Skiclub Salzburg
Wie Alles begann:
Gründungsversammlung des Skclub Salzburg: 9. November 1910
Die Stadt Salzburg selbst ist trotz ihrer skibegeisterten Jugend den Skisport betreffend gegenüber den Gebirgsorten ins Hintertreffen gekommen. Der weiße Sport, der heute in Österreich zum Volkssport Nr. 1 wurde, hat jedoch von Salzburg aus bedeutende Impulse erfahren. Vor über 90 Jahren fand am 9. November 1910 die Gründungsversammlung des Skiclubs Salzburg statt, der schon bald nach der Gründung mehrere hundert Mitglieder aufwies und zwar nicht nur aus Salzburg, sondern auch aus Teilen der Donaumonarchie, Deutschlands und sogar Englands.
Die Initiative zu dieser Gründung lag eigentlich schon lange zurück und zwar als der aus Bregenz gebürtige k.u.k. Oberleutnant Georg Bilgeri zu den Kaiserschützen in die Franz Josef Kaserne nach Salzburg versetzt worden war. Bilgeri war schon frühzeitig mit dem „norwegischen“ Skilauf in Berührung gekommen und seither ein begeisterter Jünger dieses neuen Schneesportes. Er war der erste, der junge Menschen um sich sammelte, um ihnen sein geliebtes Skilaufen beizubringen.
Wer ihm geeignet schien, ein guter Skiläufer zu werden, dem schickte er aus der k.u.k Skiwerkstätte ein Paar selbstgefertigte Bretter ins Haus, mit der wohlwollenden Aufforderung, sich am nächsten Sonn- oder Feiertag zu einer genau festgesetzten Stunde zum ersten Skiausflug an der Tramway - Haltestelle am Kaffee Bazar einzufinden. Scheinbar hatte Bilgeri mit dieser Werbemethode für den Skilauf Erfolg. Der Kreis, der sich um ihn scharte, wurde langsam so zahlreich, dass man allmählich daran denken konnte, einen Skiclub zu gründen.
Im Jahre 1909 machte Bilgeri mit den talentiertesten aus dieser geschlossenen Skigesellschaft richtige Skitouren. Das Purtschellerhaus, das Watzmannkar, der Jenner, der Schneeberg, der Mitterberg, der Hochkeil und die Schmittenhöhe waren die ersten Ziele dieser Skisportler. Oberleutnant Bilgeri verstand es, seine glühende Liebe zu den Schneebergen und dem Sport im unberührten Pulverschnee an seine Jünger weiterzugeben. Als man in späteren Jahren vom alten Oberst Bilgeri sprach, hieß es, er habe ungefähr 45.000 Menschen das Skilaufen beigebracht. Und da die Zahl der Skiläufer, die er um sich gesammelt hatte, groß genug war um, ähnlich wie am Arlberg, in Kitzbühel oder in Gastein vorher einen Skiclub zu gründen, so wurde am 9. November 1910 im Hotel Bristol die Gründungsversammlung des Skiclub Salzburg abgehalten.
Der erste Ausschuss setzte sich aus folgenden Herren zusammen:
1.Obmann: Notar Dr. Fritz Riegele, 2. Obmann: Linienschiffsleutnant Geza v. Wolfstein,
Fahrwart: Lehrer Franz Barth, Schriftführer: v. Rautenberg und Kassier: Thomas v. Mayerhofer, der prominente Sportschreiber in der Salzburger Presse und Redakteur des „Salzburger Volksblattes“.
Der sportliche Ehrgeiz war schon damals groß, doch für die Mehrzahl der Mitglieder war die gesellschaftliche Komponente wichtiger.
Der Skiclub Salzburg war nach seiner Gründung ein Sammelbecken für die Salzburger Gesellschaft und ein Mittelpunkt für die unternehmungslustigen Wintersportler. Was immer in Salzburg Rang und Namen hatte, drängte in den neugegründeten Skiclub.
Diese „Skiwelle“, die Salzburg damals in den Jahren 1910/11/12 erfasst hatte, färbte vom gesellschaftlichen Sektor langsam auch auf den Sport ab. Der Skiclub Salzburg blieb Sammelbecken und Mittelpunkt. Auf seine Initiative wurde 1912 der Landesskiverband Salzburg gegründet und wenig später verlagerte der „Österreichische Skiverband“ seinen Sitz von Innsbruck nach Salzburg.
Die Länderkonferenz des Österreichischen Skiverbandes wählte am 7. und 8. September 1912 in Bad Aussee die Salzburger Funktionäre Geza v. Wolfstein (1. Vorsitzender), Dr. Fritz Riegele (2. Vorsitzender), Dr. Otto Duffek (Schriftführer) und Richard Volker (Kassier) in den Hauptvorstand des ÖSV.
(Text von Otmar & Markus Simmel siehe auch ww.scsalzburg.com)