der Stadt Salzburg gerichtet.
Einleitung
Diesen Brief schrieb Tuaillon nachdem er das Missionshaus Schwarzach besichtigt und als Wohn- und vermutlich auch Arbeitsplatz für tauglich befunden hatte. Der Brief ist Teil des Podcast "Briefe an Behörden" zum Thema botanische Gärten. Die Aufzählung alles dessen, was Tuaillon im Missionhaus an Räumlichkeiten vorfand bzw. das was er benötigte, sind das Interessante an diesem Brief. Die "Küche zu seiner häuslichen und pharmaceutischen Verwendung" und die Bitte zur Benützung des Gartens weisen auf eine eigene Medikamenten-Produktion hin. Ein Raum zur Untersuchung von Patient:innen ist allerdings nicht direkt angesprochen.
Der Brief liegt im Salzburger Landesarchiv unter der Signatur KR Fasz. 162.
Text
Wohllöbl. K.K. Kreisamt Salzburg!
Um dem hochen Kreisämtlichen Auftrage vom 8ten April l. J. No 3627 entsprechen zu können, hat sich die Gelegenheit am 4ten d. M. ergeben, mit Hinsicht auf die gnädige Bewilligung im Missions-Gebäude zu Schwarzach im Pongau wohnen zu dürfen, die in solchem Gebäude befindlichen Zimmer näher in Augenschein zu nehmen.
Wegen Nähe der Küche, und der neben derselben befindlichen Stube, findet der unterzeichnete das 1te Stockwerk zu seiner Unterkunft am angemessensten, obgleich der 3. Stock für ihn ebenso erwünscht seyn könnte, woferner nur dort eine Küche zu seiner häuslichen und pharmaceutischen Verwendung bestünde.
Bis zur anderenweitigen Benutzung des 1ten Stocks und allenfallsiger Herstellung einer fehlenden Küche in einem der beyden oberen Stockwerken, bittet der unterzeichnete um gnädige Bewilligung den 1ten Stock samt allen zu ebener Erde befindlichen Gelegenheiten beziehen und benützen zu dürfen.
Diesem nach stünden zur einstweiligen Benützung,
Zu ebener Erde:
1 Küche
1 Speise,
1 Küchen-Stube,
1 Holzgewölbe
Im 1ten Stocke
3 heizbarere, und
2 unheizbare Zimmer.
Außer der, obige Bestandteile, umfassenden die Wohnung bittet der unterzeichnete weiters um gnädige Bewilligung den zum Gebäude gehörigen Garten, welcher aber dermalen sehr abgekommen, und verödet ist, gegen Entrichtung eines billigen Pachtzinses, eben auch bis zur anderweitigen Verwendung, einstweilen benutzen zu dürfen.
Zell am See den 5. Juny 1827.
Dr. Joh. B. Tuaillon
k. k. Physikus zu Goldegg
derzeit in Zell am See.
Quelle
- Salzburger Landesarchiv