Gletscher-Hahnenfuß
Gletscher-Hahnenfuß, Ranunculus glacialis
Name
"Hahnenfuß" kommt wahrscheinlich daher, dass die Wurzel nach dem Ausreißen ein wenig klauenartig aussieht und, viel "wohlwollende" Phantasie vorausgesetzt, an den Fuß eines Hahnes denken lässt, der gerade zum Schreiten ansetzt. Das lateinische "ranunculus" heißt "kleiner Frosch" (von rana, Frosch) und bezog sich ursprünglich nur auf die im Wasser vorkommenden Hahnenfußarten. Um 1806 ist für Tirol der Name "Ribiol" bzw. "Eis-Hahnenfuß" und aus dem Fuscher Tal der Name "weißes Besengablüh" oder (unverständliches) "Rückkehrzu" (?), dieses überliefert durch Förster F. A. Jirasek.
Merkmale
Der Gletscherhahnenfuß gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse, wie z. B. auch der weit verbreitete Wiesen-Hahnenfuß, der sich zum Leidwesen der Bauern in letzter Zeit zu einer regelrechten "Verhahnenfußung" der Wiesen, auch auf Almen, entwickelt. Die Kronblätter der Blüte des Ranunculus glacialis (diese Juli und August)sind zuerst weiß und werden später deutlich purpurrosa. Die Kelchblätter sind auf der Außenseite rotbraun behaart (nicht so beim etwas "filgraner" wirkenden Alpen-Hahnenfuß, Ranunculus alpestris) Die Grundblätter, immer mit Stiel, sind dreischnittig und ein wenig "fleischlich"-dicklich, dunkelgrün, kahl. Die Höhe übersteigt kaum 15 cm. Er ist giftig!
Vorkommen
Der Ranunculus glacialis gilt als Pionierpflanzen im ober-alpinen bis nivalen Bereich und ist die höchststeigende Samenpflanze der Alpen. Am Radhausbergmassiv (Bad Gastein) wächst er im Bereich des Kreuzkogel-Gipfels auf rund 2650 m Seehöhe. Im Gegensatz zum kalkholden Ranunculis alpestris liebt er silikatische Schuttfluren, auch nährstoffarme Säuerlingsfluren. Im geografischen Sinne gehört der Ranunculus glacialis zu den "arktisch-alpinen" Pflanzen und fehlt innerhalb Österreichs nur in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland. Unterhalb von 2400 m Seehöhe kommt er wohl kaum vor, im Zuge der Klimaerwärmung ist damit zu rechnen, dass die Höhen-Untergrenze seines Vorkommens ansteigen wird.
Quellen
- Grey-Wilson, C.: "Parey Bergblumenbuch". Hamburg, Berlin: Parey 1980. Einführung zur schnellen Orientierung
- Fischer, Manfred A., et al.: "Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol", 3. Aufl., Linz 2008. Wissenschaftliches Standardwerk
- Gruber, Fritz