Schneiders Bekleidung Ges.m.b.H.

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Schneiders Bekleidung Ges.m.b.H. ist ein Salzburger Unternehmen.

Geschichte

2013 war im Bekleidungsunternehmen in Salzburg bereits die dritte Generation am Werk. Ein Bild im Büro des Seniorchefs Alfons Schneider zeigt ein altes Bild von der Aribonenstraße mit seinen Großvater Georg mit Familie. Er hatte 1895 in Wien den Großhandel G. Schneider Gummihof gegründet. Gehandelt wurde mit Gummiwaren aller Art, von Haushaltsartikeln bis zu Spielzeug.

Das Interesse für die österreichische Monarchie hat Alfons von seiner Mutter geerbt. In der Firma sind viele Raritäten ausgestellt, etwa ein Kleid und das Sterbekreuz von Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Frauen spielen bis heute eine zentrale Rolle im Leben von Alfons Schneider. Er ist Vater von fünf Töchtern (Anja und Nina stammen aus erster Ehe). In der Firma sind 85 Prozent der 220 Mitarbeiter weiblich. Die Seele des Hauses ist Gattin Michaela, die im Kreativteam der Marke Habsburg mitarbeitet. „Ich kenne die ganze Belegschaft und fühle mich ein bisschen wie die Mama für alle“, sagt sie.

Die drei Töchter Veronika, Katharina und Anna sind mit dem Unternehmen groß geworden. Anna, die Jüngste, hat mit sechs Jahren auf den Messen Würstel verteilt. Heute studiert sie an der privaten Medizinuniversität in Salzburg. Bei den Weihnachtsfeiern der Belegschaft haben die Mädchen Krippenspiele aufgeführt.

Schneider hat sich 2011 aus der operativen Geschäftsführung der Unternehmensgruppe zurückgezogen und seine Töchter stärker eingebunden: Katharina leitet die Kleidermanufaktur Habsburg und ist somit verantwortlich für die Luxusmarke des Unternehmens. Veronika hat die Prokura und verantwortet für die Marken Schneiders Salzburg und Schneiders LandArt die Retail-und Marketing-Aktivitäten.

In dieser Baracke des Reichsarbeitsdiensts hat mein Onkel Julius 1946 die Schneiders Mantelfabrik gegründet.“ Das Foto zeigt ein Gebäude in der Siebenstädterstraße in Salzburg-Lehen. Die Näherinnen fertigten aus Restbeständen der Wehrmacht Rucksäcke, Schürzen und Gamaschen, später wurden Regen- und Uniformmäntel erzeugt. In der Aribonenstraße fuhren die Bagger 1950 auf.

Zum Erfolgsprodukt entwickelten sich die wasserdichten Gummimäntel für Motorradfahrer. Auch dazu gibt es ein Foto. Es zeigt die Beregnungsanlage im Hof der Firma, mit der die Dichtheit der Mäntel getestet wurde. Schneider lebte damals noch in seiner Heimatstadt Wien, wo der eingangs erwähnte Großvater den Gummihof gegründet hatte.

Nach der HAK-Matura trat Alfons Schneider 1955 in die Firma ein. Aus dem geplanten Studium wurde nichts. Onkel Julius schickte ihn 1958 in seine Mantelfabrik nach Salzburg.

Schneider machte im deutschen Schloss Hohenstein die Ausbildung zum Bekleidungstechniker. Von den 104 Schülern war er der einzige Ös terreicher. „Alle haben mich belächelt.“ Als Schneider als Ein ziger mit Auszeichnung abschloss, lachte er.

Mit 26 Jahren übernahm Schneider 1964 die Leitung der Salzburger Firma. Die 250 Mitarbeiter kannten ihn bis dahin nur im weißen Arbeitsmantel. „Ich habe in allen Abteilungen praktiziert und bin im Büro und an den Maschinen gesessen.

Durch modernes Marketing und die Zusammenarbeit mit Designern wie Daniel Hechter und Wolfgang Joop ging es mit dem Unternehmen weiter bergauf. „Unsere Stärken waren immer gute Qualität, Passform und Lieferung.“ Schneider setzte alles daran, die Marke auch international zu etablieren. Heute gehen 85 Prozent der Produktion in den Export. 1999 gelang der Einstieg in den amerikanischen Markt.

Quelle