| Zeile 12: |
Zeile 12: |
| | Harrachs Regierungszeit in Salzburg verlief ruhig. Die Pest konnte durch rechtzeitige Maßnahmen, wie vor allem durch die Sperre der Grenzen, vom Fürsterzbistum abgehalten werden. Auch die Finanzlage hatte sich mittlerweile stabilisiert. Harrach war beliebt und wohltätig, weshalb bereits die Zeitgenossen von den „Goldenen Harrachzeiten“ sprachen. Sein großer Kunstsinn war vom beginnenden [[Rokoko]] beeinflusst. Wenn es um die Verwirklichung seiner Ideen und Pläne ging, war ihm kein Künstler zu teuer. Unter anderem beschäftigte er als Baumeister [[Fischer von Erlach]] und [[Lukas von Hildebrandt]], den Bildhauer [[Georg Raphael Donner]] und die Maler [[Michael Rottmayr]] und [[Martino Altomonte]]. | | Harrachs Regierungszeit in Salzburg verlief ruhig. Die Pest konnte durch rechtzeitige Maßnahmen, wie vor allem durch die Sperre der Grenzen, vom Fürsterzbistum abgehalten werden. Auch die Finanzlage hatte sich mittlerweile stabilisiert. Harrach war beliebt und wohltätig, weshalb bereits die Zeitgenossen von den „Goldenen Harrachzeiten“ sprachen. Sein großer Kunstsinn war vom beginnenden [[Rokoko]] beeinflusst. Wenn es um die Verwirklichung seiner Ideen und Pläne ging, war ihm kein Künstler zu teuer. Unter anderem beschäftigte er als Baumeister [[Fischer von Erlach]] und [[Lukas von Hildebrandt]], den Bildhauer [[Georg Raphael Donner]] und die Maler [[Michael Rottmayr]] und [[Martino Altomonte]]. |
| | | | |
| − | Unter seiner Herrschaft wurde das [[Schloss Mirabell]] so gründlich erneuert, sodass heute nur wenig mehr vom ursprünglichen Bau [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrichs]] zu erkennen ist. Hervorzuheben ist die vom Bildhauer Georg Raphael Donner herrührende Rokokostiege im Schloss Mirabell. Der [[Zwergelgarten]] mit seinen ursprünglich 28 Zwergen und der Theater wurden unter Harrach umgestaltet. In den Jahren [[1710]] und [[1711]] wurde die [[Alte Residenz]] renoviert. | + | Unter seiner Herrschaft wurde das [[Schloss Mirabell]] so gründlich erneuert, sodass heute nur wenig mehr vom ursprünglichen Bau [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrichs]] zu erkennen ist. Hervorzuheben ist die vom Bildhauer Georg Raphael Donner herrührende Rokokostiege im Schloss Mirabell. Der [[Zwergelgarten]] mit seinen 28 Zwergen und der Theater wurden unter Harrach umgestaltet. In den Jahren [[1710]] und [[1711]] wurde die [[Alte Residenz]] renoviert. |
| | | | |
| | Außenpolitisch unterstützte er den Kaiser in den Auseinandersetzungen um die Spanische Erbfolge. Das Salzburger Infanterieregiment in der Stärke von 1500 Mann kam bei Freiburg zum Einsatz und marschierte dann zusammen mit dem kaiserlichen Bataillon und einem Hildesheimer Regiment gegen Neuburg am Rhein. Die salzburger Truppen konnten erst nach dem im Jahr [[1714]] geschlossenen Frieden von Baden im Aargau nach neuneinhalb Jahren Dienst in die Heimat zurückkehren. | | Außenpolitisch unterstützte er den Kaiser in den Auseinandersetzungen um die Spanische Erbfolge. Das Salzburger Infanterieregiment in der Stärke von 1500 Mann kam bei Freiburg zum Einsatz und marschierte dann zusammen mit dem kaiserlichen Bataillon und einem Hildesheimer Regiment gegen Neuburg am Rhein. Die salzburger Truppen konnten erst nach dem im Jahr [[1714]] geschlossenen Frieden von Baden im Aargau nach neuneinhalb Jahren Dienst in die Heimat zurückkehren. |
