Gobelin der Gemeindewappen

Aus SALZBURGWIKI
Version vom 17. April 2019, 19:34 Uhr von Peter Krackowizer (Diskussion | Beiträge) (neu ~~~~)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Datei:Gobelin der Gemeindewappen Michaela Melián 01.jpg
Gobelin der Gemeindewappen von Michaela Melián
Karte

Der Gobelin der Gemeindewappen von Michaela Melián ist ein textiles Kunstwerk für den Landtagssitzungssaal im Chiemseehof in der Stadt Salzburg.

Beschreibung

Der Landtagssaal wurde von 2017 bis 2019 renoviert. Über die Kunst am Bau erhielt Michaela Melián den Auftrag, aus den Wappen aller Gemeinden einen Gobelin für den Salzburger Landtag zu gestalten.

Der Gobelin knüpft an die Tradition der Landtafeln (1620, 1706, 1739) an, die sich schon bisher im Landtagssaal befanden. Auf diesen Landtafeln sind die Wappen der Gemeinden jedoch in einer hierarchischen Lesart angebracht. Im Landtag des 21. Jahrhunderts, der durch ein allgemeines und gleiches Wahlrecht gewählt wird und für alle Bürgerinnen und Bürger stellvertretend die Gesetzgebung ausübt, sollte die Gleichheit und Gemeinsamkeit der Bürger und Gemeinden besonders zum Ausdruck kommen.

Ein erster Versuch zur Bildkomposition zeigte, dass das einfache aneinander Reihen aller Wappen auf Grund der vielen Formen, Symbole und Farben wenig Gemeinsamkeiten hervorbringt. Die Künstlerin hatte die daher Idee, die Wappen in einzelne Teile zu zerlegen und diese anschließend zu einer großen Collage zu vereinen. Um das zu erreichen, waren einige Hindernisse zu überwinden.

Zuerst mussten die rechtlichen Bestimmungen über den Gebrauch der Gemeindewappen geändert werden, denn Gemeindewappen dürfen exakt nur in jener Form gebraucht werden, wie sie jeweils in der Wappenurkunde ausgewiesen wurden und ist die Führung nur durch die jeweilige Gemeinde zulässig. [1]

Als sichtbare Störfaktoren erwiesen sich die vielen Formen und deren unterschiedlichen Größen, sowie die bunten Farben. So entstand die Idee, die verwendeten Symbole auf eine Größe zu vereinheitlichen und die Farben in eine Schwarz-Weiß-Schattierung zu übersetzen. Insgesamt sind es in dem Gobelin zwölf Abstufungen von Weiß über Grau bis Schwarz. Auf diese Weise wurde die Verschmelzung der einzelnen Fragmente zu einer Einheit noch mehr unterstützt.

Die Wappen der Gemeinden sind miteinander verwoben und zur einer großen Collage in einem Format neu kombiniert worden.

Auf dem Gobelin wiederholen sich die Symbole wie Steinbock, Gämse, Pferd, Hirsch, Adler, Fisch, Berg, Blume, Baum, Wasser, Kirche, Mühle, Werkzeug, Bergbau, diverse Schutzheilige in unterschiedlicher Ausführung und Größe. Alle Tiere blicken nach links.

Gewoben hat den Gobelin die Wollgarnspinnerei Ferner in Tamsweg. Der Gobelin hat 16 000 Kettfäden. Das Material besteht zu aus 16% Seide, 60% Baumwolle und 24% Wolle. Verarbeitet wurden Fäden in verschiedenen Stärken. Dieser spezielle Materialmix sorgt für eine angenehme Haptik. Der Webvorgang hat zehn Tage gedauert.

Die Tapisserie mit 245 cm x 460 cm hängt im Vorraum.

Quelle

  • Tag der offenen Tür im Chiemseehof, 5. April 2019, Informationsblatt und Vortrag von Michaela Melián

Fußnote