Stolpersteine in der Stadt St. Johann im Pongau
Stolpersteine sind Mahnmale, die an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden, erinnern.

Die ersten drei Stolpersteine
Am 3. Juli 2014 wurden in St. Johann im Pongau die ersten drei Stolpersteine in Gedenken an Nazi-Opfer verlegt.
Die drei Opfer wurden vom Ende 2013 gegründeten Verein „Geschichtswerkstatt St. Johann“ recherchiert. Es sind dies das jüdische Ehepaar Charlotte und Karl Schneider und Hansi Thaler, ein Bub, der an Gehirnhautentzündung erkrankt war. Er wurde im Rahmen der NS-Kindereuthanasie am Spiegelgrund ermordet.
Die Steine wurden von Privatpersonen gesponsert. Im Fall des ermordeten Buben ist dies Walter Thaler, der Bruder des Opfers.
Im Juli 2015 werden fünf weitere Stolpersteine für Alois und Theresia Buder, Johann Trausner, Kaspar Wind und Auguste Holzer verlegt.
Weitere Stolpersteine
Johann Trausner war Zeuge Jehovas. Seine letzte Wohnadresse war St. Johann im Pongau, Vormarkt Nr. 110, heute Liechtensteinstraße Nr. 3. Aufgrund seiner unbeugsamen Treue zu seinem Glaubensbekenntnis wurde er im KZ Neuengamme erschossen. Das Ehepaar Alois und Theresia Buder lebt in unmittelbarer Nachbarschaft von Johann Trausner. Sie leisteten Karl Ruppitsch, herausragendes Mitglied der Goldegger Deserteurgruppe nach seiner Verhaftung Fluchthilfe. Alois Buder wurde am 28. Oktober 1944 im KZ Mauthausen hingerichtet. Im Februar 1945, kurz vor Kriegsende, erlag dessen Frau Theresia im KZ Ravensbrück ihren von den Nationalsozialisten verursachten Leiden. Die Stolpersteine für diese drei aus St. Johann im Pongau stammenden Opfer wurden im Rahmen einer würdigen Feier im Bereich ihrer letzten Wohnadresse (heute Metal shop) verlegt.
Quelle
Weblinks
- Karte der Stolpersteine auf Openstreetmap
- Geschichtswerkstatt St. Johann im Pongau