| Zeile 20: |
Zeile 20: |
| | In der [[Salzburger Münze]] ließ er [[1710]] das erste Druckwerk, eine Prägemaschine mit Spindelpresse, aufstellen. Die [[Universität|Salzburger Universität]] hatte regen Zugang, sie wies 836 Hörer auf. Im Jahre [[1711]] kam es allerdings aufgrund der Bestrafung eines Studenten wegen einer Schmähschrift zu einem Studentenstreik gegen den Rektor. Im Mai [[1718]] wurde die erste Jahrhundertfeier der Universität begangen. Gegen Alchemie und Versuche, aus unedlem Metall Gold zu machen, erging ein strenges Mandat. | | In der [[Salzburger Münze]] ließ er [[1710]] das erste Druckwerk, eine Prägemaschine mit Spindelpresse, aufstellen. Die [[Universität|Salzburger Universität]] hatte regen Zugang, sie wies 836 Hörer auf. Im Jahre [[1711]] kam es allerdings aufgrund der Bestrafung eines Studenten wegen einer Schmähschrift zu einem Studentenstreik gegen den Rektor. Im Mai [[1718]] wurde die erste Jahrhundertfeier der Universität begangen. Gegen Alchemie und Versuche, aus unedlem Metall Gold zu machen, erging ein strenges Mandat. |
| | | | |
| − | Harrach zeichnete sich durch seinen dem Rokoko zugeneigten Kunstsinn aus und war wegen seiner Leutseligkeit und Wohltätigkeit überaus beliebt. So kam es immer wieder vor, dass er sich, auf den Bänken der Residenz sitzend, mit Bürgern unterhielt. Die Kardinalswürde für seine Person, für die sich König Johann von Polen beim Papst eingesetzt hatte, schlug er aus. Franz Anton war der erste Salzburger Fürsterzbischof, der eine Perücke trug, die vorher Geistlichen verboten war. | + | Am [[30. Mai]] [[1721]] bestätigte Harrach die Stiftung eines Benefiziums auf dem [[Radstädter Tauernpass]] im [[Tauernkirchlein]]. |
| | | | |
| − | Sein Wahlspruch "In manu domine sors mea" (In Gottes Händen liegt mein Los) prägte seine Persönlichkeit und Regentschaft. Er zählte zu den beliebtesten Fürsterzbischöfen Salzburgs.
| + | Harrach zeichnete sich durch seinen dem Rokoko zugeneigten Kunstsinn aus und war in der Stadtbevölkerung wegen seiner Leutseligkeit und Wohltätigkeit überaus beliebt. So kam es immer wieder vor, dass er sich, auf den Bänken der Residenz sitzend, mit Bürgern unterhielt. Die Kardinalswürde für seine Person, für die sich König Johann von Polen beim Papst eingesetzt hatte, schlug er aus. Franz Anton war der erste Salzburger Fürsterzbischof, der eine Perücke trug, die vorher Geistlichen verboten war. |
| | | | |
| − | Am [[30. Mai]] [[1721]] bestätigte Harrach die Stiftung eines Benefiziums auf dem [[Radstädter Tauernpass]] im [[Tauernkirchlein]].
| + | Sein Wahlspruch "In manu domine sors mea" (In Gottes Händen liegt mein Los) prägte seine Persönlichkeit und Regentschaft. Er zählte zu den beliebtesten Fürsterzbischöfen in der Stadt Salzburg. In den Landgemeinden verlor Harrach durch manch kleinliche Verordnung zuweilen Ansehen und Autorität. So trat 1714 ein allgemeines Verbot des Arbeitens im Ausland in Kraft. Trotzdem leitete seine Regentschaft den wirtschaftlichen Niedergang Salzburgs ein. |
| | | | |
| − | Harrach starb am 18. Juli 1727 im Schloss Mirabell vermutlich an einer Erweiterung der Bronchialäste, die häufig als Folge einer Lungenentzündung oder einer Tuberkulose auftritt. | + | Harrach starb am 18. Juli 1727 im Schloss Mirabell an einer Lungenentzündung. |
| | | | |
| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |