Krimmler Judenflucht
Als "Krimmler Judenflucht" wird die im Sommer 1947 von der jüdischen Organisation Bricha für 5000 jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa organisierte Überquerung der Krimmler Tauern bezeichnet. Nachdem vorher schon tausende heimatlos gewordene Juden aus Osteuropa (Displaced Persons) über den Brenner und andere Alpenpässe nach Italien und schließlich nach Palästina gelangt waren, wurde auf Betreiben Englands, das zu dieser Zeit Mandatsmacht in Palästina war, den jüdischen Flüchtlingen dieser Weg abgeschnitten. Marko Feingold, der seit 1945 bei der Betreuung jüdischer Flüchtlinge in Salzburg mitgewirkt hatte, fand 1947 dieses einzige Schlupfloch, wo die amerikanische Besatzungszone Österreichs an Italien grenzte. In kleinen Gruppen wurden Flüchtlinge vom Lager Saalfelden aus zum Krimmler Tauernhaus geführt, wo sie von der dortigen Wirtin Liesl Geisler-Scharfetter vorbildlich unterstützt und verpflegt wurden. Ohne entsprechende Ausrüstung traten die Flüchtlinge dann tags darauf den hochalpinen Fluchtweg mit Kind und Kegel an, um vom Südtiroler Ahrntal über Genua nach Palästina zu gelangen.