Eustachius von Heiterwang

Es geht um den Ort der Befreiung:

Die Quelle Gerhard Florey schreibt auf Seite 29: ...Er sollte seine strenge Strafe im Schlosse Mittersill im Oberpinzgau verbüßen. Aber schon in St. Leohnhard, nur wenige Stunden von Salzburg entfernt, wurde ... [er dann befreit]

Nun wurde heute der Ort seiner Befreiung aber in Schellenberg nächst Grödig geändert. Leider gibt zu dieser Änderung keine Quellenangabe. Ich fand aber im Artikel Matthias Stöckl auch die Nennung "Schellenberg" (dort gibt es eine Quellenangabe → Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger).

Und damit die Sache nicht einfacher wird: Auf der Internetseite www.bauernkriege.de steht ... Die Verhaftung des lutherischen Predigers durch östereichischen Befehl am 15. Juni 1524 führte 'bei seiner Überstellung nach Salzburg am 8. Mai 1525 zu seiner Befreiung durch revoltierende Bauern ...

Jetzt wäre es natürlich interessant zu erfahren, ob Florey mit St. Leonhard oder Dopsch/Spatzenegger mit Schellenberg recht haben und ob es bei der Überstellung von oder nach passierte. Wurden Gefangene durch die Propstei Berchtesgaden in den Pinzgau geführt oder war es eine Route durch das Salzachtal? Über eine Klärung mit Quellenangabe freut sich Pete (--Peter Krackowizer (Diskussion) 20:45, 3. Okt. 2021 (CET))

Für die sehr genaue Recherche bedanke ich mich. Nur so kann Salzburgwiki wachsen. Meine Hochachtung für diese Exaktheit. Aus meiner Sicht besteht an der Expertise von Univ. Prof. Dopsch aber hier kein Zweifel. Gerhard Florey war dagegen - mir persönlich bestens bekannter und sehr geschätzter - Pfarrer (der meine Eltern getraut und mich getauft hat) und nicht wirklich Historiker. Natürlich ging der Weg für die Gefangenen über das befreundete Berchtesgaden und den Hirchbichl nach Weißbach bei Lofer und weiter in den Oberpinzgau (Mittersill). Die einstige Hauptstraße ist bis heute im Nationalpark als "Fahrstraße mit Fahrverbot" gut erhalten. Natürlich war Eustachius Heiterwang zuvor nach Salzburg überstellt worden. Das ist ja logisch. (Auf "österreichischen" Befehl ist hier aber nicht gut gewählt. Damals waren die Tiroler Habsburger mit Ferdinand I. ja recht eigenständig. "Revoltierende Bauern" ist ebenso nicht gut gewählt, wenige Bauernburschen verursachen sicher keine "Revolution".) Übrigens am Rande: Damals hieß St. Leonhard (das bis 1803 zur Fürstprobstei Berchtesgaden und erst ab 1816 zu Grödig gehörte) noch "Grafengaden". Die blitzschnelle Befreiung hinter dem Rücken der Bewacher am Wegesrand vor einem Gasthaus fand damit sicher nicht mehr auf salzburgischem Boden statt. Welches Wirtshaus damals genau wo stand, lässt sich aber sicher nicht mehr klären. --Dr. Reinhard Medicus (Diskussion) 21:56, 3. Okt. 2021 (CET)
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